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Aktuelles

Mit Wladimir im Gespräch bleiben

Der Austausch mit Erlangens Partnerstadt Wladimir zeigt sich bisher von der zunehmenden politischen Entfremdung zwischen Ost und West unbeeindruckt. Oberbürgermeister Florian Janik reiste vom 9. bis 12. April mit einer zehnköpfigen Delegation in die russische Partnerstadt, um dort mit seiner Kollegin, Olga Dejewa, das Diskussionsforum „Prisma“ aus der Taufe zu heben. Die Idee, ein zivilgesellschaftliches Dialogforum zu schaffen, wo strittige Fragen mit dem Ziel besprochen werden sollen, füreinander Verständnis zu wecken, geht auf Alt-Oberbürgermeister Dietmar Hahlweg zurück und führte zur Schaffung dieses Gremiums, für das beide Städte jeweils fünfzehn Personen benennen. Bei der Gründungsversammlung unter dem Motto „Aktuelle Fragen der Migrationspolitik“ stellte sich in der gastgebenden Akademie für Verwaltung und Wirtschaft rasch heraus, wie notwendig der Meinungs- und Erfahrungsaustausch ist, denn auf beiden Seiten dominieren Schlagworte und eine oberflächliche Betrachtungsweise das Thema. Umso wichtiger das einleitende Referat der Erlanger Historikerin und Leiterin des Gremiums von deutscher Seite, Prof. Julia Obertreis, mit einem geschichtlichen Überblick über Migration in Deutschland von den Hugenotten bis zu den Spätaussiedlern. Es war dann im Lauf der offenen Diskussion vor allem Florian Janik ein Anliegen, keine Trennlinien zwischen den verschiedenen Migranten ziehen zu lassen, gerade in Erlangen die interkulturelle Grundhaltung gestärkt zu wissen und den Neuankömmlingen alle Chancen zu bieten, um sich integrieren zu können. „Wir haben da eine ganz neue Basis für die Kontakte zu Wladimir geschaffen“, zeigt sich Erlangens Oberbürgermeister nach seiner Rückkehr zufrieden. Der OB weiter: „Alle Aktiven aus der Zivilgesellschaft sind eingeladen, sich daran zu beteiligen. Ich freue mich schon heute auf die Fortsetzung des Dialogs im Herbst zu Fragen der Teilhabe“. Am Rande der Begegnungen entstanden bereits neue Verbindungen u.a. in den Bereichen Gewerkschaftsarbeit und Jugendparlament. Ein weiterer Programmpunkt war die Vorstellung der russischen Fassung von „Komm wieder, aber ohne Waffen!“, eine vom städtischen Partnerschaftsbeauftragten, Peter Steger, zusammengestellte und Ende 2015 auf Deutsch veröffentlichte Sammlung, gewidmet den Erinnerungen von Wehrmachtssoldaten, die ihre Gefangenschaft in Lagern in und um Wladimir verbrachten. Beeindruckend gelang bei der Präsentation der Augenzeugenbericht von Wolfgang Morell aus Erlangen, geboren 1922, der es sich nicht hatte nehmen lassen, noch einmal mit in jene Stadt zu reisen, wo man ihm vor 75 Jahren in einem Militärhospital das Leben rettete. Stationen seiner acht Jahre in unterschiedlichen Lagern brachte zum Abschluss eine Schülergruppe auf die Bühne. Für den Veteran eine unerwartete Ehre und eine ungeahnte Freude.

22.04.2017
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