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Text vorlesen Zeitzeugen der Partnerschaft im Bild

Zeitzeugen der Partnerschaft im Bild



Der Nebel lag noch dicht über der Regnitz, als sich am 20. September 2009 die vierköpfige Schülergruppe des Ohm-Gymnasiums mit ihrer Projektleiterin Hedwig Pichlmayr-Blessing gegen 8.00 Uhr per Kleinbus auf den Weg nach Jena machte. Klar vor Augen hatten die Jungfilmer aber schon ihr Ziel: möglichst viele Zeitzeugen vor die beiden Kameras zu bringen.

       Schüler bei der Arbeit

Nach einem Art Notabitur im Fach „Dokumentarfilm“, abgelegt in einem von André Studt vermittelten speziellen Kurs des Instituts für Theater- und Medienwissenschaften der FAU, hatte sich der „Arbeitskreis Partnerschaft Jena“ zunächst bei Claus Uhl zum Interview-Termin angemeldet, und nun sollte es laut Drehbuch in die Partnerstadt gehen, wo schon eine Reihe von Begegnungen geplant war.

Am historischen Rathaus, eingequetscht zwischen Kirmesbuden und Gerüsten, fand sich für den Kleinbus des Erlanger Entwässerungsbetriebs noch ein Parkplatz, und nach kurzem Spaziergang zum Bürgerkeller, dem einzigen Ausschank von Kitzmann-Bier in Jena, traf die Gruppe schon den gebürtigen Erlanger Gerhard Landes von den Jenaer Jubilee Singers, der gemeinsam mit einem weiteren Sangesbruder im Schatten des Hanfried, um den herum schon am späten Sonntagvormittag das Herbstfest bei strahlendem Sonnenschein rasch auf Touren kam, von seinen Erfahrungen mit Mauerfall und Partnerschaft berichtete.

Kitzmann in Jena

Kurz darauf schon traf der Gospelchor „Good News“ von St. Markus in Siglitzhof unter Leitung von Sigrid Wildt in Reisebusstärke ein und erkundete die Stadt gemeinsam mit den Schülern. Mit wem sie hier und später alles gesprochen haben, sei hier nur angedeutet, zumal sie unter der behutsamen Zurückhaltung ihrer Lehrerin ohnehin den ganzen Tag nach ihrem eigenen Drehplan gestalteten. Das Ergebnis soll ja erst im Film zu sehen sein. Dennoch einige Stationen:

Anja Schwind und Peter Steger in Jena

Da war das Treffen mit der Partnerschaftsbeauftragten, Anja Schwind, die im Hof des historischen Universitätsgebäudes mit ihrem Kollegen aus Erlangen, Peter Steger, über die Arbeit fachsimpelte. Da präsentierten sich am Weltkindertag die unterschiedlichsten Initiativen und Organisationen auf dem Platz vor dem Theater, mitten darunter auch Cornelia Bartlau, die seit Jahren tatkräftig und mit viel Phantasie die Jugendkontakte zwischen Jena und Erlangen sowie Wladimir mit Leben erfüllt. Da taucht Dieter Argast aus Erlangen auf, der geleich nach der Wende maßgeblich die IG Stadtökologie unterstützt hat und die Kontakte bis heute hält. Unerwartet, spontan, wie so oft in dieser Bürgerpartnerschaft. Da begegneten sich Nadja Steger und Michail Bergmann, beide in den Ausländerbeiräten der Partnerstädte und freuten sich auf ihr Treffen am 11. Oktober in Erlangen... Da verteilten aber auch die Linken – reichlich unpassend für die Gelegenheit – ihre Wahlkampfpräsente an junge Familien und ließen ihren Wahlkreiskandidaten, Ralph Lenkert, vors Mikrophon der Gäste treten, die freilich feststellen mußte, daß der Politiker gar nichts von der Städtepartnerschaft wußte. Peinlich dabei nur, daß er den Passus aus dem Interview gestrichen sehen wollte. Peinlicher als die Wissenslücke jedenfalls. Fängt so nicht schon wieder die Unglaubwürdigkeit in der Politik an? Aber das soll hier nicht das Thema sein.

Dieter Argast

Cornelia Bartlau in Jena

         Michail Bergmann und Nadja Steger

 

Für weitere Besichtigungen war dann plötzlich gar keine Zeit mehr. Die Akkus mußten immer wieder nachgeladen werden, dazwischen einmal einen Happen gegessen, ein Eis genossen. Das Material reichte schon für zwei Reportagen, dabei war das Konzert des Erlanger Ensembles „Good News“ um 16.00 Uhr in der Johannes-Baptist-Kirche noch gar nicht imKasten. „Ein Hochgenuß, diese Musik“, so das einhellige Urteil der jungen Leute, die den Chor noch nie gehört hatten. Auch das sind so die schönen Nebeneffekte der Städtepartnerschaft: Man lernt die eigene Heimatstadt und deren Akteure viel besser kennen.

Gospel Chor Erlangen

Den Höhepunkt des Tages führten die Schüler schließlich dank ihrer Fragetechnik herbei, als sie von den beiden Chorleitern Sigrid Wildt und Norbert Kleekamp wissen wollten, wie sie sich die weitere Zukunft vorstellen könnten. Antwort: „Warum nicht einmal mit einem gemeinsamen Konzert?!“ Das wäre doch etwas für das 20jährige Jubiläum der Deutschen Einheit 2010...

Schülergruppe in Jena

„Ich bin begeistert von der Stadt“, resümierte Hedwig Pichlmayr-Blessing ihren ersten Besuch in Jena. „Ich komme auf jeden Fall wieder und sehe mir die vielen schönen Ecken an, für die jetzt keine Zeit war.“ Und die Schüler? Der Wandertag des Arbeitskreises führt sie schon am 30. September wieder nach Jena. Und dann kommt ja schon der 3. Oktober, wo sie in Probstzella auch noch die amtierenden Oberbürgermeister interviewen wollen. Das Projekt hat buchstäblich Fahrt aufgenommen und wird wohl auch gut ankommen, hier wie dort.

PS, 21.09.09

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© 2012 Stadt Erlangen
Datum: Sonntag, 27. Mai 2012
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