Musiktipp: Soap & Skin 
Hinter „Soap & Skin“ verbirgt sich die erst 19-Jährige Österreicherin Anja Plaschg, die im letzten Jahr ihr Debütalbum „Lovetune for vacuum“ veröffentlicht hat.
Zugegeben, hierbei handelt es sich um alles andere als ein leicht beschwingtes Sommeralbum. Vielmehr findet sich in diesem außergewöhnlichen Debüt der geballte Weltschmerz einer jungen Frau wieder - mit schwermütig schönem Gesang und Klängen, die einen mit voller Wucht treffen.
Anja Plaschg, geboren in einem kleinen Nest in der Steiermark und aufgewachsen auf der elterlichen Schweinemastfarm, hat schon früh damit begonnen, ihren Gefühlen künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Bereits als Kind spielt sie verschiedene Instrumente und schreibt eigene Stücke. Mit 16 bricht Plaschg die Schule ab und während andere Mädchen in ihrem Alter Spaß haben, bastelt sie einsam versunken an ihrer Musik, die sie auf eine MySpace-Seite ins Netz stellt. Dort wird sie entdeckt und bald von den Medien als „Wundermädchen“ gefeiert.
Ihre praktisch im Kinderzimmer entstandenen Kompositionen sind sehr reduziert und brauchen nicht viel mehr als ein Klavier, gelegentlich eine Geige oder Flöte und etwas elektronische Zauberei. Das eigentliche Instrument aber ist Plaschgs ausdrucksstarke Stimme: zart flüsternd, kraftvoll aufbrausend oder tief klagend schildert sie die Schrecken der Kindheit aus der Sicht einer Außenseiterin und gewährt Einblick in eine empfindsame Seele.
Das unglaublich intensive Erstlingswerk von Anja Plaschg alias Soap & Skin berührt und geht unter die Haut.
M. Neumann
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