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Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

mp3 - Musik-Datenpakete werden "verschlankt"



Die besonders bei jungen Menschen so überaus beliebten MP-3-Player sind in ihrer Kapazität begrenzt. Ein dreidimensionales Hörerlebnis lässt sich damit bislang nicht vermitteln. Für den so genannten „Surround-Sound“ benötigt man riesige Datenpakete. Wenn man wie im Kino die Klangflut von allen Seiten auf sich einwirken lassen will, muss zuvor der Tontechniker Dutzende von Mikrofonaufnahmen abmischen, aus denen Dateien erstellt werden. Die werden dann über sechs Kanäle ausgestrahlt. Ein gewöhnliches Pop-Konzert füllt eine Audio-DVD. Die kann man sich zu Hause oder im Auto mit den gängigen Anlagen anhören. Für das immer beliebter werdende Internet-Radio oder zur Speicherung auf dem MP3-Player sind die Datenmengen zu groß.

Diesem Problem hat sich das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen angenommen. Zusammen mit Ingenieuren aus der Wirtschaft haben sie einen neuen Weg gefunden, um die Datenpakete schlanker werden zu lassen. Auf der kommenden Cebit wollen sie ihre Entwicklung vorstellen.  Dabei reduziert eine Software den Datenstrom auf ein Stereosignal. Dabei werden Zusatzinformationen mit gespeichert. Anschließend wird die Datei komprimiert und übertragen  Der Empfänger liest die Zusatzinformationen  wieder aus und kann mit ihrer Hilfe das Original „annähernd“ wieder herstellen.  Das neue Verfahren „MP3 Surround“ ist die Multikanalerweiterung des Audiokom-Pressionsstandards  MP3“, so Matthias Rose vom Erlanger Institut.

Ausgangspunkt ist: MP3 reduziert den Datenstrom. Diejenigen Signalanteile, die für das menschliche Ohr gar nicht oder nur schlecht wahrnehmbar sind, werden ungenau, dafür aber Platz sparend abgespeichert. Dazu kommen die die Zusatzinformationen für die verschiedenen Kanäle  - beispielsweise die Differenzen der Laufzeiten der Audiosignale zwischen den Lautsprechern oder die Lautstärke-Unterschiede  Die Software verpackt das codierte Stereosignal sowie die Soundparameter in eine MP3-Surround-Datei, dann verschickt oder abgespeichert werden und von jedem MP3-Player abgespielt werden kann. Der Rundumklang kommt allerdings nur zum Tragen, wenn das Gerät einen MP3-Surround-Chip besitzt und zudem an sechs Boxen angeschlossen ist. Sonst hört der Besitzer die Musik wie bisher in Stereo.

Die praktische Umsetzung der neuen Technik hat bereits begonnen. Entsprechende Geräte sind schon auf dem Markt. Gleiches gilt für erste DVDs. Große Unterhaltungskonzerne haben Lizenzen erworben. Dennoch gehen die Mitarbeiter des Erlanger Instituts davon aus, dass die praktische Umsetzung genau so viel Zeit brauchen wird wie einst der Übergang von Mono zu Stereo. Mittlerweile lässt sich  das Surround-Erlebnis mit technischen Tricks sogar über Kopfhörer vermitteln. Und die Erlanger Tüftler arbeiten inzwischen an einem Gerät, das aus gewöhnlicher Stereo-Musik das  Rundumklangerlebnis heraus holt und sogar als Datei abspeichert. In Erlangen hofft man, dass bald „MP3  Surround so selbstverständlich sein wird wie heute Stereo“. (Quelle: Horst Schinzel - linkszeitung)

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