Erlangen – Stadt der Gesundheit und Medizintechnik
Das Stichwort für Wachstumsdynamik lautet heute Clusterbildung. Erlangen ist ein solch ausgezeichnetes Cluster für die Medizintechnik, zusammen mit Siemens Medical Solutions und der Friedrich-Alexander-Universität beinahe schon ein Weltkompetenzzentrum. Nirgendwo sonst findet man eine größere medizintechnische Kompetenzdichte als in der 100.000 Einwohner-Stadt inmitten des Medical Valley EMN e.V.. Beinahe jeder vierte Arbeitnehmer verdient heute sein Brot in den Bereichen Medizintechnik und Gesundheit.
Die unmittelbare Nähe von hervorragender Wissenschaft und traditioneller und junger innovativer Wirtschaft bildet den Nährboden für die dynamische Entwicklung Erlangens. Mit der zweitgrößten bayerischen Alma Mater, deren Medizinische Fakultät zu den angesehensten in Deutschland zählt, sowie über 100 mittelständischen Unternehmen mit den Schwerpunkten medizinische Forschung, Produktion und Dienstleistung und dem Global Player Siemens Medical Solutions an der Spitze zählt die Hugenottenstadt mittlerweile zu den Topregionen Europas. Einmalig in Bayern sind die Möglichkeiten einer engen Kooperation mit der Technischen Fakultät und den Naturwissenschaften. So fördert zum Beispiel das neue Nikolaus-Fiebiger-Zentrum Spitzenforschung im Grenzbereich Biologie/Medizin. Naturwissenschaftler und medizinische Forscher arbeiten eng verzahnt zusammen.
Nicht minder eindrucksvoll sind die Daten der medizinischen Versorgung: 22 Universitätskliniken, das Klinikum am Europakanal und das Waldkrankenhaus St. Marien mit insgesamt 2800 Betten genießen regional und überregional einen sehr guten Ruf. Mit dem bisher einmaligen interdisziplinären Neurozentrum, in dem Experten der vier Universitätskliniken für Neurochirurgie, Neurologie, Augenheilkunde und Psychiatrie eng zusammenarbeiten und über neueste Technik verfügen, steht Erlangen in der Gehirnchirurgie nach Expertenmeinung sogar unangefochten an der Weltspitze. Erhaltung und Ausbau der hohen Qualitätsstandards haben nicht nur in der Hugenottenstadt, sondern auch bei der Bayerischen Staatsregierung, die Forschungs- und Krankenhauseinrichtungen mit erheblichen finanziellen Mitteln fördert, hohe Priorität.
Mit diesem einzigartigen Wissenschafts- und Firmenportfolio ist Erlangen ein hervorragender Standort für ehrgeizige Forschung und erfolgreiche Produktinnovationen, der nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung noch weiter gefördert werden soll. Die Stadt schlüpft dabei in die Rolle des Moderators, der die Strukturen für eine enge Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft ausbaut, der Kontakte herstellt und Foren einrichtet, um die beiderseitige Zusammenarbeit künftig noch erfolgreicher zu gestalten. So unterstützt und initiiert die Kommune Kooperationsprojekte wie die Kompetenzinitiative „Medizin-Pharma-Gesundheit“, die den Kontakt zwischen regionalen Firmen, Forschungseinrichtungen und Kliniken knüpft und den Austausch untereinander fördert. Die Vernetzung der vorhandenen Aktivitäten schließt auch die Existenzgründer ein, die optimale Voraussetzungen für ihre Firmen finden. Ein wichtiger Beleg dafür ist die Gründung einer Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaft für Medizinunternehmen. Zusammen mit der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer ist mittlerweile ein hoch kreatives Milieu mit einem dichten Kommunikationsnetz entstanden.
