Otto Herbert Hajek: Keimzelle Erlangen
Kunstpalais, Marktplatz 1, 20. Januar bis 18. März 2012
Im Zentrum der Arbeiten des Künstlers Otto Herbert Hajek steht die enge Beziehung von Form, Farbe und Raum zu Mensch und Gesellschaft. Kunst in einen intensiven und sich ständig verändernden Diskurs zur Umgebung zu setzen, war sein Anliegen. "Zeichen setzen – Zeichen für Menschen" lautet sein Plädoyer für ein Grundrecht des Menschen auf eine ästhetische Gestaltung seiner Umgebung. Raum verstand er vor allem als menschlichen Kontext, der durch seine Kunst als gestaltbares Umfeld wahrgenommen werden sollte. In diesem Sinne nahm er Einfluss im kulturpolitischen Dialog zwischen Kunst und Öffentlichkeit und war von 1980 bis 1997 entscheidend an der Gestaltung des Ost-West- und Nord-Süd-Kulturdialogs der Bundesrepublik Deutschland beteiligt.

Das Kunstpalais Erlangen versammelt neben einem retrospektiven Werküberblick erstmals zahlreiche städteplanerische Entwürfe des Künstlers, darunter auch nicht realisierte Gestaltungsvorschläge öffentlicher Plätze, und fragt – ausgehend von der idealistischen Haltung Hajeks – nach den zeitgenössischen Bedürfnissen bei der Gestaltung öffentlicher Räume.

Im letzten Ausstellungsraum werden das Abiturzeugnis des Künstlers, zahlreiche Fotos aus seinem Leben und ein Film über sein Wirken als international agierender Künstler gezeigt.
Biografische Angaben:
1927 in Kaltenbach (Böhmerwald) geboren
1945-47 lebte in Erlangen
1946-47 Ohm-Gymnasium Erlangen
1947-54 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
1972-79 Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes
1980-1992 Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
1982 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
2005 in Stuttgart gestorben
Ausstellungen (Auswahl):
1958 Biennale, Venedig
1959 documenta II, Kassel
1964 documenta III, Kassel
1981 Museo Nazionale di Castel Sant’Angelo, Rom
1987 Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
1989 Zentrale Kunsthalle Moskau
2000 Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
2004 Nationalgalerie, Prag