2009 war für die Stadtbücherei das dritte Jahr in den provisorischen Räumen in der ehemaligen HEKA in der Richard-Wagner-Straße und das Jahr vor dem Wiedereinzug in das Palais Stutterheim. Die Räume haben sich als brauchbar für die Nutzung als Bücherei gezeigt, das Jahr selbst war geprägt von Vorbereitungen für die Rückkehr in das renovierte Palais Stutterheim. So mussten unter anderem alle 160.000 Medien mit Transpondern ausgestattet werden, durch die dann ein neues Verbuchungs- und Sicherungsverfahren im Palais Stutterheim möglich wird.
Die Entleihungen sind mit 853.167 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr fast konstant geblieben. Auffällig ist jedoch eine überproportionale Steigerung der Ausleihen von Kinder- und Jugendliteratur. Sowohl in der Hauptstelle als auch in der Fahrbücherei sind die Ausleihen in diesem Bereich um 22 % gesteigert worden. Die Ausleihe von Romanen und Erzählungen ist auf hohem Niveau in etwa gleich geblieben, zurückgegangen ist die Ausleihe der Sachliteratur. Ebenfalls ein deutliches Plus mit fast 20 % verzeichnen die Hörbücher.
15.991 neue Medien konnten angeschafft werden, darunter neue Bücher, 482 DVDs,374 Musik-CDs und 1100 CDs für Kinder. Allerdings wurden auch 19.619 Medien wegen Veralterung oder Verschleiß aus dem Bestand genommen. Der hohe Anteil an neu angeschafften Medien ist der Tatsache geschuldet, dass die Einnahmen aus Lese-, DVD-Ausleih- und Versäumnisgebühren ein neues Allzeithoch erreicht hat. 24% des Etats der Stadtbücherei wird von den Benutzern finanziert. Unter den bundesdeutschen Bibliotheken nimmt Erlangen damit einen Spitzenrang ein.
Neben den internen Arbeiten war die Intensivierung der Arbeit mit Schulen ein weiterer Schwerpunkt. Erfreulich ist in diesem Arbeitsfeld die gute Annahme des Recherchetrainings, das 2009 erstmals flächendeckend in allen Erlanger Gymnasien durchgeführt wurde. Durch die Neustrukturierung des Oberstufenunterrichts in den Gymnasien wird auch eine wissenschaftliche Propädeutik eingeführt, durch die Schüler befähigt werden sollen, im Hinblick auf das Studium Literaturrecherchen durchzuführen. Die Bibliothek mit ihren Internetarbeitsplätzen, Medienbeständen und den Zugang zu den Datenbanken ist prädestiniert, hier Hilfestellung zu leisten. Auch die Leseförderung war wieder Schwerpunkt: 114 Kindergartengruppen und Schulklassen besuchten die Bibliothek und erlebten die Möglichkeiten, die die Bücherei bietet. Die Blockausleihen an Schulklassen und Kindergärten verzeichnete mit 5662 Ausleihen eine Rekord.
Hinzuweisen ist im Rahmen des Jahresberichtes auch wieder auf die stärkere Nutzung der virtuellen Angebote der Stadtbücherei, die auch durch den neugestalteten, deutlich attraktiveren Internetauftritt der Stadtbücherei gefördert wurde. Pro Tag erfolgen etwa 150 Zugriffe auf den Onlinekatalog. 25.000 Vormerkungen wurden im vergangenen Jahr auf den Bestand der Bücherei vorgenommen, fast zwei Drittel davon über den Onlinekatalog. Unser monatlicher Newsletter wird zur Zeit von 654 Abonnenten gelesen.
Auch die Internetbibliothek erreichte einen neuen Spitzenwert. Im Rahmen dieser bundesweiten Kooperation beantworten Bibliothekare an deutschen Bibliotheken besonders schwierige und knifflige Fragen der Internetgemeinde. Die Stadtbücherei Erlangen hat in diesem Zusammenhang fast 100 Fragen beantwortet. Sie pflegt außerdem für den Linkkatalog die Bereiche Gesundheit und Psyche – angesichts der Bedeutung der Medizintechnik in der Stadt sicher eine gute Ergänzung.
Mangels geeigneter Räume konnten Veranstaltungen der Bücherei nur in Kooperationen durchgeführt werden. Gemeinsam mit dem E-Werk wurden 2009 acht Lesungen organisiert, deren erfolgreichste - gemessen an der Besucherzahl - die Lesung von Jan Weiler war. In der Reihe Seitensprünge war die Bücherei mit zwei Lesungen vertreten. Die einzige Lesung in der Bücherei war die Veranstaltung mit Tanja Kinkel anlässlich der Woche der Bibliotheken.
Wir blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2009 zurück und freuen uns auf die Herausforderungen im aktuellen Jahr.