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Text vorlesen Theologen aus Wladimir und Erlangen im Gespräch

Theologen aus Wladimir und Erlangen im Gespräch



Der interkonfessionelle Dialog zwischen dem Vatikan und dem Moskauer Patriarchat, von Zeit zu Zeit auch Thema hier im Blog, kommt nach Jahren des Stillstands wieder voran. Innerhalb der Partnerschaft mit Wladimir war in dem Bereich schon seit Anfang der 90er Jahre eine große Dynamik zu spüren. Die Wladimirer katholische Rosenkranzgemeinde unterhält enge Kontakte zum orthodoxen Erzbistum, Generalvikar Innokentij, in Personalunion Künstler und Geistlicher, zeigte bereits zwei Ausstellungen seiner Arbeiten in Erlangen, das Erzbischöfliche Jugendamt Erlangen pflegt in Person von Rolf Bernard einen engen Austausch mit Wladimirer Heranwachsenden beider Konfessionen, und der Erlanger Förderverein „Nadjeschda“ hat im Herbst 2009 schon die zweite Pilgerreise nach Wladimir unternommen. Besonders eng sind auch seit Jahren die Kontakte der Theologen der Partnerstädte. Der Lehrstuhl für Missions- und Religionswissenschaften hat ein langfristiges Forschungsprojekt zum Thema „Religion im kulturellen Wandel des postsowjetischen Rußlands“ aufgelegt, an dem auch Wissenschaftler aus Moskau, eine Japanerin, die derzeit in Wladimir promoviert, und ein russischer Theologe, der in London lehrt, beteiligt sind. Drehscheibe an der Staatlichen Universität für die Kontakte zur FAU ist schon seit Jahren Jewgenij Arinin, Leiter des Lehrstuhls für Philosophie und Religionswissenschaft und Spezialist für die Geschichte der russisch-orthodoxen Kirche, der auch diesen Besuch maßgeblich vorbereitet hat und begleitet.

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Gestern empfing Bürgermeisterin Elisabeth Preuß die acht Gäste aus Wladimir und Moskau im Rathaus und ließ sich über die Zusammenarbeit der Wissenschaftler informieren. Deren Tagung, zu der auch Kollegen aus München erwartet werden, dauert vom 8. bis 13. Februar und kreist um die Fragen zu  „Religion und Medien in Rußland“. Ziel des Kolloquiums ist es aber nicht nur, den Veränderungen nachzugehen, denen die Religion seit der Zeit des Zusammenbruchs der Sowjetunion in der öffentlichen Vermittlung und Wahrnehmung unterworfen ist. Es geht auch darum, zwei Wissenschaftskulturen einander wieder anzunähern, die wegen der politischen Verhältnisse über Jahrzehnte voneinander abgekoppelt waren. Ein Thema, das Elisabeth Preuß aus eigener Anschauung sehr nahe ist, mußte sie doch bei ihrer Verwandtschaft in Jena während der SED-Herrschaft beobachten, wie schwierig es war, sich zum Glauben zu bekennen und welche Probleme es mit sich brachte, nach dem Zusammenbruch der Diktatur die Religiosität für sich neu zu definieren und in der atheistisch geprägten Gesellschaft zu leben. Nicht von ungefähr also stellen sich die russischen Theologen diesen Fragen gerade zusammen mit ihren deutschen Partnern.

Seit zwei Jahren pflegt nun schon der Lehrstuhl von Andreas Nehring den Austausch mit Wladimir, und wenn es nach dem Theologieprofessor und seinem aus St. Petersburg stammenden wissenschaftlichen Mitarbeiter, Wadim Schdanow, geht, soll das noch lange so bleiben: Ad majorem dei gloriam, von dessen Ruhm auch ein wenig Glanz für die Partnerschaft insgesamt abfallen möge.

PS, 10.02.10



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