GEO - Tag der Artenvielfalt in den Regnitzauen
Die renommierte Zeitschrift GEO veranstaltet jedes Jahr am zweiten Samstag im Juni einen europaweiten „Tag der Artenvielfalt“.
Innerhalb von 24 Stunden versuchen Fachleute aus allen Fachgebieten möglichst viele Tier- und Pflanzenarten in einem abgegrenzten Gebiet zu finden und zu bestimmen, um damit das Bewusstsein für die Artenvielfalt vor unserer Haustür zu wecken. Die Ergebnisse werden anschließend in der Zeitschrift GEO veröffentlicht. Dies hier wird bestimmt dabei sein:

In Erlangen bietet sich dafür der Regnitz-Wiesengrund an.
Die Stadt Erlangen wird in Nord-Süd-Richtung vom Wiesengrund der Regnitz durchzogen. Der Fluss hat hier noch einen relativ naturnahen Verlauf und wird von Ufergehölzen und Röhrichtsäumen begleitet. Hier wurden auch schon Fraßspuren des Bibers gefunden. Am Talrand findet man Altwässer, Tümpel und Teiche.
Das Überschwemmungsgebiet der Regnitz und die angrenzenden Sandterrassen werden noch größtenteils landwirtschaftlich als Schafweiden (letzter Erlanger Vollerwerbs-Schäfer) oder als Wiesen bewirtschaftet (Besonderheit: Wässerwiesen, werden bei Trockenheit bewässert, früher mit noch heute erhaltenen Schöpfrädern, heute mit Pumpstationen).

Dieser zentrale Grünzug ist aber auch ein beliebtes Naherholungsgebiet, was natürlich zu Konflikten führt. Am westlichen Talrand befinden sich verschiedene Freizeitanlagen (Freibad, Sportplatz, Bolzplätze).
Der Wiesengrund ist ein wichtiges Nahrungshabitat für die Erlanger Störche (jedes Jahr mehrere Brutpaare). Diese kann man täglich im Wiesengrund, nur wenige Meter von den Radwegen entfernt, bei der Futtersuche beobachten.
Auf den nacheiszeitlichen Sandterrassen an den Talrändern findet man magere Wiesen und Sandmagerrasen, die wichtige Elemente des Biotopverbundprojektes "SandAchse Franken" darstellen.
Als Untersuchungsgebiet für den "GEO-Tag der Artenvielfalt" wurde der zentrale Bereich des Wiesengrundes zwischen zwei talquerenden Brücken ausgewählt (Dechsendorfer Damm im Norden und Büchenbacher Damm im Süden). Die Größe dieses Bereiches beträgt ca. 210 ha.
Biotope und Lebensräume sind Schafweide, Wiese, Sandmagerrasen, Fluß, Uferbegleitgehölz, Hochstaudenbestand, Schilfbestand, Altwasser, Tümpel, Teich, Bach, Feuchtwald, Gebüsch, Hecke, und Brachfläche.
An einem zentralen Ort, auf den Sportflächen am Minigolfplatz, wird ein Treffpunkt aufgebaut, an dem die Fachleute zusammen kommen und die Arten bestimmen. Es gibt Pavillons mit Mikroskopen und vieles mehr. Hier kann die Bevölkerung den Wissenschaftlern bei der Arbeit über die Schultern schauen.
Außerdem wird ein buntes Rahmenprogramm für die Bevölkerung angeboten, mit Insektensafari und Bastelaktionen für Kinder oder Nachtfalter Exkursionen für Erwachsene und vielem mehr.
Der „Tag der Artenvielfalt“ verküpft das Jahresmotto „natürlichERLANGEN 2007“ mit der „Wissenschaftsstadt Erlangen“. Die Universität Erlangen-Nürnberg, Abteilung Geobotanik, Zoologie hat ebenfalls ihre Mitarbeit zugesagt.
Im Rahmen der SandAchse Franken wurde schon im Jahr 2001 der Tag der Artenvielfalt auf der „Büg“ im Landkreis Forchheim mit großem Erfolg und hervorragender Resonanz in der Öffentlichkeit durchgeführt.