Bündnis des Monats
Erlangen ist eine von acht Großstädten im Bundesland Bayern. Im Jahr 1974 überschritt die Stadt Erlangen die Einwohnergrenze von 100.000 und wurde Großstadt, heute leben dort 104.000 Menschen. Gern stellt sich Erlangen als junge Stadt mit langer Geschichte vor, als Hugenottenstadt und Medizinmetropole. Die Friedrich-Alexander Universität, aber auch die Niederlassungen des Elektrokonzerns Siemens AG haben die Entwicklung der Stadt in jüngster Zeit mitbestimmt. Mit der Gründung eines Lokalen Bündnisses für Familie möchte sich Erlangen nun zur familienfreundlichsten Großstadt Bayerns entwickeln, so Oberbürgermeister Siegfried Balleis. Seit Anfang Juli 2005 kümmert sich das Erlanger Bündnis um die Belange von Familien. Gemeinsam engagieren sich Unternehmen, Arbeitnehmerverbände und Kammern, Kirchen und Wohlfahrtsverbände, Organisationen und Vereine sowie die Stadt Erlangen im Bündnis. In vielen Bereichen ist es diesem Bündnis gelungen, Beachtliches für Familien zu erreichen: Grundschulkinder erhalten in den Ferien eine wohnortnahe Betreuung, ein Unternehmenswettbewerb prämiert familienfreundliche Unternehmen und Einrichtungen, eine Notfallbetreuung versorgt Kinder berufstätiger Eltern im Krankheitsfall, ein Familienatlas wird künftig Angebote für Erlanger Familien präsentieren.
Familienfreundlichkeit im Trend
Ob ein Unternehmen flexible Arbeitszeiten anbietet, ob es Beschäftigte bei der Betreuung von Kindern und älteren Angehörigen unterstützt, ob Familienfreundlichkeit in der Unternehmensphilosophie verankert ist, dies sind einige der Kriterien des Unternehmenswettbewerbs "Trendunternehmen". Teilnahmeberechtigt sind Erlanger Betriebe, Firmen und Unternehmen, aber auch öffentliche Institutionen und Behörden. Auf einem Bewerbungsbogen konnten Unternehmen und Einrichtungen angeben, mit welchen Maßnahmen sie Beschäftigte mit Kindern und älteren Angehörigen unterstützen. "Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Gewinn für alle. Sie schafft Wettbewerbsvorteile für die Unternehmen und ermöglicht es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ihr Berufsleben und ihren Wunsch nach Familie in Einklang zu bringen", heißt es im Begleitschreiben von Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Erlangen, Arbeitnehmerverbänden und Kammern sowie des Deutschen Kinderschutzbundes bestimmt die "Trendunternehmen" unter den Einsendungen. Auf einer Festveranstaltung werden die ausgezeichneten Unternehmen prämiert. Sie erhalten außerdem die Möglichkeit, sich und ihre Maßnahmen familienfreundlicher Personalpolitik auf den Internetseiten des Familienbündnisses in Erlangen zu präsentieren.
Känguru – die sprungbereite Notfallbetreuung
Eng mit Unternehmen arbeitet auch die Erlanger Notfallbetreuung mit dem Namen Känguru zusammen. Känguru bietet schnelle und unkomplizierte Hilfe für erwerbstätige Eltern mit erkrankten Kindern. Ein Anruf bei der Hotline des Betreuungsservices genügt und eine Tagesmutter betreut das erkrankte Kind im Haus der Eltern. Zwischen 5 und 6 Euro pro Stunde kostet das Angebot, in sozialen Härtefällen ist eine unbürokratische Kostenbeteiligung durch den Kinderschutzbund in Erlangen möglich. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative der Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), des Deutschen Hausfrauen-Bundes und des Erlanger Bündnisses für Familien. Unterstützt wird der Notfalldienst ebenfalls von der Bürgerstiftung Erlangen, der Friedrich Alexander Universität, einer Kinderärztin, dem Rotary-Club Erlangen, der Siemens AG und der Kreissparkasse Erlangen.
Ferienbetreuung das ganze Jahr
Auch die Belange von Familien mit schulpflichtigen Kindern im Grundschulalter stehen auf der Liste des Erlanger Bündnisses für Familie. In den Sommerferien bietet die Siemens AG in Kooperation mit der Stadt Erlangen eine vierwöchige Ferienbetreuung an. Um dieses Angebot zu erweitern, hat das Bündnis in Kooperation mit bestehenden Kinderbetreuungseinrichtungen, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und Vereinen ein flächendeckendes und ganzjähriges Ferienbetreuungsangebot entwickelt. So konnten Eltern ihre Kinder in den Herbstferien 2006 zum Einheitspreis von 30 Euro in einer der beteiligten Einrichtungen anmelden. Betreut wurden die Grundschulkinder in den meisten Fällen im Gebäude der Schule. Ausgebildete Betreuerinnen und Betreuer der beteiligten Organisationen boten dort Basteln, Spiele und Ausflüge an. Überwiegend unter freiem Himmel verliefen die Angebote der Ferienbetreuung auf dem Abenteuerspielplatz der Jugendfarm e.V.: Tiere versorgen, Bauen im so genannten Bauspielbereich oder Kochen über der Feuerstelle standen hier auf dem Programm.
Eine Stadt steht Pate
Einen Überblick über die Aktivitäten und Pläne des Erlanger Bündnisses bietet die Internetseite www.erlanger-familienbuendnis.de. So plant das Bündnis für die in Erlangen lebenden Familien einen so genannten Familienatlas einzurichten. Im Internet können sich Interessierte dann noch schneller als bisher über Familienthemen und Angebote für Familien informieren. Für Kinder, Jugendliche und Familien in schwierigen Lebenslagen kann das Bündnis im kommenden Jahr Familienpatenschaften einrichten. Familienpaten begleiten Familien, bieten Entlastung und helfen zur Selbsthilfe. Patenschaften fördern zugleich den Dialog zwischen den Generationen, bieten Jüngeren und Älteren die Möglichkeit, sich im praktischen Alltag zu helfen und emotionale Unterstützung zu erfahren. Möglich wird dieses Angebot durch großzügige Spenden und Sponsoren sowie die Bereitschaft vieler Bürger und Bürgerinnen zu freiwilligem Engagement.
Dr. Siegfried Balleis, Oberbürgermeister, meint:
"Kinder und Familien bilden die Basis der Gesellschaft und damit auch der Kommunen. Der demographische Wandel, insbesondere der Geburtenrückgang, hat Auswirkungen auf uns alle. Ich freue mich deshalb sehr, dass es gelungen ist, mit dem Erlanger Bündnis für Familien ein Netzwerk zu schaffen, welches sich gemeinsam mit Familien dafür einsetzt, die Situation für Familien und Kinder in Erlangen weiter zu verbessern, damit Erlangen auch in Zukunft eine lebenswerte Stadt für alle bleibt und ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort bewahrt. Im Namen der Stadt Erlangen, aber auch persönlich, möchte ich den einzelnen Bündnisakteuren für ihr beispielhaftes, meist ehrenamtliches Engagement Dank und Anerkennung aussprechen. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit zum Wohle der Erlanger Familien und Kinder."