20.01. – 18.03.2012 Otto Herbert Hajek: Keimzelle Erlangen
Im Zentrum der Arbeiten des Künstlers Otto Herbert Hajek steht die enge Beziehung von Form, Farbe und Raum zu Mensch und Gesellschaft. Kunst in einen intensiven und sich ständig verändernden Diskurs zur Umgebung zu setzen, war sein Anliegen. „Zeichen setzen – Zeichen für Menschen“ lautet sein Plädoyer für ein Grundrecht des Menschen auf eine ästhetische Gestaltung seiner Umgebung. Raum verstand er vor allem als menschlichen Kontext, der durch seine Kunst als gestaltbares Umfeld wahrgenommen werden sollte. In diesem Sinne nahm er Einfluss im kulturpolitischen Dialog zwischen Kunst und Öffentlichkeit und war von 1980 bis 1997 entscheidend an der Gestaltung des Ost-West- und Nord-Süd-Kulturdialogs der Bundesrepublik Deutschland beteiligt. Das Kunstpalais Erlangen versammelt neben einem retrospektiven Werküberblick erstmals zahlreiche städteplanerische Entwürfe des Künstlers, darunter auch nicht realisierte Gestaltungsvorschläge öffentlicher Plätze, und fragt – ausgehend von der idealistischen Haltung Hajeks – nach den zeitgenössischen Bedürfnissen bei der Gestaltung öffentlicher Räume.

Otto Herbert Hajek: Stadtikonographie Adelaide, 1973 – 1977, Grundriss Gesamtanlage mit Farbschema, Faserschreiber auf Pause, 57,4 × 82 cm | © VG Bild-Kunst, Bonn 2012
31.03. – 17.06.2012 Töten
Eröffnung: 30.03.2012 um 19 Uhr
Elf international renommierte Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Ländern spiegeln ihre Sicht auf ein tabuisiertes Thema. Sie reflektieren die Täter- wie auch die Opferperspektive, das Töten als physischen Akt und als psychische Phantasie, sie schaffen ein unmittelbares Bild vom Töten oder entwickeln abstrakte Tatanalysen. Sie loten gesellschaftliche Missstände oder individuelle Abgründe aus und spiegeln deren mediale Präsenz. Sie verarbeiten das Thema aus der Distanz – oder sind persönlich betroffen. Ziel der Ausstellung ist, die Verarbeitung des Tötens in der zeitgenössischen Kunst zu analysieren. Aus der Recherche ergeben sich zwei Schwerpunkte. Im Obergeschoss des Kunstpalais setzen sich die Künstler mit dem Thema der politischem Morde und Kriege auseinander, im Untergeschoss werden die medialen Inszenierungen des Tötens reflektiert.
Mit Werken von: Jenny Holzer, Parastou Forouhar, Michal Kosakowski, Kitty Kraus, Eva & Franco Mattes, Bjørn Melhus, Simon Menner, Yves Netzhammer, Anri Sala, Taryn Simon, Milica Tomic

Yves Netzhammer: Adressen unmöglicher Orte / Addresses of impossible Places, 2009, Video- und Objektinstallation, Ton, 28.03min., Soundtrack: Bernd Schurer | © the artist
06.07. – 02.09.2012 Thomas Locher: Insolvenzen
Eröffnung: 05.07.2012 um 19 Uhr
„In der Ausstellung versuchen wir in die Zukunft des Geldes zu blicken und werden die Frage stellen, warum wir es bald nicht mehr benötigen. Es wird um die Beziehung von Glaube, Würde und Glaubwürdigkeit gehen und darum, wie diese Begriffe mit dem Kredit zusammenhängen, um die Unmöglichkeit der Visualisierung von Arbeit, ihre Nicht-Sichtbarkeit, und warum wir sie gar nicht sehen wollen, wenn wir sie sehen könnten. In der Ausstellung wird es nicht um die gegenwärtige Finanzkrise gehen; um ‚Krisen’ schon. Nicht nur im Spektakel des Finanzsystems werden Funktionsweisen des Ökonomischen zur Schau gestellt, wenn alles aus dem Leim zu gehen droht, wenn die Dinge nicht mehr
funktionieren. Ähnlich verhält es sich mit der Sprache, deren vielschichtige Funktionsweisen sich erst dann zeigen, wenn Fehler in der Kommunikation auftreten, wenn es im Verhältnis von Sender und Empfänger zu Missverständnisse kommt. Wie die Ökonomie einen Überschuss an Waren, Dingen und Energien produziert, produziert die Sprache einen Überschuss an signifikanten Bedeutungen, der möglicherweise auch ohne Bedeutung ist, der nicht mehr in Tauschverhältnisse eingespeist werden kann, der wie ein Rest übrigbleibt. Mit diesem Rest werden wir uns beschäftigen.“
(Thomas Locher)
Die Ausstellung findet im Rahmen des Erlanger Poetenfestes 2012 statt.

