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Warum fehlen einige Bestseller in der Franken-Onleihe?

Franken OnleiheAufgrund unterschiedlicher Konditionen der Verlage können Bibliotheken E-Books häufig nur mit Verzögerung, zu erhöhten Preisen oder gar nicht bereitstellen. Dies ist auf eine rechtliche Lücke zurückzuführen, die das Angebot der Bibliotheken empfindlich einschränkt.

Hier erklären wir Ihnen genauer, warum bei der Franken-Onleihe immer noch Titel aus vielen wichtigen Verlagen fehlen.

Der Medienbestand der Franken-Onleihe umfasst Titel einer Vielzahl von Verlagen. Die Auswahl und Aktualität dieser Titel hängt von den Konditionen der teilnehmenden Verlage ab.

Insbesondere aktuelle Neuerscheinungen und Bestseller werden von den meisten Verlagen grundsätzlich nur mit Verzögerung von mehreren Monaten und in Einzelfällen gar nicht angeboten.

Die Verlagsgruppen Holtzbrinck und Bonnier bieten Bibliotheken leider nur befristete Lizenzen zum Kauf an, die deutlich teurer als Endnutzerlizenzen sind. Zu den Verlagsgruppen Holtzbrinck und Bonnier gehören folgende Verlage: S. Fischer Verlag, Rowohlt Verlag, Kiepenheuer & Witsch, Droemer Knaur, Argon Verlag, arsEdition, Carlsen, Piper, Malik, Pendo, Econ, List, Ullstein, Thienemann und Berlin Verlag.Viele Titel können aufgrund der knappen Erwerbungsetats der Bibliotheken nicht zur Verfügung gestellt werden.

Hintergrundinformationen zur Ausleihe von E-Books durch Bibliotheken

Bibliotheken können E-Books nicht wie gedruckte Bücher im Buchhandel zum Endkundenpreis kaufen und verleihen. Stattdessen erwerben Bibliotheken Nutzungsrechte zum Verleih der E-Books über einen zentralen Anbieter, die divibib GmbH. Dieses Unternehmen schließt mit den jeweiligen Verlagen Einzelverträge ab. Viele Verlage veräußern ihre E-Books derzeit zum einfachen Preis für den Verleih durch Bibliotheken. Diese E-Books können dann über die jeweiligen Onleihe-Plattformen der Bibliotheken von deren Nutzer*innen ausgeliehen werden. Da kopiergeschützte E-Books (bei der üblichen seriellen Lizenz) dabei nicht von mehreren Personen gleichzeitig ausgeliehen werden können, erwerben Onleihen bei starker Nachfrage mehrere Lizenzen eines Titels.

#BuchistBuch: Gleiches Recht für eBooks in Bibliotheken

Der gegenwärtige rechtliche Rahmen und die damit verbundenen Konditionen der Bereitstellung von elektronischen Medien für Bibliotheken ist unbefriedigend und führt dazu, dass eine nicht unerhebliche Menge an E-Books dort nicht in dem Maße zugänglich sind, wie es von den Bürger*innen unserer Wissensgesellschaft erwartet wird.

Die Bundesregierung hat sich im aktuellen Koalitionsvertrag vom 7. Februar 2018 dazu verpflichtet, dass Bibliotheken "auch im digitalen Zeitalter ihre zentralen Funktionen für Bildung und Kultur erfüllen können. Wir werden uns dafür einsetzen, dass Bibliotheksnutzern unter Wahrung der Vertragsfreiheit ein noch besserer Zugang zum Repertoire von E-Books ermöglicht wird."

Genau das ist bisher nicht geschehen. Im Gegenteil: Der Zugang zu E-Medien hat sich für Bibliotheksnutzer*innen verschlechtert. Fast alle aktuellen Titel dürfen von Bibliotheken für den Zeitraum von bis zu einem Jahr nicht für die Ausleihe gekauft werden. Bevölkerungsschichten, die auf Öffentliche Bibliotheken angewiesen sind, werden so von diesen Titeln ausgeschlossen.

Die aktuelle notwendige Umsetzung einer EU-Urheberrechtsrichtlinie in nationales Recht bis Juni 2021 bietet jetzt erneut die Gelegenheit, die seit langem fällige gesetzliche Regelung zu schaffen und so die Verpflichtung des Koalitionsvertrages umzusetzen.

Bibliotheken fördern Informations-und Meinungsfreiheit und stärken zentrale Werte unserer Demokratie. Verlage und Autor*innen leisten ihren besonderen Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander bei der Verbreitung des Kulturgutes Buch. Ihre Werke werden von Bibliotheken gekauft und zur Nutzung für alle Benutzer*innen zur Verfügung gestellt werden. Hier hat sich mit E-Books nichts gegenüber gedruckten Büchern geändert.

Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) setzt sich für eine Gleichstellung von gedruckten Büchern und E-Books ein.

Auch wir schließen uns dieser Forderung an.

Weiterführende Informationen

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