Badewasser-Hygiene
Schimmbäder
Die Badewasserqualität in Beckenbädern unterliegt der Überwachung des Gesundheitsamtes. In festgelegten Zeitabständen sind mikrobiologische und chemische Untersuchungen durchzuführen. Eine DIN-Vorschrift legt die Anforderungen an die Badewasserqualität von Beckenbädern fest.
Die hygienische Überwachung der Bäder erfolgt in Form von:
Ortsbesichtigungen
mikrobiologischen und chemischen Wasseruntersuchungen
Schwimm- und Badebecken haben nur eine begrenzte Wasserkapazität und kein biologisches Selbstreinigungsvermögen.
Durch kontaminiertes Wasser in Schwimmbädern kann eine Vielzahl von Infektionen verbreitet werden. Hierbei spielen in Schwimmbecken die ungenügende Aufbereitung des Wassers und in Freibadegewässern Abwassereinleitungen eine besondere Rolle. Jeder Badegast trägt zur mikrobiologischen Belastung des Wassers bei.
Durch die Sicherung der Hygiene im Badebetrieb sowie ein gut aufbereitetes Badewasser können Infektionen verhindert werden.
Von Seiten der Badegäste ist zu beachten:
Verhinderung des Einbringens von Schmutz in den Badebereich
Gründliche Körperreinigung (Duschen) mit Seife vor dem Baden
Leeren der Harnblase vor dem Baden. Schätzungsweise lässt ein Badender reflektorisch bis zu 50 ml Urin
Das Benutzen von Fußsprühanlagen zur Prophylaxe von Mykosen ist umstritten (Allergisierung, ungenügende Wirkung, Wasserbelastung)
Häufige Krankheiten nach dem Besuch von Schwimmbädern:
Oft kommt es in Schwimmbädern zu einer Infektion mit Molluscum contagiosum (Dellwarzen). Es handelt sich um kleine, weißliche, schmerzlose Knoten der Haut (außer Handflächen und Fußsohlen). Die warzenähnlichen Erscheinungen verschwinden meist nach einigen Monaten von selbst. Ausschlaggebend ist oft die gemeinsame Benutzung von Handtüchern.
Sogenannte Chlamydien (bakterienähnliche Erreger) können eine sog. Schwimmbadconjunctivitis verursachen. Diese Bindehautentzündung heilt in der Regel spontan.
Hygienische Qualität der bayerischen Badeseen
Badegewässer unterliegen ebenso der hygienischen Überwachung durch die Gesundheitsbehörden. Die von den Gesundheitsämtern entnommenen Badegewässerproben werden am LGL untersucht.
Die Überwachungsergebnisse der bayerischen EU-Badegewässer werden regelmäßig durch die EU-Kommission veröffentlicht (Badegewässerkarte, Einzelergebnisse): Badegewässerqualität in Bayern von 1992 bis 2004. (siehe Link ganz unten)
Im Jahre 2003 erfüllten knapp 99 % der bayerischen Badeseen die strengen Anforderungen der Richtlinie. 96 % der EU-Badestellen in Bayern zeigten weder Leit- noch Grenzwertüberschreitungen und waren damit als sehr gut klassifiziert.
Baden in bayerischen Flüssen
Ebenso wie die Seen locken auch die Flüsse - trotz der meist niedrigen Wassertemperaturen - zum Baden. Dies verwundert nicht, zumal sich die biologische und chemische Gewässerqualität unserer Flüsse in den vergangenen Jahrzehnten stetig verbessert hat. Die Kommunen und der Freistaat haben erhebliche Mittel für die Renaturierung aufgewendet und auf diese Weise dazu beigetragen, dass die bayerischen Flüsse über weite Strecken wieder zu naturnahen Lebensräumen für viele Pflanzen- und Tierarten geworden sind.
Die Besonderheiten der Flüsse führen allerdings oftmals zu einer schwankenden hygienischen Qualität des Wassers. Untersuchungen am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aus dem Jahre 2003 zeigen beispielsweise, dass nur 31,3 % der Proben aus Flüssen, hingegen 90,6 % der Proben aus Seen hygienisch einwandfrei sind. Die Verhaltenshinweise sind daher gerade bei einem Bad in einem Fluss von großer Bedeutung.