Thomas Locher: Marx/Capital , 2007, 192 x 224 cm
[193,2 x 225,2 x 4 cm], Holz, Acrylfarbe, Aluminium |
© VG Bild-Kunst, Bonn 2012
21.09. – 18.11.2012: Benedikt Hipp
Eröffnung: 20.09.2012 um 19 Uhr
Benedikt Hipps Bilder sind echte Tafelbilder, gemalt mit Öl auf Holz und mit gefirnisster Oberfläche, die figürlich-gegenständliche und geometrischabstrakte Elemente spannungsreich miteinander verbinden. Auf den Bildern werden Personen, architektonische Gebilde oder andere Gegenstände immer wieder vor dunklem Hintergrund positioniert, wodurch sie intensiv leuchten. Die anfängliche Vertrautheit, die beim Betrachten der Bilder entsteht, wird gebrochen, da der schwarze Hintergrund eine irritierende Leere offenbart. Wie auf einer Bühne sind die dargestellten Gegenstände und
Personen in keinem konkreten Raum verortbar, sondern so inszeniert, dass eine zusätzliche, mystische oder metaphysische Ebene der Malerei sichtbar wird. Hipps Vorbilder sind einerseits der sehr modern erscheinende Frührenaissance-Maler Fra Angelico und andererseits der wie aus der Zeit gefallen wirkende, 1964 verstorbene Stillleben-Maler Giorgio Morandi. Für das Kunstpalais wird Benedikt Hipp in die Ausstellungsräume eingreifen und eine ganz eigene Ausstellungsarchitektur schaffen. Diese Einbauten bilden die Bühne für seine mehrdeutig-rätselhaften Bilderwelten und Skulpturen.

Benedikt Hipp: Monopodium, 2010, Öl auf Holz, 115 x 85 cm | © the artist
20.01. – 18.03.2012 Otto Herbert Hajek: Keimzelle Erlangen
Im Zentrum der Arbeiten des Künstlers Otto Herbert Hajek steht die enge Beziehung von Form, Farbe und Raum zu Mensch und Gesellschaft. Kunst in einen intensiven und sich ständig verändernden Diskurs zur Umgebung zu setzen, war sein Anliegen. „Zeichen setzen – Zeichen für Menschen“ lautet sein Plädoyer für ein Grundrecht des Menschen auf eine ästhetische Gestaltung seiner Umgebung. Raum verstand er vor allem als menschlichen Kontext, der durch seine Kunst als gestaltbares Umfeld wahrgenommen werden sollte. In diesem Sinne nahm er Einfluss im kulturpolitischen Dialog zwischen Kunst und Öffentlichkeit und war von 1980 bis 1997 entscheidend an der Gestaltung des Ost-West- und Nord-Süd-Kulturdialogs der Bundesrepublik Deutschland beteiligt. Das Kunstpalais Erlangen versammelt neben einem retrospektiven Werküberblick erstmals zahlreiche städteplanerische Entwürfe des Künstlers, darunter auch nicht realisierte Gestaltungsvorschläge öffentlicher Plätze, und fragt – ausgehend von der idealistischen Haltung Hajeks – nach den zeitgenössischen Bedürfnissen bei der Gestaltung öffentlicher Räume.

Otto Herbert Hajek: Stadtikonographie Adelaide, 1973 – 1977, Grundriss Gesamtanlage mit Farbschema, Faserschreiber auf Pause, 57,4 × 82 cm | © VG Bild-Kunst, Bonn 2012
31.03. – 17.06.2012 Töten
Eröffnung: 30.03.2012 um 19 Uhr
Elf international renommierte Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Ländern spiegeln ihre Sicht auf ein tabuisiertes Thema. Sie reflektieren die Täter- wie auch die Opferperspektive, das Töten als physischen Akt und als psychische Phantasie, sie schaffen ein unmittelbares Bild vom Töten oder entwickeln abstrakte Tatanalysen. Sie loten gesellschaftliche Missstände oder individuelle Abgründe aus und spiegeln deren mediale Präsenz. Sie verarbeiten das Thema aus der Distanz – oder sind persönlich betroffen. Ziel der Ausstellung ist, die Verarbeitung des Tötens in der zeitgenössischen Kunst zu analysieren. Aus der Recherche ergeben sich zwei Schwerpunkte. Im Obergeschoss des Kunstpalais setzen sich die Künstler mit dem Thema der politischem Morde und Kriege auseinander, im Untergeschoss werden die medialen Inszenierungen des Tötens reflektiert.
Mit Werken von: Jenny Holzer, Parastou Forouhar, Michal Kosakowski, Kitty Kraus, Eva & Franco Mattes, Bjørn Melhus, Simon Menner, Yves Netzhammer, Anri Sala, Taryn Simon, Milica Tomic

