Wladimir heißt willkommen!
Das Erlangen-Haus in Wladimir
Das Erlangen-Haus ist in gut zweijähriger Renovierungszeit als zentrales gemeinsames Projekt der Städtepartnerschaft entstanden. Mit der Sanierung des gegen Ende des 19. Jhds. gebauten ehemaligen Kaufmannshauses, von dessen architektonischem Typ es in ganz Wladimir nur noch vier Exemplare gibt, wollten beide Städte nicht nur ein Beispiel für gelungene Erhaltung historischer Bausubstanz geben, sondern auch der Partnerschaft neue Entwicklungsmöglichkeiten und ein Dach für die Wirtschaftsförderung bieten.
Träger des Erlangen-Hauses ist eine Stiftung nach russischem Recht, gegründet und paritätisch besetzt von Vertretern beider Städte. Zweck der Einrichtung ist die Förderung von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Kontakten. Stiftungsgewinne werden Partnerschaftsprojekten und humanitären Zielen zugeführt. Die kostspielige und arbeitsaufwendige Sanierung wurde nur möglich durch eine Bausteinaktion, großzügige Sach- und Geldspenden aus Erlangen, die oft ehrenamtlichen Einsätze der deutschen Monteure, vor allem aber das persönliche Engagement der Bauleitung - Kira Limonowa und Helmut Eichler - sowie der damaligen Partnerschaftsbeauftragten der Stadt Wladimir, Tatjana Garischina.
Wladimir hat seinen Anteil in der Hauptsache durch die Verlegung bzw. Erneuerung der gesamten Anschlüsse für das Haus, die Unterbringung und Verpflegung der Erlanger Monteure und die Bereitstellung eigener Fachleute erbracht, und auf dem Umweg über eine Tombola (die fünf Hauptgewinner erhielten mit Partner eine Einladung für eine Woche zur Bergkirchweih; daneben gab es viele Sachpreise) konnte sich auch die Bevölkerung selbst beteiligen.
Das Erlangen-Haus wurde im Mai 1995 eröffnet und ist mittlerweile zum Kristallisationspunkt der Partnerschaft geworden, wo der Partnerschaftsverein Wladimir-Erlangen regelmäßig Veranstaltungen organisiert, Ausstellungen und Präsentationen stattfinden und die Wladimirer Informationen über Deutschland erhalten können. In den Büroräumen haben sich ein deutsch-russischer Joint-venture und zwei Wladimirer Firmen eingemietet, und der Gästetrakt mit vier Doppelzimmern und einer kleinen Wohnung steht Besuchern aus aller Welt offen.

Von besonderer Bedeutung sind die Deutsch-Kurse, fachlich betreut von Reinhard Beer, VHS Erlangen, und vom Goethe-Institut Moskau auf ein Niveau gebracht, das nun schon den fünften Jahrgang mit je ca. zehn Absolventen erfolgreich die renommierte Grundstufenprüfung des Goethe-Instituts ablegen läßt. Wegen der Qualität seines Unterrichts genießt das Erlangen-Haus seit April 2001 den Status eines Sprachlehrzentrums des Goethe-Instituts.
Im Garten steht die Skulpturengruppe „Begegnung“ von Johannes Koch. Otto von der Gablentz, der damalige deutsche Botschafter, trug sich bei der Eröffnung des Hauses mit folgenden Worten ins Gästebuch ein: «... Was Erlangen hier zwischen den Menschen in Wladimir und in Erlangen schafft, wird unsere Zukunft in Europa mitgestalten.» Gouverneur Nikolaj Winogradow nannte das Haus ein "Symbol der Freundschaft", eine Wladimirer Zeitung titelte "Außen russisch – innen deutsch", und der Besucher aus Deutschland erkennt hier schlicht ein Stück Heimat wieder.
Seit 1998 arbeitet das Erlangen-Haus intensiv mit dem "Zentrum für Demokratie und Parlamentarismus" zusammen, das von der Körber-Stiftung gefördert wird und – wo möglich – in Koordination mit Erlangen Veranstaltungen zu Themen anbietet, die sich an die junge Generation wenden. Die in Abstimmung mit der Stadtverwaltung und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit im Herbst 2000 gegründete Rußlanddeutsche Gemeinde hatte hier ihr erstes Domizil, bis sie eigene Räume beziehen konnte. Die Hausverwaltung spricht selbstverständlich Deutsch!
Eine Broschüre gibt nähere Auskunft über die Dienstleistungen des Erlangen-Hauses, dessen erste Entwürfe vom seinerzeitigen Stadtrat Claus Uhl, F.D.P., und den Stadtarchitekten Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner 1992 aufs Reißbrett gebracht wurden. Zum zehnten Jubiläum des Erlangen-Hauses reisten im Mai 2005 60 Erlanger unter Leitung von OB Dr. Siegfried Balleis an.

Das „Erlangen-Haus" bietet seinen Gästen folgende Serviceleistungen
- Gästezimmer, die auch als EZ genutzt werden können. Frühstück inklusive, keine Buchungsgebühr.
- Registrierung ausländischer Gäste.
- Vermietung von Räumen für Geschäftstreffen.
- Vermietung eines Konferenzsaales für verschiedene Zwecke (60 qm, bis zu 45 Sitzplätze), ausgestattet mit Diaprojektor, Leinwand, Overheadprojektor, Fernseher, Videogerät.
- Mündliche und schriftliche Übersetzungen.
Leitung: Irina Chasowa, Natalja Korssakowa und Peter Steger
Die Geschäftsführerin Irina Chasowa und ihre Mitarbeiterin Natalja Korssakowa präsentieren das Erlangen-Haus am 19. Oktober auf dem Schloßplatz und stehen für Fragen zur Städtepartnerschaft zur Verfügung.
Näheres auch unter www.erlangen.ru
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