Aktuelle Projekte der Innenstadtentwicklung
Goethe- und Heuwaagstraße sowie westliche Helmstraße
Der Umbau der Goethe- und Heuwaagstraße sowie des westlichen Abschnittes der Helmstraße sind Teil des 2004 erstellten Integrierten Handlungskonzeptes für die Erlanger Innenstadt im Rahmen der Innenstadtentwicklung (Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“). Entsprechend des Konzeptes folgte nach der Fertigstellung der Apfel- und Halbmondstraße als nächste Maßnahme im öffentlichen Raum die Umgestaltung der Goethe- und Heuwaagstraße. Zudem war die Realisierung der Maßnahme wegen des Verschleißes der im Jahr 2000 aufgebrachten Zweitdecke und des 2009 erforderlichen Austausches der Erdgasleitungen in diesem Bereich notwendig. So konnten auch die Beeinträchtigungen für die Anwohner und Gewerbe minimiert und der Kostenaufwand reduziert werden.
Verbesserung der Standortqualität
Die Stadt Erlangen bietet als Oberzentrum ein breites und spezialisiertes Einzelhandelsangebot. Um dies auch zukünftig zu sichern, muss die Attraktivität der Einkaufsstadt - auch der Geschäftslagen in den Randbereichen der Fußgängerzone - weiter ausgebaut werden. Gegenüber den anderen Einkaufsstandorten ist die Einmaligkeit der barocken Planstadt als Alleinstellungsmerkmal herauszuarbeiten.
In den letzten Jahren ließ sich auch im Bereich der Goethe- und Heuwaagstraße ein starker Trading-Down-Effekt ablesen: Alteingesessene Einzelhändler verschwanden, Billigläden und Zwischennutzer hielten Einzug. Um diesem Trend in Zukunft entgegenzuwirken, war eine gestalterische Aufwertung der Straße notwendig. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf die Ausschöpfung der Potentiale zur Verbesserung der Fußgängerbereiche und des ruhenden Verkehrs gelegt.
Reduzierung der Verkehrsbelastung
Eine verkehrliche Belastung für die Geschäftsstraße und für die Bewohner stellt der Busverkehr dar. Trotz des Busverkehrs konnte jedoch die Fahrbahnbreite zugunsten breiterer Gehwege und der Verbesserung des ruhenden Verkehrs reduziert werden.
Im Zuge des zukünftigen Nahverkehrsplanes werden verträgliche Möglichkeiten zur Reduzierung des Busverkehrs über tageszeitlich oder partiell sich ändernde Linienführungen unter dem Aspekt der optimalen Anbindung der Erlanger Innenstadt durch den ÖPNV geprüft.

Gestalterische Aufwertung
Durch die Neuordnung von Parkplätzen wurde Raum für gestalterische Elemente geschaffen; die Aufenthaltsqualität und damit auch die Qualität des Wohnumfeldes in der Goethe- und Heuwaagstraße erhöht. Die Fahrbahnbreite wurde zugunsten von breiteren Seitenbereichen reduziert. Parallel zum Gehweg konnten auf einem sogenannten „Servicestreifen“ Möglichkeiten für Straßenbaumpflanzungen in Kübeln geschaffen, Außenbestuhlungen ermöglicht, Sitzbänke vorgesehen und zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten sowie die Anordnung von Kurzzeit- und Behindertenparkplätzen angeboten werden. Gleichzeitig war es ein Anliegen, die Einheitlichkeit der barocken Planstadt durch eine geeignete Oberflächengestaltung zu betonen und so die optische Anbindung an die Hauptachse der Hauptstraße zu erreichen.
Eine funktionelle und gestalterische Aufwertung des südlichen Bereiches der Goethestraße wird durch die Gestaltung einer Torsituation mit zwei Linden als Eingangsbereich zur barocken Stadt erzielt.

Realisierung
Nach der Planungsphase im Jahr 2008 wurde im Dezember 2008 die Gestaltungsplanung des Planungsbüros wgf objekt, Nürnberg beschlossen. Für die Realisierung wurden zwei Bauabschnitte vorgesehen. Der erste Bauabschnitt umfasste die Umgestaltung der Goethestraße nördlich des Bahnhofplatzes, die Heuwaagstraße sowie den Bereich vor dem Bahnhofplatz. Die Arbeiten konnten im November 2009 abgeschlossen werden. Der zweite Bauabschnitt betrifft den südlichen Teil der Goethestraße.
Die Verkehrsfreigabe des fertiggestellten Straßenraumes erfolgte am 19. November 2010 durch OB Herrn Dr. Balleis im Beisein der an der Planung und der Bauausführung Beteiligten sowie zahlreicher Anwohner der Straße.
