Umweltbelange haben in Erlangen seit langem einen hohen Stellenwert und gehören zu den wesentlichen Aufgaben von Politik und Verwaltung. Für das Jahr 2007 hat der Stadtrat daher das Jahresmotto natürlichERLANGEN 2007 beschlossen.
Ziel hierbei ist es, den Lebensraum Stadt in seinen verschiedenen Ausprägungen darzustellen und sowohl den Bürgerinnen und Bürgern, Kindern, Jugendlichen und Familien als auch den Gästen die hohe Lebensqualität Erlangens vor Augen zu führen.
natürlichERLANGEN 2007 soll auf Erlangens Selbstverständnis als ökologisch orientierte Kommune hinweisen, aber auch darauf, dass wir uns alle als Partner unserer Umwelt verstehen müssen. Eine Vielzahl von Veranstaltungen, Vorträgen, Ausstellungen, Wettbewerbe, Projekte und Fachtagungen finden statt, aber auch die Neugestaltung von Flächen, Lehrpfaden und Infrastruktur. In die Planung sind maßgeblich ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Institutionen aber auch die Privatwirtschaft und die städtische Verwaltung involviert.
Auf einem breiten Fundament werden Entwicklungen der letzten 25 Jahre wie auch Perspektiven für die kommenden 25 Jahre behandelt. Ökologisches Bewusstsein sollte auch weiterhin im Bewusstsein der Menschen verankert bleiben. Um bereits frühzeitig damit anzufangen bietet natürlichERLANGEN 2007 zahlreiche Veranstaltungen speziell für Kinder und Jugendliche.
Da Worten auch immer Taten folgen sollten, werden im Umweltjahr 2007 im gesamten Stadtgebiet Flächen neugestaltet, Infrastruktur bereitgestellt und Lehrpfade eröffnet.
Grünanlagen und Naturräume

Die Stadt Erlangen ist mit 300 ha öffentlichen Grünanlagen bereits sehr gut ausgestattet; unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Funktionen und Nutzungsschwerpunkte werden aber auch weiterhin abwechslungsreiche Grünzüge und Ortsrandeingrünungen geplant und angelegt. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Naherholung gelegt.
Die öffentlichen Grünanlagen sollen hohe ökologische Ansprüche erfüllen – so entstand in den letzten Jahren unter anderem im städtebaulichen Entwicklungsgebiet ‚Erlangen West‘ ein parkartiger Grünzug mit einer Größe von ca. 1,6 ha. (Bild links, Grüner Graben). Zudem wurde dem neu entstehenden Stadtteil Röthelheimpark ein ca. 3,5 ha großer ‚Stadtparkbereich‘ zur Verfügung gestellt (Bild oben, Röthelheimpark).
Die Erlanger Naturräume sind im Gegensatz zu manch anderen Ballungsräumen der Bundesrepublik noch gut erhalten. Wesentliches Standbein des Natur- und Landschaftsschutzes in Erlangen sind die Landschaftsschutzgebiete. Seit 2004 umfassen sie 3570 Hektar, rund 46 % des Stadtgebietes. In Erlangen gibt es zudem seit 1964 das älteste Naturschutzgebiet in Mittelfranken, die Brucker Lache (113 ha) und eines der jüngsten, den ehemaligen Exerzierplatz (25 ha).
Die Regnitz und der Wiesengrund
Das Regnitztal – das grüne „Rückgrat“ der Stadt – wird aufgrund seines großen Erholungswertes Schauplatz vieler Veranstaltungen der Reihe natürlichERLANGEN 2007 sein. Von Fürth bis Bamberg zieht sich der Wiesengrund als natürliche Achse durch die Metropolregion, als Verbindung nach Oberfranken und Bestandteil des Vereins Flussparadies Franken e.V., der die Förderung des naturnahen, umweltverträglichen regionalen Tourismus zum Ziel hat.

Der Regnitzwiesengrund ist intakter Überschwemmungsraum und ein zentrales Erholungsgebiet mit hohem ökologischen Wert. Die relativ großen Waldflächen, der hohe Anteil an Bannwald, der Anteil an Landschaftsschutzgebieten, die nicht unerheblichen Biotopflächen, die großen Flächen an Stadtgrün mit einem herrlichen Baumbestand gilt es zu erhalten und weiter zu entwickeln.
Das Element Wasser war immer prägend für die Stadt Erlangen: In der Nähe der Einmündung der Schwabach in die Regnitz entstand vor 1000 Jahren eine Ansiedlung, aus der sich später Erlangen entwickelte.
Noch heute bestimmt die Regnitz mit ihren ausgedehnten Freiflächen, die als Rückhalteräume für Hochwasser erforderlich sind, das Stadtbild; die Schwabach und die anderen kleineren Flüsse und Bäche tragen zu ansprechenden Wohn- und Naherholungsgebieten in Erlangen bei.
Einen Schwerpunkt des Gewässerschutzes bildet die Renaturierung von Bächen. Oberhalb des Alterlanger Sees zeigt der einst kanalisierte Steinforstgraben heute ein naturnahes Bild.
Regionale Versorgung - Nahe Versorgung
Die Erzeugung von Lebensmitteln – Mitteln zum Leben - in Stadtnähe hat den Vorteil kurzer Verkehrswege und direkter Nähe zum Verbraucher. Daher werden die regionale Landwirtschaft und die Direktvermarktung ihrer Produkte von der Stadt Erlangen unterstützt.

