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Gedichte von Mascha Kaléko

„Mein Lied geht weiter“ – 100 Gedichte von Mascha Kaléko

„Mein schönstes Gedicht?

Ich schrieb es nicht.

Aus tiefsten Tiefen stieg es.

Ich schwieg es.“

Gleich hundert von Mascha Kalékos schönsten Gedichten sind in dem Bändchen „Mein Lied geht weiter“ abgedruckt. Ihre Gedichte handeln von alltäglichen Dingen: von Liebe, Abschied und Einsamkeit, Geldnot, Sehnsucht und Traurigkeit – „Gebrauchslyrik“, die für jeden nachvollziehbar ist.

Mascha Kalékos Gedichte sind so vielfältig wie ihr Leben: 1907 in Schildow (Polen) geboren, wandert sie im Alter von sieben Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland aus. In Berlin lernt Mascha Kaléko Literaten wie Kästner, Ringelnatz und Tucholsky kennen und veröffentlicht 1933 ihr erstes Buch, das „Lyrische Stenogrammheft“. Mit Charme, Humor und sozialer Kritik erobert sie im Berlin der Weimarer Republik die Herzen der Großstädter – eine Zeit, die sie später als „die paar leuchtenden Jahre“ bezeichnet. Lange dauern diese nicht an, denn schon bald verbieten die Nationalsozialisten ihre Bücher. Mit ihrem Mann wandert sie in die USA aus und leidet dort sehr unter ihrem Heimatverlust. 1956 kommt Mascha Kaléko zurück nach Deutschland, wandert aber wenige Jahre später ihrem Mann zuliebe nach Israel aus. 1975 stirbt sie in Zürich.

Von Kindheit an bis hin zu ihren letzten Jahren in Jerusalem war Mascha Kalékos Leben von Heimatlosigkeit geprägt; das zeigen ihre Gedichte: „Zur Heimat erkor ich mir die Liebe“ und „Heimweh nach den temps perdus“ überschreibt sie ihre Kapitel.

Neben all der Melancholie haben Mascha Kalékos Gedichte aber auch viel Witz und Ironie -und ein wenig Zuversicht: „Wir haben keine andre Zeit als diese.“

Katharina Leyrer

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