Einstufung der gesundheitlichen Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder
Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand gibt es nach Einschätzung der internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation vom 31.05.2011 für den Menschen begrenzte Hinweise auf eine krebserregende Wirkung elektromagnetischer Felder. Eine erste Bewertung dieser neuen Einstufung durch die IARC können Sie auf den Seiten des Bundesamtes für Strahlenschutz lesen. Aus Vorsorgegründen empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz eine Verringerung der individuellen Belastung mit eltktromagnetischen Feldern. Hierzu gehört insbesondere auch der restriktive Umgang mit Mobiltelefonen.
8. Runder Tisch Mobilfunk
Auf Einladung der Stadt Erlangen hat am 03.03.2011 wieder der "Runde Tisch Mobilfunk" getagt, um aktuelle Themen und Anliegen zu besprechen. Dazu eingeladen waren auch die Fraktions- und Ortsbeiratsvorsitzenden. Ein wesentliches Ziel des jährlich stattfindenden Treffens ist es, größtmögliche Transparenz über die Aktivitäten der Mobilfunknetzbetreiber zu erhalten, einen „Wildwuchs“ von Mobilfunkanlagen zu verhindern und die Belastungen der Bürgerinnen und Bürger mit elektromagnetischen Feldern so gering wie möglich zu halten, hierfür wird angestrebt, bei sensiblen Bereichen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen den gesetzlichen Grenzwert für Sendeanlagen mindestens um den Faktor 10 zu unterschreiten.
Sowohl Oberbürgermeister Siegfried Balleis wie auch Umweltreferentin Marlene Wüstner legten in ihren Einführungen großen Wert darauf, dass der weitere Netzausbau wie bisher im Dialog stattfinden und die Öffentlichkeit frühzeitig in Kenntnis gesetzt werden solle. So informiert das Umweltamt auf der Homepage der Stadt laufend über die aktuellen Planungen. Zudem wird regelmäßig im Umweltausschuss berichtet.
Bedingt durch den weiter stark wachsenden Markt für Mobilfunkgeräte, den künftig zusätzlichen Einsatz der LTE-Technik (Long-Term-Evolution) für noch höhere Datenraten sowie die Umstellung des Behördenfunks auf Digitaltechnik, die bis 2013 vollzogen werden soll, wird auch der Netzausbau weiter voranschreiten. Wie die Vertreter der Mobilfunkanbieter aber unisono betonten, fokussiert sich die derzeitige Standortsuche in der Hauptsache auf den ländlichen Raum. Im Stadtgebiet, wo sich derzeit bereits 89 Mobilfunkstandorte befinden, kann dem wachsenden Bedarf mit dem Ausbau bestehender Anlagen weitgehend entsprochen werden. Lediglich für neun Gebiete werden derzeit neue Standorte gesucht bzw. bestehen Planungen für Standortnachrüstungen. Eine Übersicht der Planungen findet sich über den untenstehenden Link.
Herr Mehnert vom Landesamt für Umwelt berichtete über den momentanen Stand der Mobilfunkanwendungen und der Mobilfunktechnik und gab seine Einschätzungen über mögliche Entwicklungen wieder. So existieren in Deutschland mittlerweile rund 100 Millionen, weltweit ca. 5,4 Milliarden, Mobilfunkverträge. Es sei eine deutliche Tendenz zu immer mehr Endgeräten und einem damit ständig steigenden Datenaufkommen, erkennbar.
Im Rahmen der regelmäßigen Mobilfunkmessungen wurden im Jahr 2010 Messungen in Eltersdorf, Alterlangen und der Innenstadt durchgeführt. Wie der zuständige Sachverständige, Prof. Matthias Wuschek, mitteilte, wurde dabei bei den Kindergärten und Schulen das Ziel des Rundes Tisches Mobilfunk, den gesetzlichen Grenzwert mindestens um den Faktor 10 zu unterschreiten, jeweils erreicht. Im Einzelnen können die Messungen über den untenstehenden Link nachgelesen werden.
Auf den aktuellen medizinischen Forschungsstand ging der Leiter des Gesundheitsamtes Erlangen, Peter Lederer, ein. Auch die weltweit bisher größte Studie mit einem Beobachtungszeitraum von zehn Jahren stützt die subjektiven Einschätzungen vieler Menschen, wonach elektromagnetische Felder gesundheitliche Gefährdungen darstellen, nicht. Dennoch sieht Lederer weiteren Forschungsbedarf. So lange die Datenlage nicht eindeutig ist, rät die Wissenschaft, so Lederer, gerade in Hinblick auf die Nutzung des Mobiltelefons durch Kinder zur Vorsicht.
