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Poetenfest als Bühne für politische Literaten



Rathausreport vom 19. August 2011

Neue Bücher, lange Lesenachmittage, Ausstellungen, Einblicke in die viel zu wenig wahrgenommene Arbeit der Übersetzer und Diskussionen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen - Das 31. Erlanger Poetenfest bietet vom 25. bis 28. August wieder einmal nahezu unerschöpfliche Gelegenheit, Poesie und Politik in einen fruchtbaren Dialog zu bringen. Über 70 Autoren, Kritiker und Büchermacher(innen) werden zu diesem wohl wichtigsten Literaturtreff vor der Frankfurter Buchmesse anreisen. Dem neuen Büchner-Preisträger Friedrich Christian Delius (Samstag, 27. August, 19:00 Uhr) und dem Erzähler Peter Kurzeck (Sonntag, 28. August, 20:00 Uhr) widmen sich diesmal die Autorenporträts. Das Porträt International stellt den kürzlich nach Deutschland geflüchteten chinesischen Regimekritiker und Schriftsteller Liao Yiwu vor (Samstag, 27. August, 21:00 Uhr).

Aus ihren Neuerscheinungen lesen unter anderem Maja Haderlap, die im Juli den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb gewann, Abbas Khider, Albert Ostermaier, Antje Rávic Strubel, Ilja Trojanow und Alissa Walser. Für Kinder und Jugendliche gibt es wie immer eigene Angebote. Anlässlich des 200. Todestages Heinrich von Kleists beschäftigt sich das Poetenfest auch ausgiebig mit dem Klassiker. Eine Ausstellung würdigt Max Frisch zum 100. Geburtstag.

Die in Berlin lebende 73-jährige Dichterin Elke Erb erhält in diesem Jahr für ihr Lebenswerk den von der Erlanger Kulturstiftung zur Verfügung gestellten „Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung“, (Freitag, 26. August, 19:00 Uhr). „Bewegungen im Wortfeld“ lautet der Titel des Abends, die Laudatio hält die schweizerische Autorin und Übersetzerin Ilma Rakusa.

Die 8. Erlanger Übersetzerwerkstatt, die lange Nacht der Abenteuer und die Buchkunst-Ausstellung „Druck & Buch“ sind weitere Programmpunkte des viertägigen Festivals, zu dem die Organisatoren vom städtischen Kulturprojektbüro im Schlossgarten, im Redoutensaal und an den anderen Veranstaltungsorten rund 12.000 Besucher erwarten. Die traditionelle Sonntagsmatinee thematisiert unter dem Titel „Der entmündigte Souverän“ die Macht der Parteien und die Wut vieler Bürger über gesellschaftliche Entwicklungen, eine weitere politische Gesprächsrunde analysiert die Demokratiebewegungen im arabischen Raum. Über die Zukunft der Bibliotheken spricht der Journalist Wilfried F. Schoeller mit der Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, Elisabeth Niggemann. Akteure aus der Region beschäftigen sich mit den Herausforderungen, die der Wandel des Buchmarkts mit sich bringt. Eine weitere Diskussion behandelt aus gegebenem Anlass Chancen und Probleme des Kultur-Sponsorings. Eröffnet wird das 31. Erlanger Poetenfest – musikalisch umrahmt von der Nürnberger Band Sutcliffe – am Donnerstag, 25. August, um 20:00 Uhr mit der „Bayern 2-Nacht der Poesie“. Schon im Vorfeld des Festes dankten die Organisatoren dem Hauptsponsor AREVA NP. Nur dank dessen Unterstützung sei es möglich geworden, auch dem 31. Erlanger Poetenfest die gewohnte Attraktivität zu verleihen.

Unterstützt wird das „Woodstock der Literatur“ („Die Zeit“) ferner durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie die Medienpartner „Erlanger Nachrichten“ und „Bayern 2“. Info: www.poetenfest-erlangen.de.

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