Die ländliche Kulturlandschaft mit ihrer Artenvielfalt und einer Vielzahl von kleinen und mittleren Betrieben ist ein wichtiger Bestandteil unserer Region. Ziel ist es, diese Betriebe zu erhalten und mit Blick auf die Familie und die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft gilt ein besonderes Augenmerk auf Erhalt und Stärkung der Nahversorgung.
Das Projekt Original Regional, eine Initiative des Marketingvereins der Metropolregion Nürnberg e.V., mit dem Ziel, regionale Wirtschaftskreisläufe durch eine bessere Zusammenarbeit von Erzeugern und Konsumenten im Ballungsraum zu fördern, hat mittlerweile bundesweit Anerkennung geerntet. Die Initiative Original Regional unterstützt regionale Wirtschaftskreisläufe.
Klimaschutz durch Ressourcenschonung
Klimaschutz, das Megathema im globalen Umweltschutz wird in Erlangen sehr ernst genommen. Die Stadt ist deshalb auch Mitglied des europäschen Klimabündnisses.
Im Vergleich zu anderen Städten hat sie gerade im Bereich des Klimaschutzes und der Energieeffizienz viel vorzuweisen. Eine der Voraussetzungen dafür ist die seit drei Jahren bestehende Lenkungsgruppe EnergieeffizientER. Ihr wesentliches Ziel ist die Initiierung weiterer Maßnahmen und Schritte zur Verbesserung der Energieeffizienz. In der Arbeitsebene unterhalb der Lenkungsgruppe bestehen drei feste Arbeitsgruppen: die AG Energieversorgung, die GEWOBAU-Energierunde und die AG Energiemanagement.
Daneben existieren fallweise Kooperationen u.a. mit dem Haus- und Grundbesitzerverein, der Sparkasse Erlangen, örtlichen Energieberatern und den Siedlervereinigungen.
Innerhalb der Region Mittelfranken ist die Stadt Erlangen Mitglied der EnergieRegion Nürnberg, wo innerhalb des Netzwerkes BAU und ENERGIE ein Beteiligung an regionalen Kooperationsprojekten erfolgt.
In der Solarstrom-Rangliste der deutschen Großstädte ist Erlangen weit vorn dabei. Ein Großteil der Erlangen Schulen ist mit Solarstrom-Anlagen ausgestattet; Spitzenreiter ist das Albert-Schweitzer-Gymnasium mit einer Leistung von 80 kWpeak. Photovoltaikanlage der Ernst-Penzoldt-Schule mit einer Leistung von 45,8 kWpeak.
Nachdem das Heizkraftwerk im Jahr 2004 um eine neue Gas- und Dampfturbine erweitert wurde, leisten auch die Erlanger Stadtwerke einen wichtigen zusätzlichen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz.
Die Erlanger Abfallwirtschaft gilt weit über ihre Grenzen hinaus als vorbildlich. Seit dem Einsetzen einer regelrechten ökologischen Abfallwirtschaft im Jahr 1989, verbunden mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit und Abfallberatung, ist ein Rückgang der Restmüllmengen um mehr als 60 % zu verzeichnen.
Bereits von Kindesbeinen an wird in Erlangen Abfalltrennung und -vermeidung zur Selbstverständlichkeit. In den Grund- und allen weiterführenden Schulen sowie den berufbildenden Schulen ist das Angebot der Umweltbildung zu einem festen Bestandteil geworden.
Betrieblicher Umweltschutz

Die Kommunen sind beim Umweltschutz auf die Mitwirkung der Privatwirtschaft angewiesen, der die lokale Umweltsituation im übrigen nicht unwichtig ist. Gerade hochqualifizierte Arbeitskräfte, besonders Familien mit Kindern, legen bei ihrer Arbeitsplatzsuche viel Wert auf solche Standortfaktoren.
Die Durchführung von Umweltschutzmaßnahmen in Betrieben wird in der Regel mit Investitionen verbunden sein - Investitionen, die sich lohnen, denn sie sind Motor für technologischen Fortschritt und helfen zugleich die Lebensgrundlagen für uns Menschen zu sichern. Innovationen wie zum Beispiel emissionsarme, energie- und rohstoffsparende Arbeits- und Produktionsverfahren zahlen sich für den Betrieb und die Gesellschaft aus.
Fazit: Sinnvoller Umweltschutz und erfolgreiche Unternehmen gehören am Wirtschaftsstandort Erlangen einfach zusammen.