Vierter Bericht der Bundesregierung über die Forschungsergebnisse in Bezug auf die Emissionsminderungsmöglichkeiten der gesamten Mobilfunktechnologie und in Bezug auf gesundheitliche Auswirkungen (Januar 2011)
Es wird über den aktuellen Stand der Forschung berichtet und Minimierungsmöglichkeiten für hochfrequente elektromagnetische Felder aufgezeigt. Die bestehenden Grenzwerte werden für ausreichend gehalten. Wissenschaftliche Unsicherheiten bestehen dagegen bezüglich der Frage zu möglichen Langzeitrisiken für Handynutzungszeiten von mehr als 10 Jahren, und ob Kinder stärker durch hochfrequente elektromagnetische Felder exponiert sind oder empfindlicher reagieren als Erwachsene. Der vollständige Bericht kann über den untenstehenden Link aufgerufen werden.
BOS-TETRA-Digitalfunk
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) wie Feuerwehren, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk, Bundes- und Landespolizei werden künftig deutschlandweit über ein gemeinsames digitales Behördenfunknetz verfügen, das auf dem internationalen TETRA-Standard (terrestrial trunked radio) basiert. TETRA-Digitalfunk kommt derzeit weltweit in mehr als 100 Staaten zum Einsatz und wird in Deutschland bereits regional für den Betriebsfunk von Verkehrs- und Energieversorgungsunternehmen genutzt. Im Unterschied zu den klassischen Mobilfunksystemen ermöglicht die neue Technik eine GPS-unterstützte Einsatzsteuerung sowie Gruppenkommunikation. Weiterhin zeichnet sich das System durch schnellen Verbindungsaufbau (unter 0,5 s), Prioritätsrufe sowie Alarmierungsmöglichkeiten aus. Hinzu kommen Abhörsicherheit durch Verschlüsselung, Telefon-Funktionen und ein Gerätemodus, der direkte Kommunikation zwischen mobilen Endgeräten zulässt (direct mode). Zudem gibt es für kritische Einsatzsituationen eine Notruffunktion mit GPS-Ortung. In Bayern und Baden-Württemberg werden insgesamt ca. 1.650 TETRA-Basisstationen errichtet und im Gegenzug ca. 6.000 analoge BOS-Funkanlagen abgebaut. Das TETRA-Digitalfunknetz ist zellulär aufgebaut, wobei die einzelnen Funkzellen weitmaschiger sind als beim Mobilfunk. Die Innenversorgung größerer Objekte wie z. B. Bahnhöfe oder Tunnelanlagen, die vom Digitalfunknetz nicht ausreichend versorgt werden, kann über objekteigene Basisstationen oder Funkverstärker realisiert werden. Die Reichweite einer Sendestation liegt zwischen 4 bis 5 km im städtischen Gebiet und 10 bis 25 km im ländlichen Raum. TETRA ist dem GSM-Standard ähnlich: Es unterteilt wie GSM jeden Funkkanal nach dem Zeitmultiplexverfahren in einzelne Zeitschlitze, so können pro Kanal bis zu 4 Gespräche gleichzeitig übertragen werden. Verkehrskanäle werden bedarfsorientiert zugeschaltet. Bei TETRA werden ebenfalls uplink und downlink über unterschiedliche Funkkanäle realisiert (Frequenzduplex). So kann ein Gerät gleichzeitig senden und empfangen. In Deutschland wurden für TETRA Frequenzen im Bereich 380-400 MHz zugewiesen. Für diesen Frequenzbereich beträgt der gesetzliche Grenzwert 27,5 V/m für die elektrische Feldstärke bzw. 2 W/m2 für die Leistungsflussdichte. Basisstationen von TETRA-Digitalfunknetzen müssen die gesetzlichen Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung einhalten. Die BOS-Funkrichtlinie begrenzt die maximale Sendeleistung einer BOS-TETRA-Basisstation auf 519 W (EIRP). Daraus lässt sich ein maximaler Sicherheitsabstand in Hauptstrahlrichtung von 4,5 m errechnen. Der tatsächliche Sicherheitsabstand einer solchen Anlage liegt mit 2 bis 3 m deutlich darunter. In der Regel verwenden Basisstationen eine Sendeleistung von 20 W pro Kanal. Die Sendeleistung der leistungsgeregelten Handfunkgeräte beträgt 30 mW bis maximal 1 W, je nach Empfangsqualität am Einsatzort. Das TETRA-System erfüllt alle europäischen Anforderungen zum Gesundheitsschutz. Die Zulassung jeder einzelnen BOS-Basisstation wird durch eine Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur dokumentiert. Ergänzend zu den vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen führt das Bundesamt für Strahlenschutz in Zusammenarbeit mit den Nutzern des digitalen Behördenfunks mehrere Studien durch. Quelle: LUBW/LFU "Elektromagnetische Felder im Alltag"
Geplanter Mobilfunkmast in Spardorf
T-Mobile plant auf dem Gemeindegebiet von Spardorf einen Mobilfunkmast zu errichten. Vorgesehen ist dafür ein Standort im Wald, der sich ca. 117 nordöstlich der nächstgelegenen Bebauung in der Eskilstunastraße in Sieglitzhof befindet. Der Abstand zur nächsten Schule, dem Emil-von-Behring-Gymnasium, beträgt ca. 248 m. Der geplante Standort soll die Anlage auf dem ehemaligen Gelände der Ziegelei in Spardorf ersetzen. Die Berechnungen des Netzbetreibers ergeben, dass sowohl bei der Schule als auch bei der nächsten Bebauung in Sieglitzhof durch den geplanten Standort Immissionen auftreten werden, die weniger als 10 Prozent des gesetzlichen Grenzwertes nach der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung betragen. Sollten die Planungen umgesetzt werden, beabsichtigt die Stadt Erlangen diese Prognose durch eine Mobilfunkmessung in Sieglitzhof und an der Schule zu überprüfen.
Mobilfunkbasisstation Webichgasse 1
Am 24.06.2010 hatte sich Her Oberbürgermeister Dr. Balleis schriftlich an den verantwortlichen Mobilfunknetzbetreiber Telefonica O2 Germany GmbH & Co. OHG gewandt. Ziel war es, den Netzbetreiber zu einer Verlegung der Sendeanlage in der Webichgasse 1 zu bewegen. Wie O2 nun schriftlich mtgeteilt hat, kommt eine Verlegung der Antenne nicht in Frage. Der Netzbetreiber begründet dies damit, dass für eine Mobilfunkversorgung von ganz Eltersdorf eine zentralge Lage der Anlage erforderlich sei und daher eine Verlegung an den Ortsrand bzw. in die Weinstraße, ausscheide.
Informationsveranstaltung Mobilfunk in Eltersdorf
Am Dienstag, 27.07.2010, fand um 20:00 Uhr in der Turnhalle der Grundschule, Tucherstraße 16, eine Informationsveranstaltung zum Thema Mobilfunk statt. Es fanden sich ungefähr 200 Besucher ein. Herr Oberbürgermeister Dr. Balleis und die Umweltreferentin Frau Wüstner erläuterten die Vorgeschichte der Sendeanlage in der Webichgasse 1 und verwiesen darauf, dass in Erlangen bereits im Jahr 2001 ein Runder Tisch Mobilfunk auf freiwilliger Basis eingerichtet wurde. Im Runden Tisch wurde vereinbart, dass bei der Neuerrichtung von Sendeantennen neben einer Anlagenkonzentration die Minimierung der Belastung mit elektromagnetischen Feldern, insbesondere die Freihaltung von sensiblen Bereichen mit Sendeanlagen, angestrebt wird. Hierfür soll bei Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Altenheimen der gesetzliche Grenzwert um den Faktor 10 unterschritten werden.
