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Entwicklungsplanung öffentliche kulturelle Gebäude in der historischen Innenstadt Erlangen




Was ist das Ziel der Entwicklungsplanung?

Die Sanierung bzw. Erneuerung aller bisher genutzten öffentlich kulturellen Gebäude würde eine sehr große Summe kosten, die etwa in der Größenordnung von ca. 100 Mio. € zu sehen wäre. Um hier zu wirtschaftlichen Lösungen zu kommen, ist es erforderlich, darüber nachzudenken wie viele Räume tatsächlich von den einzelnen Einrichtungen benötigt werden, welche Institutionen Räume z.B. gemeinsam oder im Wechsel nutzen zu können und wie künftig neben den Baukosten auch die Folgekosten, wie zum Beispiel Heizungskosten, gespart werden können. Das heißt, die Entwicklungs-planung muss einen Weg aufzeigen, wie künftig weniger „Nebeneinander“ und mehr „Miteinander“ möglich wird. Erhöhte Wirtschaftlichkeit und Gewährleistung einer angemessenen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit kulturellen bzw. soziokulturellen Angeboten ist in Zukunft das zentrale Ziel der Entwicklungsplanung öffentliche kulturelle Gebäude in der historischen Innenstadt Erlangen.

Wer ist für die Entwicklungsplanung verantwortlich?

Innerhalb der Stadtverwaltung ist das Referat VI Stadtplanung und Bauwesen, in enger Abstimmung mit dem Referat IV Kultur, Jugend und Freizeit, federführend für die Entwicklungsplanung öffentliche kulturelle Gebäude in der historischen Innenstadt Erlangen. Der Stadtrat der Stadt Erlangen hat das Konsortium D I S Dürsch Institut für Stadtentwicklung und IKS Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen gGmbH Ende des Jahres 2007 damit beauftragt, zur Entwicklungsplanung öffentliche kulturelle Gebäude in der historischen Innenstadt Erlangen ein Gutachten zu erstellen.

Was soll im Rahmen der Entwicklungsplanung untersucht werden?

Gegenstände des Gutachtens zur Entwicklungsplanung öffentliche kulturelle Gebäude in der historischen Innenstadt Erlangen sind insbesondere folgende Gebäude bzw. Einrichtungen:

  • Stadtmuseum, Martin-Luther-Platz,
  • Frankenhof (Freizeitzentrum und Hallenbad), Südliche Stadtmauerstraße,
  • Egloffstein’sches Palais in der Friedrichstraße 19 (VHS),
  • Städtische Sing- und Musikschule in der Friedrichstraße 35
  • Ursprüngliches Fabrikgebäude der ehem. FirmaReiniger, Gebbert & Schall,Gebbertstraße 1, das der Stadt Erlangen von der Fa. SIEMENS übereignet wurde.
  • In die Gesamtbetrachtung mit einbezogen werden das Markgrafentheater und das Kulturzentrum E-Werk.

Zur Aufgabenstellung an die Gutachter des Konsortiums D I S Dürsch Institut für Stadtentwicklung, IKS Institut für kulturelle Infrastruktur Sachsen gGmbH und der renommierte Innenarchitekt Prof. Martin Bauer als Fachberater gehören folgende Arbeitsschritte:

Identifikation

Sichtung und vergleichende Analyse vorliegender Datenmaterialien sowie Erhebung neuer Daten
Januar - März 2008

Kommunikation

Kommunikation I
Intensive Auseinandersetzung mit den beteiligten Akteuren im Kulturbereich: Arbeitsmethodik, Leitbilder der einzelnen Institutionen, Möglichkeiten der Vernetzung zwischen den Institutionen
Kommunikation II
Intensive Auseinandersetzung mit beteiligten Akteuren im politischen Feld.

April 2008

 

 

 

Zwischen-Konzeption

Erstes Leitbild, Grundlagen eines Maßnahmenplanes
Mai 2008

Zwischenstands-Präsentation

Information und Diskussion in politischen Gremien
Juni 2008

Endgültige Konzeption

Juni - September 2008

Übergabe der Konzeption

Oktober 2008

Öffentliche Vorstellung und Diskussion

November 2008

Die Gutachter haben zum Jahresbeginn damit begonnen, die zu untersuchenden öffentlichen kultu-rellen Gebäude selbst, sowie die Beziehungen mit den weiteren Einrichtungen, vor allem dem E-Werk, dem Palais Stutterheim und dem Markgrafentheater, zu untersuchen. Wesentliche Ergebnisse des Arbeitsstandes zur Analyse haben die Gutachter in einer Zusammenfassung schriftlich dokumentiert.

