Musik
Sonntag 14. März 2010, 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr
...es wäre gut, dass ein Mensch würde umbracht für das Volk...
Hugenottenkirche Erlangen
Johann Sebastian Bach, Johannespassion
eine CHOReografie
Diese ungewöhliche Aufführung der Johannespassion versetzt den CHOR aus seiner Gegenüberposition mitten ins Publikum, von wo aus der agierend den ganzen Kirchenraum einnimmt. Auch die Solisten bewegen sich im Raum und die ganze Kirche wird Schauplatz der Handlung. Die Passionsgeschichte aus der Perspektive des Volkes (der Turbae) erzählt. Dabei handelt es sich nicht um eine Inszenierung.
In seinen Aktionen zeigt der CHOR die überzeitlichen Inhalte der Passion und ihre gesellschaftliche Bedeutung. Für das Publikum wird die Wucht der Masse, die in Bewegung gerät, erfahrbar. Eine Menschenmenge setzt Kräfte frei, im positiven wie im negativen. Machthaber geraten unter Druck. Persönliche und gesellschaftliche Interessen liegen im Widerstreit. Dazwischen einige, die reflektieren, was geschieht. Doch der Sog der Menge ist größer. Ein Blutopfer soll die Lösung bringen... Wie kann es zu so etwas kommen...?