Nachdem von Vertretern der Bürgerinitiative Eltersdorf (BI) die Meinung geäußert wurde, dass die Sendeantenne baugenehmigungspflichtig ist, wurde durch Herrn von Lackum vom Bauaufsichtsamt der Stadt Erlangen die Frage der Genehmigungspflicht erläutert. So wurde durch die oberste Baubehörde in Bayern nochmals schriftlich bestätigt, dass Sendemasten bis zu einer Höhe von 10 m, gemessen von der Dachhaut bis zur Mastspitze, verfahrensfrei sind und somit keiner Baugenehmigung bedürfen. Diese Regelung gilt damit auch für den Sendemast in der Webichgasse 1. Herr von Lackum führte weiter aus, selbst wenn man davon ausgehen würde, dass die Sendeanlage nicht verfahrensfrei sei, müsste eine Baugenehmigung für die Anlage erteilt werden, da der Mast als nichtstörender Gewerbebetrieb in einem Dorfgebiet und auch in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig sei. Mit einer Nutzungsuntersagung wäre daher nichts erreicht. Die Stadt sähe sich vielmehr berechtigten Schadensersatzforderungen ausgesetzt, die letztendlich aus Steuergeldern beglichen werden müssten. Entgegen der von Vertretern der BI geäußerten Auffassung, dass die elektromagnetischen Felder von Mobilfunkanlagen für den Menschen gesundheitsschädlich sind, verwiesen Herr Prof. Dr. med. Drexler vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität und Herr Dr. med. Lederer, Leiter des Gesundheitsamtes, darauf, dass man aufgrund des aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstandes davon ausgehen könne, dass die Mobilfunktechnik bei Einhaltung der Grenzwerte für den Menschen keine Gesundheitsgefahr darstelle.
Herr Prof. Dr.-Ing. Matthias Wuschek, Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für "Elektromagnetische Umweltverträglichkeit", verwies darauf, dass der Netzbetreiber durch die Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur die Einhaltung der Grenzwerte nachweise. Er wurde als Gutachter darüber hinaus vom Umweltamt der Stadt Erlangen beauftragt, die Immissionssistuation vor Ort durch Feldstärkemessungen zu überprüfen. Es sollte auch festgestellt werden, ob beim Kindergarten und bei der Schule die Vorgabe des Runden Tisches, den gesetzlichen Grenzwert mindestens um den Faktor 10 zu unterschreiten, eingehalten wird. Es wurde an 5 Punkten gemessen. Die festgestellten Werte lagen zwischen 16,44 % und 0,36 % des gesetzlichen Grenzwertes. Am Kindergarten in der Anna-Goes-Straße betrugen die maximalen Immissionen die ermittelt wurden 7,85 % und an der Schule in der Ebnerstraße 0,36 % des zulässigen Wertes. Damit wird auch das Ziel des Runden Tisches erreicht, bei Schulen und Kindergärten den in Deutschland zulässigen Grenzwert mindestens zehnfach zu unterschreiten.
Auf Nachfrage der BI stellte Herr Neubauer vom Umweltamt klar, dass der Stadt Erlangen aktuell keine Planungen eines Netzbetreibers für einen neuen Mobilfunkstandort in Eltersdorf vorliegen.
7. Sitzung des "Runden Tisches Mobilfunk"
Die Mitglieder des „Runden Tisches Mobilfunk“ trafen sich am 01.12.2009 zu ihrer siebten Sitzung im Verwaltungsgebäude Schuhstraße 40, der Stadt Erlangen. Neben dem Oberbürgermeister, Herrn Dr. Balleis, der Umweltreferentin, Frau Wüstner, nahmen Vertreter der Stadtratsfraktionen, der Ortsbeiräte, der Mobilfunknetzbetreiber und Fachleute aus Verwaltung, Gesundheitswesen und Wissenschaft an der Sitzung teil. Die Mobilfunknetzbetreiber berichteten über ihre aktuellen Ausbauplanungen. So sind z. B. eine Verlagerung des bestehenden Mobilfunkstandortes im Eltersdorfer Gewerbegebiet, ein Sendemast in Büchenbach an der Auffahrt zum Adenauerring und einer an der Autobahnauffahrt in Frauenaurach geplant.
Herr Prof. Dr. Wuschek berichtete über die in den Jahren 2008 und 2009 in Erlangen durchgeführten Mobilfunkmessungen. Durch das FEE-2-Projekt (Folgeprojekt zur Förderung der Erfassung elektromagnetischer Felder) hat die Bayerische Staatsregierung in den Jahren 2008 und 2009 Mobilfunkmessungen in Erlangen gefördert. Daneben wurden Messungen durch das Umweltamt der Stadt Erlangen und die Bundesnetzagentur beauftragt bzw. durchgeführt. Die Netzbetreiber wurden über den Zeitpunkt der Messung nicht informiert. Alle Messungen haben gezeigt, dass die Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung deutlich unterschritten werden. Auch beim Kindergarten St. Heinrich in Alterlangen (Sendeanlage Möhrendorfer Straße 42) lag das Messergebnis bei weniger als 10 % des gesetzlichen Grenzwertes. Die Messberichte sind auf den Internetseiten der Stadt Erlangen veröffentlicht.
