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Dellbrügge & de Moll: guerre en forme



Kunstpalais, 6. August bis 26. September 2010

Die Erlanger Ausstellung „guerre en forme“ widmet sich der Konstitution von Räumen und deren Verhandelbarkeit; der herrschenden Ordnung als vorläufigem Ergebnis von Auseinandersetzungen zwischen Kontrahenten.
Die brutalste Form von Auseinandersetzung um Raum und Ressourcen ist der Krieg. In der Folge des Dreißigjährigen Kriegs entstand der Kabinettskrieg oder "guerre en forme". Im Kontrast zum Kampf zwischen Feinden bis zur gegenseitigen Vernichtung basiert der "guerre en forme" auf der Kontroverse zwischen zwei sich anerkennenden Souveränitäten. Es ist ein Krieg nach Regeln, in klaren Formen, in abgegrenzten Gebieten und daher bis zu einem gewissen Grad eingehegt. Man näherte sich den nach Regeln der Geometrie und Mathematik erbauten Festungen mit ebensolcher Präzision, brachte die Batterien in Stellung und führte dem Kommandanten vor Augen, dass er nach den Regeln Euklids besiegt sei.

Ausstellung Dellbrügge & de Moll: guerre en forme Ausstellung Dellbrügge & de Moll: guerre en forme

Das ist die kontextbezogene Folie der Ausstellung, vor der die Künstler den Paradigmenwechsel von öffentlichem Raum, sowie Möglichkeiten der Aneignung und Nutzung urbaner Territorien betrachten. Die titelgebende zentrale Arbeit bezieht sich auf den Grundriss der barocken Planstadt Erlangen. Sie nutzt ihn als Feld für choreographische Notationen und zirkelt ein mögliches Spielfeld für Auseinandersetzungen ab.
Außerdem stellen die Künstler aktuelle Projekte vor, die sich auf andere Städte beziehen: auf São Paulo und die brasilianische Hauptstadt Brasília, das neue Hafenviertel Bjørvika in Oslo, auf Heterotopien in Kopenhagen und Berlin. Hier entwickelten Dellbrügge & de Moll Planspiele zum Städtebau, Szenarien zur Besetzung von Orten, Strategien der (Um-) Etikettierung und Umnutzung von Raum und diskutieren die Rollen von Bewohnern und Publikum als Akteuren der polis.

Christiane Dellbrügge (*1961 in Moline, Illinois, USA) und Ralf de Moll (*1961 in Saarlouis) studierten an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, wo sie begannen, mit Video, Performance und öffentlichen Inszenierungen zu arbeiten.
Seit Beginn ihrer Zusammenarbeit 1984 gehört es zu ihrer künstlerischen Praxis, diskursive Plattformen zu schaffen. Sie verstehen sich in der Rolle des Künstlers als „exemplarisch Kommunizierende“ und gehen den Möglichkeiten nach, aus dem Raum der Kunst heraus Veränderung zu initiieren.

Ausstellungen (Auswahl)
2009 Berlinische Galerie, 2009 Copan, São Paulo, 2009 Kunstmuseum Bonn, 2009 Galerie der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle, 2007 Künstlerhaus Bethanien, 2006 K 21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 2005 Neues Museum Weimar, 2003 ZKM Karlsruhe, 2001 Haus am Waldsee, Berlin

Kontakt

Links

Kunstpalais
http://www.kunstpalais.de
© 2012 Stadt Erlangen
Datum: Samstag, 26. Mai 2012
URL:
http://www.erlangen.de/de/desktopdefault.aspx/tabid-95/882_read-21320/norobotindex-1/