Yves Netzhammer: Adressen unmöglicher Orte / Addresses of impossible Places, 2009, Video- und Objektinstallation, Ton, 28.03min., Soundtrack: Bernd Schurer | © the artist
06.07. – 02.09.2012 Thomas Locher: Insolvenzen
Eröffnung: 05.07.2012 um 19 Uhr
„In der Ausstellung versuchen wir in die Zukunft des Geldes zu blicken und werden die Frage stellen, warum wir es bald nicht mehr benötigen. Es wird um die Beziehung von Glaube, Würde und Glaubwürdigkeit gehen und darum, wie diese Begriffe mit dem Kredit zusammenhängen, um die Unmöglichkeit der Visualisierung von Arbeit, ihre Nicht-Sichtbarkeit, und warum wir sie gar nicht sehen wollen, wenn wir sie sehen könnten. In der Ausstellung wird es nicht um die gegenwärtige Finanzkrise gehen; um ‚Krisen’ schon. Nicht nur im Spektakel des Finanzsystems werden Funktionsweisen des Ökonomischen zur Schau gestellt, wenn alles aus dem Leim zu gehen droht, wenn die Dinge nicht mehr
funktionieren. Ähnlich verhält es sich mit der Sprache, deren vielschichtige Funktionsweisen sich erst dann zeigen, wenn Fehler in der Kommunikation auftreten, wenn es im Verhältnis von Sender und Empfänger zu Missverständnisse kommt. Wie die Ökonomie einen Überschuss an Waren, Dingen und Energien produziert, produziert die Sprache einen Überschuss an signifikanten Bedeutungen, der möglicherweise auch ohne Bedeutung ist, der nicht mehr in Tauschverhältnisse eingespeist werden kann, der wie ein Rest übrigbleibt. Mit diesem Rest werden wir uns beschäftigen.“
(Thomas Locher)
Die Ausstellung findet im Rahmen des Erlanger Poetenfestes 2012 statt.

Thomas Locher: Marx/Capital , 2007, 192 x 224 cm
[193,2 x 225,2 x 4 cm], Holz, Acrylfarbe, Aluminium |
© VG Bild-Kunst, Bonn 2012
21.09. – 18.11.2012: Benedikt Hipp
Eröffnung: 20.09.2012 um 19 Uhr
Benedikt Hipps Bilder sind echte Tafelbilder, gemalt mit Öl auf Holz und mit gefirnisster Oberfläche, die figürlich-gegenständliche und geometrischabstrakte Elemente spannungsreich miteinander verbinden. Auf den Bildern werden Personen, architektonische Gebilde oder andere Gegenstände immer wieder vor dunklem Hintergrund positioniert, wodurch sie intensiv leuchten. Die anfängliche Vertrautheit, die beim Betrachten der Bilder entsteht, wird gebrochen, da der schwarze Hintergrund eine irritierende Leere offenbart. Wie auf einer Bühne sind die dargestellten Gegenstände und
Personen in keinem konkreten Raum verortbar, sondern so inszeniert, dass eine zusätzliche, mystische oder metaphysische Ebene der Malerei sichtbar wird. Hipps Vorbilder sind einerseits der sehr modern erscheinende Frührenaissance-Maler Fra Angelico und andererseits der wie aus der Zeit gefallen wirkende, 1964 verstorbene Stillleben-Maler Giorgio Morandi. Für das Kunstpalais wird Benedikt Hipp in die Ausstellungsräume eingreifen und eine ganz eigene Ausstellungsarchitektur schaffen. Diese Einbauten bilden die Bühne für seine mehrdeutig-rätselhaften Bilderwelten und Skulpture

Benedikt Hipp: Monopodium, 2010, Öl auf Holz, 1