Herr Mehnert vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LFU) erläuterte in einem Vortrag die Mobilfunktechnik und die Ergebnisse von Mobilfunkmessungen in Bayern. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 100 Mio. Mobilfunkverträge. Neben Messungen, die mit einem Messfahrzeug im ganzen Freistaat durchgeführt werden, die dritte Messkampagne steht für Ende 2010 an, verleiht das LFU an Privatpersonen ein Dosimeter, das die individuelle Belastung mit elektromagnetischen Feldern über einen bestimmten Zeitraum aufzeichnet. Darüber hinaus berät das LFU Behörden und Bürger u. a. in Sachen Mobilfunk. Herr Mehnert erläuterte, dass das Handy am Ohr deutlich stärkere Leistungsflussdichten erzeugt (Faktor 1000 bis 2,5 Mio.), als ein in der Nähe befindlicher Mobilfunkmast. Bereits wenige Minuten Handytelefonat entsprechen von der Belastung her dem Aufenthalt von einem Tag in der Nähe einer Mobilfunkbasisstation. Je besser die Funkverbindung zur Basisstation ist, desto geringer sind die Sendeleistungen von Handy und Basisstation und damit auch die Belastung beim Telefonieren. Daneben ist die Höhe der Immissionen auch noch von anderen Faktoren wie Sendeleistung, Strahlbündelung der Antenne, Abstand zur Antenne, Hindernissen und Anzahl der Benutzer, abhängig. Die Grenzwerte für elektromagnetische Felder in Deutschland orientieren sich an Empfehlungen von internationalen Gremien wie der WHO und der nationalen Strahlenschutzkommission.
Herr Dr. Lederer, Leiter des Gesundheitsamtes Erlangen, berichtete über das Deutsche Mobilfunkforschungsprogramm und den aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung zu möglichen gesundheitlichen Risiken des Mobilfunks. So gibt es mittlerweile über 20.000 wissenschaftliche Arbeiten und zahlreiche Studien zum Thema und jährlich kommen einige hundert neue Arbeiten hinzu. Über 3.000 der bislang vorliegenden Untersuchungen befassen sich mit den Wirkungen hochfrequenter, auch gepulster, Felder, wie sie der Mobilfunk verwendet. Für den Frequenzbereich von UMTS zwischen 1.900 und 2.170 MHz, den neben dem Mobilfunk zahlreiche weitere Anwendungen nutzen, gibt es ebenfalls bereits rund 2.000 wissenschaftliche Studien. Aus den Studien insgesamt ergeben sich keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Gleichwohl wird jedoch noch weiterer Forschungsbedarf gesehen.
Mobilfunksendeanlage Möhrendorfer Straße 42
Von den Mobilfunknetzbetreibern O2 und T-Mobile wurde auf dem Anwesen Möhrendorfer Straße 42 eine Mobilfunkantenne für GSM und UMTS errichtet. Druch die Anlage werden die gesetzlichen Grenzwerte für elektromagnetische Felder nach der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung eingehalten. Im Kindergarten St. Heinrich wird nach einer Prognose eines Gutachters, entsprechend den Vorgaben des "Runden Tisches Mobilfunk", der gesetzliche Grenzwert um den Faktor 10 unterschritten. Diese Prognose soll durch eine Mobilfunkmessung überprüft werden. Die Messergebnisse werden auf den Seiten der Stadt Erlangen ebenso veröffentlicht, wie die Planungen für den nun realisierten Mobilfunkstandort Möhrendorfer Straße 42. Diese sind seit dem Jahr 2007 auf den Internetseiten der Stadt Erlangen zu finden.
