WI.L.D
Kommunales Sprachförderprojekt „Wir lernen Deutsch (WI.L.D.) in ERlangen“
Sprache ist der Schlüssel zum Leben – egal welche Sprache es betrifft. Kann man mit Sprache gut umgehen, ist man klar im Vorteil. Die Stadt Erlangen und das Fach Didaktik des Deutschen als Zweitsprache (DiDaZ) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg einigten sich im Juni 2009 auf das Projekt WI.L.D. in ERlangen. Die Sprachfördermaßnahme findet nach 2009/10 im Schuljahr 2010/11 erneut an Erlanger Schulen statt, die zur Integration und zur Verbesserung der Chancengleichheit durch zielgerichtete Bildungsmaßnahmen beiträgt.
Im Projekt wird an 3 Grundschulen (Pestalozzi, Brucker Lache und Mönau) und an der Eichendorffschule Erlangen, in Kleingruppen mit je 8 Schülern, für Kinder und Jugendliche Unterricht erteilt, der die Förderung von Fähig- und Fertigkeiten in der deutschen Sprache zum Ziel hat. Am Nachmittag führen studentische Förderlehrer des Faches DiDaZ, Referendare und ausgebildete Lehrkräfte einmal pro Woche den Unterricht von 120 Minuten durch. Die studentischen Förderlehrer studieren ein Lehramt im fortgeschrittenen Semester und Didaktik des Deutschen als Zweitsprache als Erweiterung. Im Zuge dieses Projektes sollen im Schuljahr 2009/10 insgesamt 80 Zeitstunden pro Schüler DaZ-Unterricht erteilt werden. Ein Viertel der Förderstunden findet in Form von Ausflügen und in Form von Lernen an außerschulischen Lernorten statt.
In „WI.L.D.“ wird Deutsch auf eine ganz spezielle Art und Weise gelernt und vermittelt. Der projektorientierte Charakter der Sprachfördermaßnahmen soll es den Lernenden ermöglichen, sich in den vier grundlegenden Sprachfertigkeiten Hören, Sprechen, Lesen und Schreiben zu verbessern. Lernformen wie Kreatives und Funktionales Schreiben, spielerisches und funktionales Lernen von Grammatik und Wortschatz sowie die Bereiche Fachsprachen, Lernstrategien und Migranten- sowie Kinder- und Jugendliteratur im interkulturellen Lernkontext werden dabei eingebunden. Um den Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen, ihre bisher erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse zu nutzen und beim(Sprach-)Lernen weiterzuentwickeln, ist der Spracherwerb bzw. die Sprachverwendung auf bewusste und handlungsorientierte Lernprozesse ausgerichtet. Der fehlende Notendruck, die individuelle Betreuung in den Gruppen, außerschulische Lernorte sowie Exkursionen sollen helfen, einen engeren Bezug der Kinder und Jugendlichen zur Zielsprache Deutsch herzustellen, sich in ihrer Stadt Erlangen besser orientieren zu können sowie Notenverbesserungen und Übertrittsmöglichkeiten auf eine weiterführende Schule zu erreichen.
Das Besondere und Neue ist, dass die Auswahl der Schülerinnen und Schüler bedarfsorientiert, also gemessen am Sprachstand des Kindes, erfolgt. Das Sprachniveau der Kinder wird meist durch Sprachstandstests und durch die Klassenlehrer eingeschätzt, daraufhin werden Kinder vorgeschlagen und zur Projektteilnahme eingeladen. Gefördert werden deshalb Kinder mit und ohne Migrationshintergrund, ca 85% der Kinder haben jedoch Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit bzw. mit Migrationsphänomenen.
Koordiniert wird das Projekt von Jens Behning und Marta Lubiatowska, die Stadt Erlangen richtete im August 2009 eine Stabsstelle für Kommunale Sprachförderung ein. Dr. Grimm und Prof. Dr. Pommerin-Götze, Fachvertreter der Didaktik des Deutschen als Zweitsprache, haben die Funktion der wissenschaftlichen Leitung der Initiative.
Mehr über das WI.L.D-Projekt erfahren Sie unter wild-in-erlangen.de