Auf der Wacht der Partnerschaft
Leonhard Falkner, zuständig in Umhausen für die Partnerschaft mit Erlangen, ist ein Mann, der gleich auf den Punkt kommt: „Warum zeigt man mir das BRK erst jetzt? Hier haben wir ja für die nächsten zwei Jahre mehr als genug in der Zusammenarbeit zu tun.“ In der Tat, warum? Vielleicht weil die Gastgeber den Kurzbesuchs des Freundes aus Tirol mit einem Höhepunkt krönen wollten.

Jürgen Üblacker, Direktor des BRK Erlangen – Höchstadt, läßt es sich jedenfalls nicht nehmen, persönlich die Führung zu machen und den Schulungsraum, den jährlich bis zu 6.500 Menschen frequentieren, für längerfristige Ausstellungen anzubieten. Zuvor schon war im Gespräch mit Sandra Caccese, verantwortlich für die Reiseprogramme, sondiert worden, inwieweit Ausflüge – auch für Rollstuhlfahrer – ins Ötztal möglich wären. „Kein Problem“, versichert der Tourismusfachmann, denn nicht nur das Hotel „Johanna“, sondern sogar das Gelände des „Ötzi-Dorfes“ mit seinen Vorführungen und Exponaten zum Thema Jungsteinzeit seien behindertengerecht und barrierefrei eingerichtet. Nun wartet man im BRK auf geeignete Vorschläge für das Jahresprogramm 2010. „Aber auch das Thema Skifreizeiten“, regt Jürgen Üblacker an, bevor sich Leonhard Falkner gegen 11.00 Uhr mit seiner Frau Sieglinde wieder auf den Heimweg macht, „ist für unsere verschiedenen Gruppen bestimmt von Interesse.
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Bleiben wir noch beim heutigen 7. Oktober 2009. Der Tag begann schon um 8.00 Uhr im Hotel „Luise“ mit dem Thema „Bergwacht“. Mitte November, so Boris Üblacker, Chef der Erlanger Bergwacht im BRK, wird in Innsbruck ein Treffen für Rettungsmedizin im Gebirge stattfinden. Die vier oder fünf Teilnehmer aus Erlangen werden die Gelegenheit gleich nutzen, um sich mit den Kollegen aus Umhausen – vielleicht sogar direkt in Umhausen – zu treffen. Freilich stellen sich in der Fränkischen Schweiz andere Probleme für die Rettungskräfte als in der hochalpinen Region des Ötztals, aber man wird sich bestimmt viel zu sagen haben. Und warum nicht einmal für die Freunde aus Umhausen in Franken eine Trainingseinheit organisieren und für die Erlanger in Tirol?
Eine halbe Stunde später schon trifft der Gast im Rathaus Ansgar Gößmann vom Seniorenbüro. Und auch hier offene Türen: Der Organisator von Reisen unterschiedlicher Dauer und Entfernung für alte Menschen ist durchaus daran interessiert, einmal mit einer Gruppe im Sommer in die österreichische Partnergemeinde zu kommen. Besonders schön wäre auch eine Adventsfahrt nach Innsbruck und Umhausen. Die Zeit für die Vorbereitung würde gerade noch reichen. Mitte November muß das Programm für das nächste Jahr stehen. Aber Leonhard Falkner ist nicht dafür bekannt, lange zu fackeln.
Das bewies er auch schon am Vortag, wo er mit Ulrich Klement, dem Leiter des Sportamtes, am frühen Nachmittag die nun schon dritte Erlanger Stadtskimeisterschaft für das letzte Januarwochenende 2010 plante und mit der Freiwilligen Feuerwehr Alterlangen auf die schönen Begegnungen im August zurückblickte, als die Franken mit einem ganzen Bus zu Mariä Himmelfahrt ins Ötztal fuhren, um mit ihren dortigen Kollegen eine eigene Partnerschaft aufzubauen. Und natürlich sprach der Gast mit Felix Wosnitzka, dem Vorsitzenden des Deutschen Alpenvereins, Sektion Erlangen, darüber, wie im nächsten Jahr das traditionelle Fest auf der Erlanger Hütte mit einer Bürgerreise zu Mariä Himmelfahrt so verbunden werden könnte, daß alle Teilnehmer Gelegenheit haben, auch an der einzigartigen Festtagsprozession teilzunehmen. Eine „Erlanger Woche“ planen die Freunde aus Tirol sogar. Schließlich ist da aber noch das leidige Thema der Skifahrten von Erlanger Schulen nach Umhausen. Hier fehlt bisher leider ein wenig das Wachs unter den Brettern, doch auch in der Frage ist die Abhilfe schon nah. Bürgermeister und Schulreferent Gerd Lohwasser wird gebeten, die Vorschläge für Schüler-Skifreizeiten bei seinem nächsten Treffen mit den Direktoren der weiterführenden Schulen mit der Bitte um wohlwollende Prüfung zu präsentieren.

Dazwischen Gespräche zum Thema Jugendaustausch, Behindertenarbeit, zum Kontakt des Thomizils zu Erzieherinnen aus Umhausen, zu Ausstellungen und Konzerten auf der neuen Orgel in Umhausen… Themen für mehr als zwei Jahre in einer Partnerschaft, die in den unterschiedlichsten Bereichen immer mehr Luft unter die Flügel bekommt. Der Wind der heute so warm von den Alpen her wehte, könnte sich übrigens im nächsten Frühjahr um Pfingsten herum zu einem regelrechten Tornado auswachsen, zumindest zu einem musikalischen. Aber mehr als diese Andeutung soll heute noch nicht gemacht werden. Ein wenig Geduld, bitte. Leonhard Falkner ist Optimist und sagt dazu: „Das werden wir schon auch noch schaffen!“ Wer wollte daran zweifeln?!
PS: 07.10.09