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Text vorlesen Die Stadt im Blick

Die Stadt im Blick



Bilder von Lotte Funke 1992 — 2006

14. Mai bis 30. Juli

Die Erlanger Künstlerin Lotte Funke setzt sich seit über zehn Jahren intensiv mit dem Erlanger Stadtbild auseinander Mit etwa 30 Gemälden bietet die Ausstellung eine nahezu vollständige Zusammenschau ihrer Arbeiten zu diesem Thema. Das Interesse der Künstlerin gilt vor allem den Plätzen, Straßen und Häusern der historischen Innenstadt. Ihr besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Spuren der Geschichte und der architektonischen Eigenart der Gebäude.  

Lotte Funke entwirft Platz-Ansichten meist aus einer stark erhöhten Perspektive, um das Sichtfeld zu vergrößern. Zudem erlaubt die Vogelschau einen neugierigen Blick in das vielgestaltige Leben der Innenhöfe. Bei der Ansicht einzelner Häuser ist die Darstellung dagegen fast immer frontal und somit ohne Tiefenperspektive. 

Trotz aller Details geht es der Malerin nicht um ein möglichst wirklichkeitsgetreues Abbild. Vielmehr vermischen sich Realitätsschilderung und Imagination oft unmerklich. Was bedeutsam ist, kann überdimensionale Größe gewinnen, wie am Schlossplatz die Bäume und Brunnen. Umgekehrt verzichtet die Künstlerin auf vieles, was sie als störend empfindet: die Platzmöblierung am Hugenottenplatz, am Martin-Luther-Platz sogar die Spur für die Hauptstraße. Stadtgestalterische Visionen sind auch der Brunnen mit dem Löwen und der Obelisk, die durch öffentliche Diskussionen inspiriert wurden. 

Im Museumsfoyer: im Vordergrund die Reproduktion eines Deckenbildes von Christian Leinberger, im Hintergrund Lotte Funke-Bilder Im Museumsfoyer: Bilder von Lotte Funke

Die meisten Stadtansichten von Lotte Funke wirken beschaulich, einige drücken eine magisch-romantische oder melancholische Stimmung aus. Die Ansicht der Goethestraße, die mit elf Bildtafeln einen eigenen Werkkomplex darstellt, erscheint demgegenübeeher nüchtern-dokumentarisch. Die Straßenfront zeigt eindringlich die problematischen Eingriffe in die historische Bausubstanz und die heutige Nutzung der Häuser. Doch ist auch dieses Werk keine exakte Bauaufnahme. So fehlt im dargestellten Straßenabschnitt ein ganzes Gebäude, um die Symmetrie des Triptychons zu erhalten. Das Bild bleibt Kunstwerk, und der Blick der Künstlerin versöhnlich: der Himmel über Erlangen ist auch an der Goethestraße blau.

Lotte Funke: Martin Luther Platz, 1996Lotte Funke: Das Ende der Saison, 1999

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