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Christoph Hein: "Verwirrnis"

Lesung und Gespräch

Christoph Hein (c) MHoldt, Suhrkamp Verlag

Freitag, 23.10.2020 / 20:00 Uhr / Redoutensaal (Theaterplatz 1)

Friedeward liebt Wolfgang. Und Wolfgang liebt Friedeward. Sie sind jung, genießen die Sommerferien, fahren mit dem Fahrrad die weite Strecke ans Meer und reden stundenlang über Gott und die Welt. Sie sind glücklich, wenn sie zusammen sind, und das scheint ihnen alles zu sein, was sie brauchen. Doch keiner darf wissen, dass sie mehr sind als beste Freunde. Es sind die 1950er-Jahre, sie leben im katholischen Heiligenstadt, und für die Menschen um sie herum, besonders für Friedewards strenggläubigen Vater, ist ihre Liebe eine Sünde. Käme ihre Beziehung ans Licht, könnten sie alles verlieren. Als sie zum Studium nach Leipzig gehen – Friedeward studiert Germanistik, Wolfgang Musik –, finden sie dort eine Welt gefeierter Intellektueller, alles flirrt geradezu vor lebendigem Geist. Und sie lernen Jacqueline kennen, die ihnen gesteht, dass sie eine heimliche Beziehung zu einer Dozentin hat. Zu viert besuchen sie die legendären Vorlesungen im Hörsaal vierzig, gehen ins Theater, tauchen gemeinsam ein ins geistige Leben der Stadt. Und da reift in den drei Freunden der Plan: Wäre es nicht die perfekte "Tarnung", wenn einer von ihnen Jacqueline zum Schein heiraten würde?

Christoph Hein: Verwirrnis (c) Suhrkamp Verlag

In seinem Roman "Verwirrnis" erzählt der große deutsche Chronist Christoph Hein bewegend von einer Liebe, die über Jahre hinweg allen Widrigkeiten trotzt, und zeichnet zugleich ein lebendiges Panorama deutschen Geisteslebens.

Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf in Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle "Der fremde Freund / Drachenblut".

Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis.

Der Journalist und Schriftsteller Dirk Kruse moderiert die Veranstaltung.

Der Eintritt beträgt im Vorverkauf 10 Euro zzgl. Gebühren, an der Abendkasse 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Tickets sind über das E-Werk Kulturzentrum erhältlich. Der Online-Vorverkaufslink wird in Kürze hier bekanntgegeben.

In der Reihe Poetenfest Extra laden Kulturamt und Stadtbibliothek außerhalb des jährlich stattfindenden Poetenfests interessante Autor*innen ein. Außerdem ist die Veranstaltung Teil des Programms zum Christopher Street Day in Erlangen am 24. Oktober 2020. Besuchen Sie dazu auch von 22. Oktober bis 24. November unsere Ausstellung "Come Stand 4 Diversity".

Autorenfoto (c) MHoldt, Suhrkamp Verlag

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