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Pressestimmen: Nürnberger Zeitung am 25. April 2006
Erlanger Online-Dienste rentieren sich - Die Geldkühe im Internet
Erlanger Online-Dienste rentieren sich
Die Geldkühe im Internet
von STEPHAN SOHR
ERLANGEN – Siegfried Balleis ist gelernter Kaufmann, mag also „schwarze“ Zahlen mehr als „rote“ – als Oberbürgermeister von Erlangen natürlich umso mehr, wenn sie bei der Stadt anfallen. Balleis ist außerdem ein Verfechter „schlanker“ Verwaltungsstrukturen. Und wenn sich beides zueinander fügt, dann gerät der CSU-Mann gerne ins Schwärmen. Geradezu euphorisch verkündete Balleis nun „eine echte Premiere“, die sich in Erlangen ereignet habe. Erstmals seit die Stadt im Jahr 2002 beschlossen hat, die Dienst der Verwaltung verstärkt auch über das Internet anzubieten – neudeutsch eGovernment genannt-, fällt die Kosten-Nutzen-Rechnung positiv aus – zumindest bei einigen Anwendungen.
Zum Beispiel die Volkshochschule. Wer will, kann sich über die Internet-Homepage der Stadt www.erlangen.de für die Kurse online anmelden. Ab 2005 betragen die laufenden Kosten für das Angebot rund 3600 Euro im Jahr, die Einsparungen aber fast 24.000 Euro. Stellt man die Einsparungen gegenüber, ergibt sich so ein genannter „Return of investment“ (ROI) von 104 Prozent – bedeutet, dass bei Investitionen von 100 Euro 104 Euro erzielt werden.
Weit höher, bei 613 Prozent, liegt dieser Wert bei der Online-Präsentation der Kindertagesstätten. „Das hatten wir nicht erwartet“, bekennt Balleis. Der Renner aber ist die elektronische Reservierung von Wunschkennzeichen für Autos. Hier lag der ROI-Wert bereits im Jahr der Einführung bei 438 Prozent, 2007 wird er wohl 1001 Prozent betragen. „Das ist eine richtige cash-cow“, frohlockte Balleis. Bedeutet, dass die Stadt dank solcher „Geldkühe“ richtig verdient. Noch negativ (minus 16 Prozent) ist der Roi beim Online-Dienst der Stadtbücherei, was am relativ hohen technischen Aufwand liegt.
In absoluten Zahlen ausgedrückt: bisher hat die Stadt in ihr Online-Angebot rund 4,6 Millionen Euro investiert, inklusive der Kosten für externe Berater – „ein schöner Batzen“ wie Gerhard Matuschke, Leiter des eGovernment-Centers derStadt zugibt -, sowie für die Beteiligung an der Curiavant GmbH, die die Städteachse Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach zum Aufbau ihrer „Internet-Rathäuser“ gegründet hat. Eingespart werden in diesem Jahr (und in den nächsten) dadurch etwa 730 000 Euro. Vollständig rentieren wird sich das Ganze erstmalig Ende 2008.
Das alles haben der Student Rostislav Markov und sein Betreuer Shota Okujava vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre (Prof. Michael Amberg) der Universität Erlangen-Nürnberg in einer Studie festgestellt, die in eine Diplom-Arbeit mündet. Fazit von Shota Okujava: „Von solchen Zahlen wie Erlangen kann manch hoch bezahlter Manager eines Unternehmens nur träumen“.
STEPHAN SOHR
Nürnberger Zeitung am 25. April 2006
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