Deutsches Mobilfunk Forschungsprogramm (DMF)
Von 2002 bis 2008 wurden zum Thema "Mobilfunk" Forschungsvorhaben aus den Bereichen „Biologie“, „Dosimetrie“, „Epidemiologie“ und „Risikokommunikation“ durchgeführt. Dabei wurde der Frequenzbereich bewusst breit gefasst und ging z. T. über den derzeit genutzten GSM und UMTS-Bereich hinaus. Ziel war es, grundsätzliche biologische Wirkungen und Mechanismen wissenschaftlich belastbar nachzuweisen und unter Einbeziehung internationaler Forschungsergebnisse deren gesundheitliche Relevanz abzuschätzen. Des Weiteren sollten mögliche Ursachen der Elektrosensibilität aufgeklärt werden. Es wurde angestrebt, dass die Ergebnisse Relevanz für den gesamten Bereich der Telekommunikation haben und möglichst auch für zukünftige Entwicklungen Aussagen zulassen. Die Ergebnisse wurden deshalb in Fachgesprächen mit anerkannten Wissenschaftlern und unter internationaler Beteiligung diskutiert und ausgewertet. Die Bewertung der Ergebnisse des DMF durch das BfS und durch die SSK wurden der Öffentlichkeit im Juni 2008 vorgestellt (Quelle BFS).
Systemtechniktausch des Netzbetreibers Telefónica O2 Germany
Durch den Netzbetreiber Telefónica O2 Germany wird bei verschiedenen Mobilfunkstandorten im Stadtgebiet zur Zeit die Systemtechnik ausgetauscht. Hierbei werden in der Regel bestehende Antennen durch neue ersetzt. Zu einer Standorterweiterung kommt es dabei nicht.
Langzeitstudie des Landesamtes für Umwelt (LFU)
Auch die zweite Messreihe des LFU belegt, dass bei ca. 400 Messpunkten in Wohngebieten die gesetzlichen Grenzwerte für elektromagnetische Felder deutlich unterschritten werden. Die vollständige Studie kann über dem untenstehenden Link aufgerufen werden.
Studie des Bundesumwltministeriums zeigt kein erhöhtes Krebsrisiko
Eine aktuelle sechsjährige Studie, die das Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben hat, belegt für Erwachsene keine erhöhte Krebsgefahr bei der Benutzung von Mobiltelefonen. Das Ministerium sieht daher keinen Grund die bestehenden Grenzwerte zu verschärfen. Informationen zur Studie erhalten Sie über den untenstehenden Link.
6. Sitzung des "Runden Tisches Mobilfunk"
Am 21.01.2008 fand in Erlangen die sechste Sitzung des Runden Tisches Mobilfunk statt. Neben dem Oberbürgermeister, Herrn Dr. Balleis, der Umweltreferentin, Frau Wüstner, nahmen Vertreter der Stadtratsfraktionen, der Ortsbeiräte, der Mobilfunknetzbetreiber und Fachleute aus Verwaltung, Gesundheitswesen und Wissenschaft an der Sitzung teil. Die Mobilfunknetzbetreiber berichteten über ihre aktuellen Ausbauplanungen. So sind z. B. in Alterlangen in der Möhrendorfer Straße und in der Bayernstraße Sendanlagen als Dachantennen geplant. In Büchenbach an der Auffahrt zum Adenauerring Nord sowie in Frauenaurach an der Anschlussstelle der A 3 sollen Mobilfunkmasten errichtet werden. Daneben wird im Bereich der Max-Planck-Straße ein Standort gesucht.
Herr Prof. Dr. Drexler, Leiter Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, erläuterte den aktuellen Forschungsstand zu den gesundheitlichen Aspekten des Mobilfunks. Laut Herrn Prof. Dr. Drexler geben die bisherigen Studien nach wie vor keinen Hinweis darauf, dass Mobilfunk die Entstehung von Krebs begünstigt. Ebenso gebe es keine Doppelblind-Versuche die einen Nachweis für Elektrosensivität führen könnten. Aus den momentan geschätzten 10.000 Publikationen zum Mobilfunk, lasse sich nach Herrn Prof. Dr. Drexler kein Hinweis auf die Schädlichkeit von Mobilfunk ableiten.
Im Weiteren Verlauf der Sitzung berichtete Herr Prof. Dr. Wuschek über eine Mobilfunkmessfahrt in der Innenstadt und in Tennenlohe bei der erstmals flächenbezogen elektromagnetische Felder von Sendeantennen und die eines Mobiltelefons erfasst wurden. Die gemessenen elektromagnetischen Felder lagen deutlich unter dem gesetzlichen Grenzwert. Eine Zusammenfassung der Messergebnisse finden Sie auf diesen Seiten im Bereich "Luft, Lärm und Mobilfunk". Außerdem wurde im Rahmen der Tagung die mangelhafte Breitbandversorgung in den westlichen Ortsteilen von Erlangen behandelt. Es ist nicht zu erwarten, dass die Telekom durch Investitionen in die Kabelinfrastruktur die Breitbandversorgung verbessert. Eine Alternative zu kabelgestützten Internet-Zugängen würden funkgestützte Systeme bieten. Die zu erwartenden elektromagnetischen Felder liegen bei dieser Variante unter denen von herkömmlichen Mobilfunksendeantennen.
