Text vorlesen Hörkunstfestival 2012

Hörkunstfestival 2012



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Das 2. Nürnberger und 7. Erlanger Hörkunstfestival findet vom 11. bis 13. Mai 2012 statt.

Schwerpunkt rAUSchZEIT

Rauschen als Spiegel des Alltags

Das Stadtleben prägt den Alltag des modernen Menschen. Er ist umgeben vom Rauschen. Der Verkehr vor dem Fenster rauscht vorbei, der Computer rauscht, das Radio rauscht, wenn es keinen Sender empfängt… Selbst die Mitmenschen um uns herum bilden ein gewaltiges Stimmenmeer, in dem der Klang des Einzelnen untergeht. Das altbekannte Problem der Augen der Großstadt, die alles sehen und doch nichts erkennen. Oder sind es in unserem Fall die Ohren, die alles hören und doch nichts verstehen? Ein Rausch aus Klang, Ton und Stimme überflutet unsere Wahrnehmung. Wir können nicht mehr unterscheiden – alles geht darin unter (oder auf?). Hören wir in dem ständigen Geräuschpegel noch das ursprüngliche Rauschen, das Rauschen in unserer Ohrmuschel? Hören wir dem einzelnen Menschen wirklich zu? Lauschen wir der Natur?

Flucht in die Natur?

Manchmal sehnen wir uns nach einer Idylle zurück, in der das Rauschen anderes verspricht als den Alltagsstress, wir sehen uns nach dem Raunen des Meeres. Auf der ständigen Suche nach Entspannung und Flucht vor dem Alltag finden wir uns in der Natur wieder. Dort, wo das Rauschen vielleicht noch ein angenehmeres ist? Wir nehmen uns eine Auszeit mit einem Spaziergang unter den wogenden Blättern eines Waldes oder zu einem rauschenden Wasserfall, werden für eine Weile zu Aussteigern.

Flucht in den Exzess?

Doch es gibt auch andere Möglichkeiten dem Rauschen zu entfliehen.
Wir versuchen abzuschalten, unseren Kopf und unsere (Hör-)Organe zu betäuben. Der Mensch stimuliert sich mit Alkohol, Drogen oder Sex und sucht dabei diese Art von Gefühlen, die ihm – während das Leben an seinem Ohr vorbeirauscht – berauschende Momente bescheren. Der Mensch nimmt sich nicht nur eine Auszeit vom Rauschen, sondern auch eine Rauschzeit*.

Hörkunstfestival 2012

Auch wir vom Hörkunstverein sind auf der Suche nach einer Auszeit, die wir mit unserem Festival bieten wollen. Das kommende Hörkunstfestival will Zeit für Räume des Rauschens, aber auch Räume für Rausch bieten. Denn beides ist uns oft gar nicht bewusst und das soll das Hörkunstfestival ändern. Wir wollen den Zuhörern eine Auszeit bieten und uns dabei das Rauschen in seiner Vielfältigkeit genauer anhören. Muss die Auszeit vom Rauschen immer gleich die Ruhe sein? Kommt nach dem einen Extrem gleich das nächste – die Stille? Wir wollen nicht nur der Muschel am Ohr lauschen. Denn all die Töne, Klänge und Geräusche sind vielleicht vielfältiger als wir sie im Alltag hören. Können wir darin vielleicht Antworten finden – oder werden uns Fragen gestellt? Und könnten nicht auch diese (Ge-) Räusche uns in Rauschzustände versetzen? Ist die Kunst zu Hören zugleich Ausgangspunkt für Abhängigkeit? Brauchen wir Rausch(en) zum glücklich sein? Könnten wir auch in Stille leben?

Links

Hörkunstfestival
http://www.hoerkunst.de/
© 2012 Stadt Erlangen
Datum: Samstag, 26. Mai 2012
URL:
http://www.erlangen.de/de/desktopdefault.aspx/tabid-112/958_read-14027/norobotindex-1/