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Text vorlesen Wir haben ein Ohr für Kinder - Besuch der Tintenklecksredaktion bei den Kinderbeauftragten

Wir haben ein Ohr für Kinder - Besuch der Tintenklecksredaktion bei den Kinderbeauftragten



Die Erlanger Kinderbeauftragten hatten am 24.03.2009 Besuch von 27 engagierten Redakteuren der Schülerzeitung "Tintenklecks". Im extra reservierten Ratssaal der Stadt Erlangen wurden die Kinderbeauftragten 1 1/2 Stunden lang ins "Kreuzverhör" genommen. Und das kam dabei heraus:

"Wir haben ein Ohr für Kinder!"

Kinderbeauftragte der Stadt Erlangen: Herbert Sauer und Barbara Zeltner
... heißt es seit November 2008 im Rathaus, denn seitdem sind die beiden neuen Kinderbeauftragten der Stadt Erlangen, Frau

Barbara Zeltner (31) und Herr Herbert Sauer (58), im Amt. Das ist gar nicht so selbstverständlich – nur wenige Städte Bayerns, etwa München, Augsburg oder Kaufbeuren, verfügen nämlich über sol-che Kinderbeauftragte!

Wir, die „Tintenkleckse“ der Hermann-Hedenus-Hauptschule, wollten mehr über die „gelernte“ Juristin und den Kaufmann und Diplom-Sozialpädagogen i. R. wissen, die sich seit rund einem halben Jahr ehrenamtlich um die Belange der Erlanger Kinder zwischen 0 und etwa 12 Jahren kümmern. Wir fragten sie:

Kinder beim Händehalten

Was machen Sie eigentlich als „Kinderbeauftragte“?

Wir vertreten vorrangig die Interessen von Kindern und versuchen ihnen zu helfen, wenn sie mit Wünschen, Ideen, Sorgen oder Nöten zu uns kommen, wir beraten die Stadtverwaltung, wenn es um die Belange der jungen Erlangerinnen und Erlanger geht und überprüfen zudem, ob die Verwaltung kindergerecht plant und arbeitet. Außerdem vermitteln wir, wenn nötig, zwischen Erwachsenen und Kindern und suchen gemeinsam praktikable Lösungen.

Kinder beim Händehalten

Wie sind Sie Kinderbeauftragte geworden?

Frau Zeltner: Eigentlich bin ich ja Juristin, doch momentan arbeite ich nicht in meinem Be-ruf, weil ich mich um meine Familie kümmere. Aber ich wollte „nebenher“ ehrenamtlich tätig sein, und da ich gerne mit Kindern und Jugendlichen zusammen arbeite, bewarb ich mich um dieses Amt. Nach mehreren Vorstellungsgesprächen in verschiedenen Gremien (u. a. mit Ver-treter(innen) des Bürgermeister- und Presseamtes, des Kinderschutzbundes Erlangen e. V., des Jugendamtes, des Jugendhilfeausschusses und des Stadtrates) wurde ich ausgewählt.

Herr Sauer: Ich bin jetzt im Vorruhestand und wollte mich ebenfalls ehrenamtlich engagie-ren. Meine Frau hatte nach meiner erfolgreichen Bewerbung ein bisschen Sorge, dass dieser „Job“ zu zeitaufwändig werden würde, doch Frau Zeltner und ich teilen uns nun die Aufgaben – vorerst bis November 2010 - so dass für die eigenen Familien noch genügend Zeit bleibt.

Unsere Arbeit nimmt etwa 10 bis 15 Stunden pro Woche (bei jedem von uns) in Anspruch, und wir denken, dass es dabei wichtig ist, keiner Partei oder städtischen Dienststelle anzuge-hören, weil man dadurch unabhängig und unparteiisch für die Interessen der Kinder und Ju-gendlichen eintreten kann. Weiterhin sollte man von Kindern eine Ahnung haben, gerne mit ihnen zusammen sein und einen „guten Draht“ zu ihnen haben. Außerdem sollte man gut zu-hören können und über ein gewisses Selbstbewusstsein verfügen, denn manchmal muss man auch unerschrocken Unangenehmes sagen.

Kinder beim Händehalten

Welche Probleme wurden bisher an Sie herangetragen?

Bislang sind meist Eltern „in Vertretung“ ihrer kleineren Kinder an uns heran getreten. Der meist geäußerte Wunsch kam aus dem Röthelheimpark - dort fehlen Hort-, Kindergarten- und Krippenplätze in der Nähe der neu gebauten Wohnungen.