Erstes Mobiltelefon und erstes Babyphone mit dem Blauen Engel ausgezeichnet
Wie das Umweltbundesamt in einer Pressemitteilung berichtet, wurde das erste Mobiltelefon und das erste Babyphone mit dem Blauen Engel für besonders strahlungsarme Geräte ausgezeichnet. Es handelt sich um den „BabyRuf MBF 3333“ der Firma Hartig+Helling aus Bochum und das „Kandy Mobile Handy-Paket für Kinder“ der Kandy Mobile AG in München. Weitere Informationen und neu ausgezeichnete Geräte finden Sie über den untenstehenden Link zum "Blauen Engel".
Nailaer Ärztestudie kann Mobilfunkmasten nicht verhindern
In einem Beitrag in der Bayerischen Staatszeitung geht die Landesanwaltschaft Bayern auf einen Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ein, wonach der Bau eines Mobilfunkmasten nicht mit Verweis auf die Ergebnisse der Nailaer Ärztestudie verhindert werden kann. Denn Beitrag und den Beschluss können Sie über die untenstehenden Links aufrufen.
Austausch von Mobilfunksendeanlagen in Erlangen
Der Netzbetreiber E-Plus führt aktuell einen Austausch von Sendeantennen durch. An verschiedenen Standorten werden bestehende GSM 1800 Antennen durch neue GSM 900 Antennen ersetzt. Zusätzliche Sendeantennen werden an den bestehenden Standorten in der Regel nicht installiert. Der Wechsel erfolgt, weil alte Antennen ersetzt werden müssen und weil E-Plus durch den Umstieg auf GSM 900 bessere Funkeigenschaften nutzen kann.
T-Mobile setzt bei Sendeantennen verstärkt EDGE-Technik ein
Mit der EDGE-Technik (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) kann zwischen Mobiltelefon und Sendeantenne eine größere Datenmenge übermittelt werden. Es wird, wie bei der GSM-Technik, das Frequenzband von 900 Megahertz (MHz) genutzt. Eine Erhöhung der Sendeleistung findet bei EDGE nicht statt. Der Vorteil von EDGE besteht darin, dass bei der Nutzung von 8 Kanälen bis zu 384 kBit/s übertragen werden können. Bei GPRS beträgt die maximale Datenmenge lediglich 171,2 kBit/s. Weitere Informationen finden Sie auch über die untenstehende Pressemitteilung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt.
Anhörung im Bayerischen Landtag zum Thema Mobilfunk
Am 07.12.2006 fand im Bayerischen Landtag eine Expertenanhörung zum Thema Mobilfunk statt. Es wurde festgestellt, dass es bisher keinen Nachweis für eine gesundheitsschädliche Wirkung des Mobilfunks gebe. Gleichwohl wurde aber aus Vorsorgegründen empfohlen, sich mgölichst wenig elektromagnetischen Feldern auszusetzen. Weitere Informationen über den untenstehenden Link.
Mobilfunk in Oberammergau
Am 20. November 2006 titelte die tz "Mobilfunk macht die Oberammergauer krank". Eine Reihe unspezifischer Krankheitssymptome, wie Kopfschmerzen, Druck in den Augen, Bluthochdruck, Orientierungslosigkeit, Schlaflosigkeit etc., stehe in Zusammenhang mit der "Umrüstung" der T-Mobile Mobilfunkbasisstation am 'Kleinen Theater' in Oberammergau. Ein niederfrequentes "Tackern" von Elektrosmog-Analyzern wurde auf die "Umrüstung" der Anlage zurückgeführt.
Das Landesamt für Umwelt (LfU) und zwei andere Institutionen haben gemessen und die Situation näher untersucht. Selbst im Freien in Hauptstrahlrichtung der Sendeanlage, ca. 120 m von ihr entfernt, werden die Grenzwerte weit unterschritten. Bei maximaler Anlagenauslastung sind hier etwa 5 % des Grenzwerts für die elektrische Feldstärke zu erwarten. (Text LFU) Weitere Informationen über den untenstehenden Link.