Katharina Hirsch (17) und Gerhard Schultheiß (64)
Gerhard Schultheiß (64) und Katharina Hirsch (17) bilden seit 2009 ein Patenschaftstandem. Katharina ist im Jahr 2000 nach Deutschland eingereist und besucht die 9. Klasse der Eichendorffschule.
Gerhard Schultheiß:
„Ich habe mich für eine Patenschaft interessiert, da ich gerne mit jungen Menschen zusammen bin. Aus persönlicher Erfahrung heraus weiß ich, dass Jugendliche nicht immer den Rat Ihrer Eltern hören möchten. Sie sind oft viel zugänglicher, wenn ein aktiver „Alter“, der nicht zum Kreis der Familie oder Lehrerschaft gehört, ihnen mit Rat und Tat z.B. in Fragen der Berufswahl zur Seite steht.
Mein Ziel war es, dass Katharina eine Lehrstelle bzw. eine weiterbildende Schule bis zum Ende des Schuljahres findet. Dies ist gelungen.
Ich würde nicht sagen, dass der Bildungspate ganz besondere Kenntnisse haben muss. Wesentlich ist, dass er mit den Jugendlichen so umgeht, als ob es seine eigenen Kinder wären. Das heißt, man muss auch mal Rückschläge in Kauf nehmen, aber man muss auch klare Ziele setzen und diese verfolgen. Bildungspate zu sein heißt, eine Vertrauensperson im Leben der Jugendlichen zu sein. Da werden schon auch mal ganz persönliche, vertrauliche Gespräche geführt.
Meine Freunde finden es gut, dass ich solche Patenschaften übernommen habe. Allerdings hat noch niemand von ihnen selbst eine Patenschaft übernehmen wollen. Das liegt sicherlich auch daran, dass eine Patenschaft einiges an Zeit kostet, man flexibel reagieren muss, und sich der Erfolg nicht sofort einstellt und man keine finanzielle Aufwandsentschädigung bekommt.
Mir macht die Patenschaft viel Spaß, gibt sie mir mit meinen 64 Jahren doch eine sinnvolle Aufgabe, und ich bleibe durch den Kontakt mit den Jugendlichen auch am Puls der Zeit.“
Katharina Hirsch:
„Ohne die Hilfe meines Bildungspaten hätte ich es nie so weit geschafft. Er hilft mir einfach, wenn ich etwas brauche. Dank ihm habe ich jetzt auch eine Ausbildungsstelle gefunden. Er hat mir beim Bewerbungsschreiben sehr geholfen und mir viele Tipps gegeben. Ich finde es voll super, dass er immer für mich da ist, wenn ich ihn brauche. Dafür bin ich sehr dankbar!“