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Lesetipp Februar 2013

 

Rebekka Knoll: Das Kratzen bunter Kreide

Rebekka Knoll: Das Kratzen bunter Kreide

Rebekka Knoll – bei einer Lesung der Autorengruppe Wortwerk hier in der Bibliothek habe ich sie kennengelernt. Nun hat sie ihren Debütroman "Das Kratzen bunter Kreide" veröffentlicht. Ein großer Erfolg für eine Mitte Zwanzigjährige.
Da ist Maja, die Hauptfigur, Anfang zwanzig, Studentin und gerade von Bern nach Kassel gezogen. Sie ist rastlos, schon oft umgezogen und hat den Studienort gewechselt.
Für Maja scheint vieles eine Art Spiel zu sein. Vielleicht eine Möglichkeit, Dinge und Menschen in ihrem Leben auf Distanz zu halten, sich nicht festzulegen. Sie beginnt mit Jakob, einem Freund aus Berner Zeiten, eine Fernbeziehung. Auf der anderen Seite lernt sie Felix kennen und auch hier entwickelt sich ein Verhältnis. Eine Dreiecksbeziehung entsteht – online auf Facebook sowie offline - bei dem jeder von dem jeweils anderen weiß. Doch wer hier in Wirklichkeit mit wem spielt, stellt sich als ein Überraschungsmoment des Romans erst am Ende heraus.
Dann zieht Maja wieder um, diesmal nach Frankfurt, und wieder in eine WG. Passend zu ihrer Unstetigkeit zeichnet Maja ihre Möbel mit Kreide "imaginär" auf den Boden und beginnt, in den Kreidemöbeln zu leben: Wenn diese verwischt sind, werden sie kurzerhand nachgezeichnet. Das steht auch stellvertretend für ihre Freundschaften: einige "verwischen" und verlaufen im Sand, andere entstehen neu, nur nicht auf Dauer.
Parallel hat Maja immer wieder Tagträume, in denen sie manchmal stundenlang wegdämmert. Sie spielt dann "Klotennis", eine Art neurotisches Kopfbewegen auf der Schultoilette, während es an der Tür klopft. Oder sie kickt einen Basketball immer und immer wieder. Das alles deutet auf ein tief sitzendes Trauma hin, welches am Ende eine überraschende und anders als vermutete Auflösung findet. Auch ihrer Leidenschaft, mit Dingen und Menschen zu spielen, kommt man hier näher.
Rebekka Knoll hat einen Roman geschrieben, der sich rund anfühlt und spannend zu lesen ist. Sie benutzt schöne, poetische Bilder und zeichnet authentische Figuren mit Ecken und Kanten. Gelungen finde ich die Gegenüberstellung der virtuellen Welt auf Facebook und der Traumwelt von Maja mit ihren gezeichneten Möbeln und Tagträumen. Sehr zu empfehlen!

Susann Wagner

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