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Lesetipp Juni 2012

Hand aufs Herz Artikel

Anthony MacCarten: Hand aufs Herz

40 Hände liegen im Hof eines Londoner Autohauses auf einem blauen Landrover Discovery, und derjenige, dessen Hand am längsten auf ihn liegen bleibt, wird gewinnen.
Dieser absurde Wettbewerb wird von dem Autohändler Hatch veranstaltet, der in ihm die letzte Chance sieht, mit der erhofften Publicity sein Geschäft vor der Insolvenz zu retten.

Die Teilnehmer sind Verzweifelte, gescheiterte Existenzen, die sich durch den Gewinn des Autos einen Neuanfang in ihrem Leben erhoffen.
Hauptpersonen sind zum einen die Politessin Jess, deren Berufsalltag von Hass und Beleidigungen gegen sie geprägt ist. Sie ist verwitwet, gläubige Katholikin, Mutter einer seit einem Verkehrsunfall querschnittsgelähmten Tochter. Mit dem Auto könnte sie ihre Tochter in die Schule fahren und ihr das Internat ersparen.
Daneben Tom, intelligent mit eiskaltem Verstand, besserwisserisch, unbehelligt von Konventionen und Rücksicht auf die Gefühle anderer, eckt mit seiner Art bei allen an. Geschäftlich gescheitert sitzt er auf einem Berg Schulden.

Stunde und Stunde, Tag um Tag harren sie aus, unterbrochen nur alle zwei Stunden von einer kurzen Pause von fünf Minuten, die gekennzeichnet sind vom Kampf um Toiletten. Jeder kämpft gegen jeden, und doch bringt die Extremsituation eine Nähe zu den anderen mit sich, und die Stimmung der Teilnehmer wechselt zwischen Solidarität und Schadenfreude, wenn wieder einmal mehr einer aufgeben muss. Die Konfrontation mit den anderen und den eigenen Grenzen eröffnet für manchen den Blick hinter die Fassaden seines Lebens, und am Ende ist für den Sieger der Gewinn des Autos gar nicht mehr so wichtig.


Der Roman ist spannend erzählt, mit lakonischem Humor entwirft MacCarten genaue Charakterstudien, spielt mit den menschlichen Abgründen.
Auch die anderen Romane des Autors "Englischer Harem" und "Superhero" sind sehr empfehlenswert.

Claudia Nägel

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