Das Marie-Therese-Gymnasium hat sich in Erlangen vielfach einen guten Namen gemacht, sei es mit seinem Schultheater, dem Zirkus Mozzarella oder seinen sonstigen vielfältigen außerschulischen Aktivitäten, die wiederum ihre befruchtenden Rückwirkungen auf den Unterricht zeigen. Zu diesen “freiwilligen Leistungen” des MTG gehört ganz besonders der Schüleraustauch mit unseren Partnerstädten, vor allem mit Rennes, Jena und Wladimir.
Längst hat der Schüleraustausch - auch mit Wladimir - nichts Spektakuläres mehr, ist er in der öffentlichen Wahrnehmung fast hinter die Kulissen getreten, die Medien schenken ihm kaum noch mehr als eine kleine Notiz unter Vermischtes. Dabei bildet er die Grundlage für all unsere internationalen Kontakte, ist Nährboden für all die leider oft ebenfalls eher unbekannten Gewächse der Partnerschaften. Politiker, die sich der Sache näher annehmen, werden zurecht nicht müde zu verkünden, der Jugendaustausch sei nichts Geringeres als die Zukunft der Völkerverständigung. Aber was, oder vielmehr wer steckt denn hinter diesen Begegnungen?
Es sind die so wohlfeil und allenthalben gescholtenen Lehrer, die auch in Zeiten von G 8 über den Tellerrand des Lehrplans hinausblicken und sich freiwillig ein zusätzliches Pensum an organisatorischer Arbeit - von der Stellung der Zuschußanträge über die Organisation von Programm und Unterbringung bis hin zur Vorbereitung der teilnehmenden Schüler auf fremde Kulturen - aufladen, ein zusätzliches Pensum, das Außenstehende gar nicht abschätzen, geschweige denn gebührend würdigen können. Diese Lehrer - und es gibt sie gottlob in Erlangen und Wladimir - sind so etwas wie die stillen Helden der Städtepartnerschaft, die Drehbuchschreiber von Skripten, aus denen die großen Stoffe der Partnerschaft wachsen.

Eine von ihnen, Helga Häußinger, feiert heute Geburtstag und soll hier stellvertretend - anders würde sie es mit der ihr eigenen Bescheidenheit nicht annehmen - für alle ihre Kollegen am MTG, aber auch vom Fridericianum und Emmy-Noether-Gymnasium, den beiden anderen Austauschpartnern von Wladimir, ein kleines virtuelles Denkmal gesetzt bekommen. Seit Jahren dreht sie gemeinsam mit Rainer Schmidt ein schweres Rad über so manche Holperpiste, denn allein schon bis es so weit ist, daß der Flieger mit der Austauschgruppe abhebt bzw. die Gastschüler in Empfang genommen werden können, ist ein gewaltiges Maß an Kommunikation, Improvisation und Organisation zu leisten. Besonders dann, wenn man es, wie Helga Häußinger, nicht allein bei gegenseitigen Besuchen bewenden lassen will, sondern auch darauf abzielt landeskundliche, sprachliche und kulturelle Besonderheiten zu beachten. Auf ihre Initiative hin besucht deshalb seit vergangenem Jahr jede Austauschgruppe des MTG ein eigens konzipiertes Vorbereitungsseminar der VHS (am Samstag steht das nächste auf dem Programm), was nicht nur die Schüler untereinander besser verbindet, sondern auch sicherstellt, daß zumindest die gröbsten interkulturellen Mißverständnisse vermieden werden und die gesunde Neugier der Jugendlichen auf ihre Partnerstadt Befriedigung findet.
Helga Häußinger kann freilich auf einen reichen Erfahrungsschatz aufbauen, den Hannelore Rensch, Peter Barta, Wolfgang Beck und viele andere schon seit Anfang der 90er Jahre zusammengetragen haben. Eigentlich wollte sie sich auch in dem Jahr schon in Sachen Austausch “zur Ruhe” setzen. Aber, wie so oft im Leben, kam es wieder einmal anders, und das wird niemand - hoffentlich sie selbst am wenigsten! - bereuen, zumal sie von ihrem unaufdringlich stets präsenten und erfahrenen Kollegen Rainer Schmidt und erstmals von Christine Altmann begleitet wird, die bestimmt eines Tages mit geschickten Fingern den kostbaren Faden dieser wunderbaren Partnerschaft von Schulen aufnehmen und weiterspinnen. Nächste Woche geht’s los für die fast zwanzigköpfige Gruppe, die, ein absolutes Novum, dieses Mal exklusiv aus Mädchen besteht. Aufgepaßt, ihr Jungs in Wladimir!
Und noch ein wahrlich verdientes Lob an die Pflegekräfte der Homepage des MTG. Was da zu den Austauschbegegnungen zu finden ist, sucht man an anderen Schulen oft (noch?) vergebens. Wer also Lust hat, sich zu dem Thema schlauer zu machen, als es der Blog zu leisten vermag, wandere unverzagt weiter auf den Link, von dem die hier (ab morgen) gezeigten Photos abgezweigt wurden:
http://www.mtg-erlangen.de/hp/unterwegs/austausch/wladimir.php
PS, 18.04.2009