Die Analyse kann im Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung eingesehen werden. Telefonische Anmeldung unter 09131/86-1305 oder 09131/86-1336

Mit der Zwischenstandspräsentation am 30. Juni 2008 unter Einbeziehung der Öffentlichkeit, wurden zugleich die interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich am Diskussionsprozess zu beteiligen. Die Zwischenstandspräsentation zeigt erstmalig einen möglichen Weg auf, wie die Entwicklungsplanung öffentliche kulturelle Gebäude in der historischen Innenstadt Erlangen konzeptionell ausgerichtet sein könnte:

  • Konzentration und Bündelung der Einrichtungen im Frankenhof, im Egloffstein’schen Palais (VHS) sowie Städtische Sing- und Musikschule in der Friedrichstraße 35. Als möglicher Standort hierzu wird das Areal des Frankenhofes diskutiert. Die im Frankenhof bisher untergebrachten sozialen und kulturellen Einrichtungen könnten damit erhalten und in ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept integriert werden.
  • Konzentration und Bündelung der Einrichtung des Stadtmuseums und des geplanten Wissensmuseums. Als möglicher Standort hierzu ist das Areal des Stadtmuseums am Martin-Luther-Platz in der Diskussion. Durch eine Aufwertung des Areals des Stadtmuseums könnten zwei Erfolge gleichzeitig erreicht werden: das bestehende Stadtmuseum würde als Aus-stellungseinrichtung der Stadt Erlangen eine zukunftsweisende Optimierung erfahren. Die Bündelung mit dem geplanten Wissensmuseum würde helfen Kosten und Aufwand zu sparen.
  • Neubaulösung für das Stadtarchiv an einem geeigneten Standort, anstelle einer Unter-bringung im ehemaligen Fabrikgebäude an der Gebbertstraße. Dieses Gebäude würde damit als Dach für ein „Creative Development“, z.B. für kreative Berufe aber auch wissenschaftliche Zwecke frei sein.
  • Die erforderliche umfangreiche und kostenaufwändige Sanierung des Egloffstein’schen Palais könnte unter dem Gesichtspunkt einer teilprivaten Nutzung angedacht werden, wobei die Stadt in untergeordnetem Umfang auch weiterhin attraktive Räume wie den Rokokosaal nutzen kann. Eine Weiternutzung des Egloffstein’schen Palais primär durch die Volkshoch-schule ist vor allem aufgrund fehlender Sanitäreinrichtungen, Barrierefreiheit sowie unzurei-chender technischer und akustischer Ausstattungsmerkmale zahlreicher Räume schwierig.
  • Die erforderliche und ebenfalls kostenaufwändige Sanierung des Gebäudes Friedrichstraße 35 könnte vollständig durch privates Engagement erfolgen, zumal sich das Gebäude z.B. für Büro- oder Institutsnutzung eignen würde. Eine Weiternutzung durch die Städtische Sing- und Musikschule ist allein schon aus Gründen der fehlenden Schallschutz- und Akustikausstattung im Gebäude Friedrichstraße 35 problematisch.

Zum Download der Powerpoint-Präsentation vom 30. Juni 2008 (PDF-Datei)

Relevante Einsparungen lassen sich nur durch eine gezielte Konzentration erreichen. Das Einspa-rungspotenzial soll zur Aufrechterhaltung eines attraktiven Kulturbetriebes eingesetzt werden und nicht umgekehrt: ein zu hoher Aufwand darf nicht den Etat für den laufenden Kulturbetrieb schmälern.

Für das Markgrafentheater schlägt das Konsortium eine kompakte und nicht so teuere Lösung im Bereich der Bühne vor. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine vorausgehende Einigung mit der Universität, um eine effizientere Ausnutzung der besagten Fläche zwischen dem Markgrafentheater und dem Botanischen Garten zu erreichen. Das Stutterheim’sche Palais, für das nach der Sanierung die Nutzung als Stadtbibliothek sowie als städtische Galerie geplant ist, sowie das E-Werk, das als Kultur- und Freizeitzentrum vor allem für jüngere und junggebliebene Bürgerinnen und Bürger seinen festen Platz gewonnen hat, werden in das abgestimmte Gesamtkonzept aller öffentlichen kulturellen Einrichtungen aufgenommen.



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