Wir bemühen uns um Abhilfe, doch dieses Problem ist leider nicht so schnell zu lösen. Flott erfolgte dagegen die Entfernung von Plakatständern, die Fuß- und Radwege versperrten und ein Durchkommen z. B. mit Kinderwägen unmöglich machten. Mit Hilfe des Jugendamtes konnten ganz schnell für 4 1/2 Jahre alte Zwillinge Platz in einem der Wohnung nahe gelege-nen Kindergarten gefunden werden. Vermitteln konnten wir dagegen leider nicht, als sich Hausbewohner(innen) über einen im Treppenaufgang abgestellten Kinderwagen beschwerten – mit Erfolg: Aus Brandschutzgründen durfte er dort schließlich nicht mehr platziert werden.

Kinder beim Händehalten

Wie erreicht man Sie?

Jeden Mittwoch zwischen 10 Uhr und 12 Uhr oder auch nach Vereinbarung können ab sofort alle Erlanger Kinder und Jugendliche mit Wünschen oder Problemen oder „einfach ´mal so“ zu uns ins Rathaus (Zimmer 227) kommen. Darüber hinaus sind wir natürlich auch per Post (Postfach 31 60, 91051 Erlangen), per E-Mail (kinderbeauftragte@stadt.erlangen.de) oder per Telefon (09131 862662 - Anrufbeantworter) zu erreichen, und wir würden uns freuen, wenn uns möglichst viele junge Erlangerinnen und Erlanger erzählen würden, was ihnen gut oder nicht so gut gefällt, was sie ärgert oder stört, was ihnen noch fehlt, und was man verbessern oder ändern müsste!

Kinder beim Händehalten

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt , die Sie im Laufe Ihrer Amtszeit erreichen wollen?

Eigentlich ist Erlangen ja schon eine ziemlich kinder- und jugendfreundliche Stadt – wir ha-ben zahlreiche Spiel- und Lernstuben, in denen auch Kinder aus sozial schwächeren Familien betreut und gefördert werden, bei uns gibt es weitaus mehr Krippenplätze und Kindertages-stätten als in vielen anderen bayerischen Städten. Wir haben viel Grün, betreute Abenteuer-spielplätze, die Jugendfarm und eine Menge verkehrsberuhigte Zonen, es gibt ein tolles Frei-zeitangebot (sogar ein besonderes für sämtliche Ferien!) - und alles ist meist bequem und si-cher mit dem Bus oder mit dem Fahrrad erreichbar. Ein eigenes „Spielplatzbüro“ kümmert sich außerdem um die zahlreichen Spiel-, Bolz- und Abenteuerspielplätze.

Wir wünschen uns aber, dass speziell für die Kinder (im Vorschulalter) etwas getan wird, deren Eltern finanzielle Probleme oder auch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache ha-ben. Erlangen soll insgesamt noch kinder- und jugendfreundlicher werden!

Kinder führen sich an der Hand 
Vielen Dank für das Gespräch!

"Steckbriefe":

 

Barbara Zeltner
Name/Familie Barbara Zeltner, verheiratet, zwei Kinder im Alter von ein und vier Jahren
Beruf/Traumberuf: Juristin / Juristin
Hobbies: Turniertanz
Lieblingsessen: Apfelauflauf
Lieblingsmusik: Tangomusik
Lieblingsbuch: Joanne Harris, „Chocolat“
Lieblingsfilm: „Jenseits der Stille“
Schwächen/Stärken:

- „Ich rede zu viel!“

+ viel Energie und Spontaneität

 

Herbert Sauer
Name/Familie: Herbert Sauer, verheiratet, ein Sohn im Alter von 30 Jahren
Beruf/Traumberuf:

Kaufmann, Diplom-Sozialpädagoge / Komiker oder Bundespräsident für zwei Wochen

Hobbies: Sport – aber nicht zu viel (Radeln, Tischtennis, Fußball), Lesen, Unterhalten
Lieblingsessen: Spaghetti Carbonara mit italienischem Salat
Lieblingsmusik: Beatles, Supertramp
Lieblingsbuch: Daniel Kehlmann, „Die Vermessung der Welt“
Lieblingsfilm: “Pilgern auf Französisch“
Schwächen/Stärken: - „Ich bin nicht cool genug!“
+ guter, einfühlsamer Zuhörer
Vorbild: Nelson Mandela

 

Kinder führen sich an der Hand
Schülerzeitung „Tintenklecks" der Hermann-Hedenus-Hauptschule
Schallershofer Str. 20
91056 Erlangen

 

 

Redaktion Tintenklecks

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir durften die Kinderbeauftragten im „Großen Rathaussaal" interviewen, also dort, wo sonst der Oberbürgermeister, die Bürgermeister und der Stadtrat tagen!

© 2012 Stadt Erlangen
Datum: Samstag, 26. Mai 2012
URL:
http://www.erlangen.de/de/desktopdefault.aspx/tabid-73/1239_read-17372/norobotindex-1/