Bestattungsart und Bestattungsort
Beschreibung
Die Art der Bestattung, also Erd- oder Feuerbestattung, richtet sich zunächst nach dem Willen des Verstorbenen. Hat der Verstorbene Wünsche in dieser Hinsicht geäußert, so vertraut er in der Regel darauf, dass seine Angehörigen seinen Willen erfüllen werden. Rechtlich bindend sind jedoch getroffene Anordnungen nur dann, wenn sie als letzter Wille schriftlich verfasst wurden.
Eine Möglichkeit, seine Wünsche hinsichtlich Bestattungsart und -ort individuell festzulegen, besteht im Abschluss eines Bestattungsvorsorgevertrags bereits zu Lebzeiten bei einem Bestattungsunternehmen.
Fehlt es an einer Willensäußerung des Verstorbenen, so sind die Angehörigen berechtigt, über Art und Ort der Bestattung und die Einzelheiten zu entscheiden. Dabei geht der Wille des überlebenden Ehegatten vor dem aller anderen Verwandten. Hinterlässt der Verstorbene keinen Ehegatten, so geht der Wille der Kinder oder ihrer Ehegatten dem der übrigen Verwandten, der Wille näherer Verwandter dem der entfernteren Verwandten oder des Verlobten vor.
Bei einer Feuerbestattung ist zudem der Nachweis zu erbringen, dass dies dem Willen des Verstorbenen entspricht.
Der Bestattungsort richtet sich in Erlangen nach dem Wohnort des Verstorbenen, das heisst, Verstorbene können nur auf dem Friedhof beigesetzt werden, in dessen Bestattungsbezirk der Hauptwohnsitz des Verstorbenen gelegen hat, sofern nicht ein Nutzungsrecht an einer Grabstätte auf einem anderen Friedhof besteht. Die Einteilung der Bestattungsbezirke kann der Bestattungs- und Friedhofssatzung der Stadt Erlangen entnommen werden.
Eine Ausnahme bildet außerdem der Westfriedhof in Steudach, wo Verstorbene unabhängig vom Wohnort, also auch von außerhalb Erlangens bestattet werden können.


Im Westfriedhof besteht seit Mai 2011 eine überdachte Urnenhalle (sog. Kolumbarium). Die Möglichkeit dieser Bestattungsart gibt es bereits seit 10 Jahren auf dem Zentralfriedhof. Diese Urnenhalle war bereits kurz nach seiner Eröffnung vollständig belegt.
Die Urnenhalle im Westfriedhof ist mit 136 Urnennischen mit je zwei Urnenplätzen ausgestattet. Diese Nischen sind aus Stein und werden für die Dauer von 15 Jahren erworben. Es besteht jedoch die Möglichkeit, das Kolumbarium entlang der drei geschlossenen Außenwände zu erweitern, so dass noch zusätzlich weitere 144 Urnennischen angeboten werden können.
Der Erwerb dieser Urnennische ist nicht auf den sog. Friedhofssprengel des Westfriedhofes begrenzt. Das bedeutet, dass der Erwerb einer Urnennische in diesem Kolumbarium für die gesamte Erlanger Bevölkerung ermöglicht wurde.
Eine Urnennische kann auch im Vorverkauf erworben werden. Der Preis beträgt 77,-- € pro Jahr. Die Abwicklung übernimmt das Sachgebiet Bestattungswesen, Michael-Vogel-Straße 4, Tel. 86 - 2973 oder 86 - 2206.
Die Nachfrage zeigt es ganz deutlich: Menschen suchen neue Wege im Umgang mit dem Tod und Trauer. Sie wollen ihren eigenen Vorstellungen über den Tod hinaus Geltung verschaffen und die Art und Gestaltung ihrer letzten Ruhestätte möglichst frei selbst wählen. Gleichwohl haben sie bei aller Neigung zur Individualität gerade auf dem Gebiet des Bestattungswesens ein hohes Bedürfnis nach Sicherheit, Verläßlichkeit und Transparenz. Neben der Auflage, dass nur Körperschaften des öffentlichen Rechts als Friedhofsträger auftreten können, wurde auch vorgeschlagen, diese Bestattungsart auf dem Areal eines bestehenden Friedhofes anzubieten.
Im Westfriedhof besteht seit kurzer Zeit die Möglichkeit der Baumbestattung. Der Bayerische Landtag hat diese - ursprünglich aus der Schweiz stammende - Bestattungsart erst vor wenigen Jahren genehmigt. Die Baumbestattungen werden auf dem früheren Standplatz der abgerissenen alten Aussegnungshalle an bestehenden und neugepflanzten Bäume als Baumfeld möglich.
Die Asche der Verstorbenen wird in verrottbaren Urnen an den Wurzeln dieser Bäume beigesetzt. Eine Gruppe von drei Stelen, die sie im Bild sehen, wird mit den Namen und Daten der Verstorbenen sowie der Nummer des Baumes beschriftet. So ist das Auffinden für die Angehörigen und Besucher einfacher gemacht. Bereits nach der ersten Veröffentlichung haben sich viele Erlanger Bürger und Bürgerinnen nach dieser neuen Form erkundigt. Das Standesamt erwartet, dass aufgrund dieser großen Nachfrage bereits in einigen Jahren ein weiteres Baumfeld eingerichtet werden muss.
Ebenfalls im Westfriedhof besteht seit 1998 die Möglichkeit der anonymen Urnenbestattung. Diese Art der Bestattung wird nicht nur von alleinstehenden, älteren Menschen sondern auch ganz bewusst gewählt, um den Hinterbliebenen kostspielige und aufwändige Grabpflege zu ersparen.
Nachdem im bisherigen Urnenfeld ca. 50 Urnen pro Jahr beigesetzt wurden, hat man nun ein anonymes Urnensammelgrab geschaffen. Mittelpunkt dieses Sammelgrabes ist eine, von einer Erlanger Familie gestiftet Stele.
Hinterbliebene haben nun die Möglichkeit, am Rande dieses Sammelgrabes von ihren Verstorbenen Abschied zu nehmen.
Stand
18.05.2011
Dienstleistungen der Stadt