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Rückblick: 250 Jahre Berch Erlangen - Jubiläumskirchweih 2005



Wissenswertes über die Jubiläums-Bergkirchweih

Als die Stadträte des Erlanger Magistrates am 21. April 1755 die Verlegung des Pfingstmarktes von der Altstadt hinauf zum Burgberg beschlossen, da konnten Sie wohl kaum ahnen, was für eine bedeutsame Entscheidung sie da getroffen hatten. Dieser Beschluss wurde zum Geburtstag der Erlanger Bergkirchweih, Frankens größtem Volksfest, das seit 250 Jahren immer um Pfingsten nun zwölf Tage lang auf dem Erlanger Burgberg stattfindet.

Wenn der Erlanger Oberbürgermeister am Donnerstag, den 12. Mai 2005 pünktlich um 17 Uhr das erste Fass angestochen und Erlangens fünfte Jahreszeit eröffnet haben wird, erwartet die fränkische Hugenottenstadt bis zum Montag, den 23. Mai wieder über eine Millionen Besucher aus nah und fern. Unter den herrlichen alten Kastanienbäumen werden die durstigen Gäste auf elf Bierkellern sowie in zwei Zelten wieder mehr als 5.000 hl kühles Kirchweihbier aus steinernen Maßkrügen trinken. Nicht weniger als 15.000 Sitzplätze erwarten die Gäste. Fränkische Spezialitäten von der Bratwurst bis zur Brezel werden dann ebenso reißenden Absatz finden wie viele internationale Gerichte.

Die Schausteller präsentieren unter dem Wahrzeichen der Erlanger Bergkirchweih, dem größten transportablen Riesenrad Europas, über vierzig Fahrgeschäfte und Karussells von traditionell bis High-Tech sowie zahlreiche Los- und Schießbuden und Verkaufsstände.

Schon vor mehr als 250 Jahren wurde in den Kellern des Erlanger Burgbergs das Bier der vielen einheimischen Brauereien gelagert, so dass es auch in den Sommermonaten immer kühles und frisches Erlanger Bier gab. Bis zur Erfindung der Kühlmaschine von Linde profitierten die örtlichen Brauereien von diesem einzigartigen Standortvorteil und begründeten so Erlangens Ruf als die Bierexportstadt noch vor München. Nicht nur Karl May rühmte in einem Buch die hervorragende Qualität des Erlanger Bieres. Noch heute ist in den USA die Marke „Erlanger“ eine Qualitätsbestimmung.

Mit einem interessanten Programm eröffnen die Erlanger das 250. Jubiläum ihrer Bergkirchweih: Rund um das Geburtstagsdatum am 21. April feierte Erlangen unter dem Motto „Bierstadt ERleben“. Weiterhin war eine große Ausstellung im Stadtmuseum, ein Umzug zum Bieranstich sowie Kunst- und Illuminationsaktionen und vieles mehr vor und während der Bergkirchweih geplant. Nicht nur für historisch interessierte Leser wurde das Buch „250 Jahre Erlanger Bergkirchweih“, das von einem örtlichen Verlag publiziert wird, zur Pflichtlektüre. Die Festwirte, die Brauereien und die Schausteller bereiteten besondere Aktionen für die Besucher vor. „Souvenirjäger“ konnten interessante Merchandising-Artikel vom Jubiläumsbierkrug bis hin zum kleinen Give-Away von der Bergkirchweih erwerben.

Für die vielen Besucher hat die Tourist-Info in Zusammenarbeit mit der Hotellerie und der Gastronomie Pauschalarrangements zur Bergkirchweih angeboten. Erlangen präsentierte sich als gastfreundliche und fränkische lebensfrohe Metropole.

Rückblick auf 2004

Es war wie jedes Jahr ein trauriger und bewegender Moment, als am Montag Abend gemessenen Schrittes das letzte Fass zu Grabe getragen wurde.

Die Kapelle spielte dazu traditionsgemäß, die Bergfans winkten mit tausenden Taschentüchern und so manche Träne kullert über die Wangen eingefleischter Kirchweihbesucher.

Oben auf dem Keller hoben die Helfer ein tiefes Loch aus, das Fass wurde mit der Klobürste bespritzt, und als es im Grabe lag, gossen alle noch ein paar Schluck Kirchweihbier drüber. Dann wurde zugeschaufelt, nicht ohne das Versprechen, das Fass nächstes Jahr wieder ans Tageslicht zu holen.

Als schließlich die Kapelle noch das obligatorische Abschiedslied
„Lili Marleen“ intonierte, war sie endgültig zu Ende – die 249. Bergkirchweih.

Ganze fünf Schläge mit dem Holzhammer brauchte der Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, Siegfried Balleis, um pünktlich um 17 Uhr das erste Kitzmann-Fass anzustechen und damit eines der schönsten Volksfest Bayerns zu eröffnen.

Die ersten Maßen gingen wie es sich gehört natürlich an die Prominenz. Balleis´ Gattin, Eberhard Irlinger und Brauereichef Peter Kitzmann durften unter anderen als erste das kühle Bergkerwabier verkosten.


Der erste Tag zeigte schon deutlich, was sich die nächsten zwei Wochen am "Berch" abspielt. Die Keller waren gut gefüllt, das goldene Nass floss in Strömen und auch die Budenbesitzer konnten zufrieden sein.

Zahlreiche prominente Besucherinnen und Besucher – unter ihnen heuer der Siemens-Chef Heinrich von Pierer, die Spitze der Friedrich-Alexander-Universität, der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag Joachim Herrmann, Nürnbergs OB Ulrich Maly, der Fürther OB Dr. Thomas Jung, der Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt Eberhard Irlinger und politische Prominenz aus dem gesamten Großraum, amtierende und Altoberbürgermeister inbegriffen sowie mehrere Ehrenbürger der Stadt – waren anwesend, um der Grande Dame unter den Volksfesten ihre Aufwartung zu machen.

Bis zum Schlussritual, dem Eingraben des letzten Fasses am 7. Juni 2004, rechnen die Veranstalter mit rund einer Million Gäste. Um eines der größten transportablen Riesenräder des Kontinents, das seit Jahren das weithin sichtbare Wahrzeichen des Festes ist, scharen sich heuer 15 Festwirte und fast 100 Karussells, Schau-, Los- und Imbissbuden sowie andere Vergnügungseinrichtungen für Jung und Alt.

OB Balleis ließ es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen zu lassen, zumindestens einen Teil seiner Dienstgeschäfte „höheren Orts“ zu verrichten, wo „Stadtratsmehrheit und Opposition gleichermaßen auf harten Bänken sitzen“. „Denn in dieser herrlichen Atmosphäre“, so Balleis, „lassen sich auch schwierige Dinge oftmals besser und freimütiger besprechen als in nüchternen Sitzungsräumen.“

Die Öffnungszeiten des Massenspektakels waren gegenüber dem Vorjahr unverändert von 10.00 bis 23.00 Uhr. An den Pfingstfeiertagen bzw. am Sonntag öffnete der Amüsierbetrieb sogar schon ab 9.30 Uhr seine Pforten.

Das Bergbier war süffig und würzig und speziell für "das beliebteste fränkische Volksfest", die Erlanger Bergkirchweih, eingebraut mit einem Stammwürzegehalt von stolzen 13,4 Prozent und einem Alkoholgehalt von 5,9 Prozent vol. Die Maß Bier kostete 2005 6,50 Euro ohne Bedienung.

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