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Lesetipp April 2013

 

Der Feind meines Vaters

Almudena Grandes: Der Feind meines Vaters

Almudena Grandes neuester Roman "Der Feind meines Vaters" spielt im Andalusien der Jahre 1947-1949 und schildert das Heranwachsen eines Kindes in einer politisch sehr unruhigen Zeit. Der Bürgerkrieg ist zwar beendet, doch in den andalusischen Bergen herrscht weiterhin Ausnahmezustand. Die Freischärler haben sich mit ihrem tollkühnen Anführer Cencerro in den Bergen verschanzt um von dort aus die verhasste Diktatur der Guarda Civil  zu bekämpfen.
Der neunjährige Nino lebt mit seiner Familie in einer Kaserne der Guarda Civil. Sein Vater arbeitet dort als Polizist und der Junge erfährt schon sehr früh von den brutalen Verhörmethoden und Folterungen der Guarda Civil. Vieles darf nicht laut gesagt werden, es gibt Zeiten, in denen die Mutter die Kinder nicht aus dem Haus lässt. Wenn nachts die Schreie der Gefangenen durch die dünne Wand des Kinderzimmers dringen, erzählt Nino seiner kleinen Schwester, dass nebenan nur ein sehr lauter Film gezeigt wird. Nino muss erfahren, dass auch sein Vater die brutalen Fluchtgesetze, das Erschießen wehrloser Gefangener, anwenden muss und möchte deshalb niemals zur Guarda Civil. Der Junge freundet sich mit dem geheimnisvollen, neu ins Dorf gezogenen Pepe an.  Dieser wird sein Vorbild, er weckt in ihm die Liebe zur Literatur und öffnet ihm damit den Weg in eine Welt außerhalb des kleinen Dorfes. Allmählich ahnt Nino aber, dass sein wunderbarer Freund und Gesprächspartner mit den Freischärlern in den Bergen in Verbindung steht. Mehr und mehr gerät der Junge selbst zwischen die Fronten der verfeindeten Parteien.
Enorm fesselnd und spannend beschreibt die Autorin die Geschichte einer gefährlichen Freundschaft. Packend und berührend erzählt sie vom täglichen Überlebenskampf der Zivilbevölkerung in einer Militärdiktatur, wo jedes Verbrechen zum Zweck des Machterhalts erlaubt ist. Sie schildert die Schuld und das Versagen der Erwachsenen, die zwar nicht mit dem System einverstanden sind, aber aus Feigheit, mangelnder Zivilcourage und Angst vor Arbeitslosigkeit die Militärdiktatur unterstützen.
In diesem Umfeld muss sich Nino entscheiden, welches Leben er führen will, wem er trauen kann und  welche Werte für ihn wichtig sind.
Die 1960 geborene Schriftstellerin Almudena Grandes ist eine der erfolgreichsten Autorinnen Spaniens. Ihre Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt und erhielten zahlreiche Literaturpreise.
In ihrem lesenswerten Nachwort gibt die Autorin einen kurzen historischen Überblick  und weist darauf  hin, dass der Roman auf wahren Begebenheiten beruht und viele Personen und Schicksale authentisch sind.

Christine Lenhart

 

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