Dritter Platz verfehlt und dennoch drei Gewinner
Gerade erst sind die Kinderärztinnen aus Wladimir mit neuen Erkenntnissen in der Krebstherapie für Kinder nach Hause gereist, da wird schon das mittlerweile dreizehnte Hallenfußballturnier zu Gunsten des Erlanger Tumorzentrums ausgetragen. Unter den zehn Mannschaften aus Erlangen – erstmals fehlte Jena – auch wieder, inzwischen zum achten Mal, Inter Wladimir unter Leitung von Pawel Bondarjew. Im Vorjahr spielten sie noch um den 1. Platz und unterlagen erst im Elfmeterschießen; heuer ging es für die russischen Gäste um Platz 3, doch den holte sich dank einem überragenden Torwart die Mannschaft der Friedrich-Alexander-Universität.
Hinterher läßt es sich immer trefflich grübeln, warum es Wladimir wieder nicht gelang, den Pokal zu holen. Ein Grund sicher eine Verletzung des fünften Feldspielers, so daß das Team aus der Partnerstadt keine Möglichkeit zum Auswechseln hatte. Aber bei dem Turnier geht es ohnehin olympisch zu: dabei sein, ist alles. Nachzutragen bleibt, daß Pfrimmer Nutricia den Sieg einfuhr und sich gegen die Kicker von der Sparkasse durchsetzten.

Doch die Gewinner der Benefizveranstaltung sind wieder einmal das Tumorzentrum, die Lebenshilfe und natürlich die Städtepartnerschaft. Vor allem dank einer Großspende, so Hubert Dormann vom Förderverein, kommen wieder € 7.000 der Krebsforschung zugute, und der gleiche Betrag geht an die Lebenshilfe Erlangen. Da bleibt nur noch den Organisatoren von den Erlangen Rangers zu danken und abzuwarten, bis die Prognose von Bürgermeister Gerd Lohwasser eintrifft: „Wladimir schickt jedes Mal so gute Mannschaften. Ich bin sicher, die Partnerstadt wird das Turnier bald schon gewinnen.“
Noch ein Nachsatz: Pawel Bondarjew hat vor 15 Jahren die Jugendorganisation „Lingua“ gegründet. Ende April will er mit einer Gruppe wiederkommen, um anläßlich des bevorstehenden 65. Jahrestags des Kriegsendes auf sowjetischen Soldatengräbern in Franken Kränze niederzulegen. Ortsbesichtigungen in Weißenburg und Nürnberg hat er schon hinter sich. Am Dienstag trifft er sich in Wladimir mit Interessenten. Die Enkelgeneration erinnert an die klaffende Wunde des Zweiten Weltkriegs und lebt die Versöhnung zwischen den einst so verfeindeten Völkern. Immer noch ein Wunder der Geschichte, immer noch etwas zum Staunen und Danken.
PS, 28.02.10