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Lesetipp August 2013

 

In der Brandung

Gianrico Carofiglio: In der Brandung

Die Bücher des italienischen Autors und Staatsanwalts aus Bari faszinieren mich immer wieder. Seine Romane um den Anwalt Guido Guerrieri habe ich gern weiterempfohlen, denn sie fesseln nicht nur mit einer spannenden Handlung und einer sympathischen und sensiblen Hauptperson, sondern begeistern auch durch einen klaren Stil.
Dies gilt auch für seinen neuesten Roman "In der Brandung", der in Rom spielt und einen neuen Protagonisten hat.
Auch in diesem Roman nutzt Carofiglio seine beruflichen Erfahrungen als Staatsanwalt und Berater des italienischen Parlaments für den Bereich organisierte Kriminalität.
Hauptperson ist diesmal Roberto Maria, der jahrelang als verdeckter Ermittler im Kampf gegen das organisierte Verbrechen ein Doppelleben geführt hat. Traumatisiert und ausgebrannt aufgrund seines auf Lügen aufgebauten Lebens im Untergrund erleidet er einen Zusammenbruch und wird beurlaubt.
Das Buch beginnt, als Roberto mit Hilfe seines Psychiaters versucht, die Vergangenheit aufzuarbeiten und neuen Sinn in seinem Leben zu finden. Durch diese Gespräche erfährt der Leser allmählich die Geschichte des Zusammenbruchs. Äußerst behutsam, unaufgeregt und mit großer Sensibilität lässt der Autor Roberto von seiner Kindheit, seiner Liebe und seiner Arbeit erzählen. Sprachlich präzise und atmosphärisch sehr dicht und bewegend schildert der Autor, wie Roberto seine Depression und Verlorenheit allmählich überwindet und langsam zurück ins Leben findet. Die Begegnung mit Emma, einer Mitpatientin, hilft ihm dabei und vorsichtig bahnt sich eine zarte Beziehung an. Als Emmas Sohn ihm von einer verschwundenen Mitschülerin erzählt, muss Robert sich entscheiden, ob er sich dem Leben wieder stellen möchte.

"In der Brandung" ist ein sehr vielschichtiges Buch. Es lässt uns Leser teilhaben an der langsamen Genesung seiner sympathischen Hauptperson. Daneben werden aber noch weitere Themen angesprochen. So müssen Emma und Roberto lernen, mit den Schuldgefühlen aus ihrer problematischen Vergangenheit zu leben.
In Einschüben wird auch die Geschichte von Emmas Sohn erzählt. Dieser schüchterne, sensible Junge, der seinen Vater schon früh verloren hat, flüchtet sich in Tagträume. Mit Hilfe seines phantastischen Freundes, eines sprechenden Hundes, arbeitet er seine Alltagsprobleme im Traum auf und weiß plötzlich, was er in der Realität tun muss.
Am Ende des Buches ist jeder der Drei einen Schritt weitergekommen in seiner persönlichen Entwicklung und ein neues, gemeinsames Kapitel kann beginnen.

Christine Lenhart

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