Davon zeugen auch rund 60 Firmenneugründungen oder –ansiedlungen in jüngster Zeit, darunter auch mit bedeutenden Preisen ausgezeichnete Unternehmen wie november AG, WaveLight oder HumanOptics. Nach einer Studie des Forschungsinstituts empirica Delasasse von 1999 zählt Erlangen zu den vier Gründer-freundlichsten Städten Deutschlands – und rangiert damit sogar weit vor der bayerischen Landeshauptstadt. Auch in der bundesweit angelegten Untersuchung „Zukunftsatlas 2004“ der Prognos AG und des Handelsblatts wird der Stadt einmal mehr bestätigt, dass sie zu den wirtschaftlich stärksten und zukunftsfähigsten Kommunen Deutschlands zählt. In Zahlen ausgedrückt, belegt Erlangen unter den 439 untersuchten kreisfreien Städten und Landkreisen einen hervorragenden 7. Platz.
Erlangen ist Sitz des Bayerischen Laserzentrums, zweier Fraunhofer-Institute und neuerdings der Max-Planck-Forschergruppe „Optik, Information und Photonik“. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg Erlangens zur „Medizinhauptstadt“ wurde mit dem Bau des neuen Innovationszentrums für Medizintechnik und Pharma (IZMP) gesetzt. Für Erlangens Oberbürgermeister Siegfried Balleis ist der für 12,5 Millionen Euro inmitten der Stadt erstellte Neubau Ausdruck der „enormen Schubkraft“, mit der Erlangen seine Stellung als Medizinstandort von europäischem Rang konsequent ausbaut.
Auf 4.000 Quadratmetern Nutzfläche stehen Mietern modernste Büroräume und Laborflächen zur Verfügung. Daneben bietet das IZMP durch seine Betriebsgesellschaft ein breit gefächertes Dienstleistungsangebot und ein gerade für junge Firmen wichtiges Netzwerk von Kontakten und Partnern an. Erfahrene Praktiker beraten nicht nur in Fragen von Bau und Ausstattung, sondern auch zur Unternehmensentwicklung, Personal, Finanzen bis zu Patent- und Marketingproblemen.
Das IZMP ist zudem weiterer Ausdruck für das starke Netzwerk aus Forschung, Wirtschaft und Kommune. So hat die Friedrich-Alexander-Universität direkt angrenzend ihren Neubau für das Institut für Medizinische Technik errichtet. Die beiden Institutionen nutzen nicht nur den Eingangs- und Bistrobereich gemeinsam, sondern auch einen Hörsaal und andere Infrastrukturangebote. Ein kreativer Gedankenaustausch ist damit sogar während der Kaffeepause möglich. Für die Behauptung, dass Erlangen nachweislich ein optimaler Stützpunkt für Start-up-Firmen und Spin-Offs im Bereich Medizintechnik, Pharma und Biotechnologie ist, spricht nach den Worten des Erlanger OB u.a., dass das IZMP wohl das einzige Gründerzentrum der Gegenwart ist, das vom Start weg voll ausgelastet ist. Bereits heute müsse man über eine Erweiterung nachdenken.
Wussten Sie übrigens, dass Erlangerinnen und Erlanger mehr vom Leben haben? Die Lebenserwartung beträgt in der Hugenottenstadt rund zwei Jahre mehr als im bundesdurchschnittlichen Mittel. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein. Sicher ist aber, dass Erlangen auf dem Gebiet der Medizin und Gesundheit eine herausragende Stellung einnimmt. Es gibt nur wenige Städte, wo gesundheitsfördernde Maßnahmen so genutzt und in solchem Umfang angeboten werden wie in Erlangen. Um die Profilierung Erlangens als wichtigen Standort für Medizin, Medizintechnik und Gesundheit voranzutreiben sowie darüber hinaus die Voraussetzungen für gesundes Leben in Erlangen zu verbessern und die Bürgerinnen und Bürger zu einem gesunden Lebensstil anzuregen, stellte der Erlanger Stadtrat das Jahr 2005 unter das Motto „Gesundheit erleben, Gesundheit ERLANGEN“. Ein breites Aktions- und Veranstaltungsprogramm brachte der Bevölkerung die Themen Gesundheitsvorsorge und Prävention nahe.
Weiterführende Informationen