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Dr. Dieter Rossmeissl

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Kulturbrief-Archiv 2006

Abschied mit Optimismus



Liebe Erlangerinnen und Erlanger,

über die künftige Nutzung des ehemaligen Siemens-Gebäudes an der Gebbertstraße ist mittlerweile die Entscheidung gefallen.
Der Stadtrat hat festgelegt, dass dort künftig vor allem das Stadtarchiv eine neue Heimat finden soll.

Erfreulich daran ist, dass für die Bestände des „städtischen Gedächtnisses“ damit eine bessere Unterbringung möglich wird, wenn auch weniger funktional als der vom Kulturreferat vorgeschlagene Neubau.
Ärgerlich ist jedoch, dass damit die Chance für ein zukunftsfähiges Ausstellungsprojekt und damit fünf Jahre Planungsarbeit sowie ein paar Hundertausend Euro Planungskosten einfach zu den Akten gelegt werden.

Ich habe den Stadtrat darauf hingewiesen, dass man nicht zugleich von einer Spitzenposition als „Bundeshauptstadt für Medizin“ träumen kann, wenn man sich in der lebhaften Konkurrenz der Städte um Profil und Standortmarketing nicht den Erfolg eines Projektes zutraut, das eben dieses Ziel verfolgt.

Jetzt soll ein Runder Tisch untersuchen, was sich mit den frei werdenden Räumen am Altstädter Kirchenplatz und den Restflächen an der Gebbertstraße anfangen lässt. Zugleich gibt es Überlegungen, ein weiteres Amt in das ehemalige Siemens-Gebäude zu verlagern, so dass kaum noch freie Flächen verbleiben, über deren Nutzung man reden kann. Von einem „Museumswinkel“ sollte man nach dieser Entscheidung jedoch nicht mehr sprechen. Wer hat eine neue Namensidee für den Winkel?

Auch über die Auswahl von Kunst für das sanierte Rathaus konnte sich der Stadtrat noch nicht mit der Projektgruppe verständigen, die unter Leitung des Baureferats Vorschläge erarbeitet hatte. Jetzt ist alles wieder an den Kulturausschuss zurück verwiesen, der sich vor allem zum Verhältnis von regionaler und „internationaler Kunst“ Gedanken machen soll.

Grund zum Feiern hat dagegen das Jugendamt, das am 11. Dezember seinen 80. Geburtstag im E-Werk begeht. Ich gratuliere zu anhaltend erfolgreicher Arbeit!

Im ersten Dezember-Teil haben die Schützen Geburtstag, und die sind – wer dran glauben mag – Optimisten.
Also stellen wir fest:
Jedem Scheitern wohnt die Chance zu Neuem inne. Oder biblischer formuliert: „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.“

So wünsche ich Ihnen eine friedliche Zeit, ein möglichst stressfreies Weihnachtsfest (von „Besinnung“ traue ich mir angesichts der allgemeinen Hektik schon gar nicht mehr zu sprechen!) und einen schönen Start in ein gutes neues Jahr!

In diesem Sinn und mit freundlichen Grüßen
Ihr
 
Dr. Dieter Rossmeissl
Berufsmäßiger Stadtrat
Referent für Kultur, Jugend und Freizeit


 



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