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Aktuelles

Auf dem „Berg“ müssen aus Sicherheitsgründen Bäume fallen

Aus Sicherheitsgründen müssen kurzfristig 25 Bäume im Bereich des Entla`s Keller sowie an der Berg- und der Rathsberger Straße, am Erichkeller und am Schützenweg gefällt werden. Auch drei Fällungen im Alteichen-Hainbestand an der Ebrardstraße sind notwendig. Das teilte die Stadtverwaltung mit.

Die Fällungen sind aus Sicherheitsgründen noch vor Beginn des Festbetriebes notwendig. Sogenannte Zugversuche haben ergeben, dass die Haltefähigkeit der Wurzeln stark nachgelassen hat. Die Verkehrssicherheit ist nicht mehr gegeben, bei einem Unwetter könnten die Bäume umstürzen.

In einem Gutachten zur Baumsicherheit am Bergkirchweihgelände aus 2016 wurden für 2018 Nachuntersuchungen festgelegt. Sie fanden im Herbst durch ein Sachverständigenbüro statt. Dabei ergaben sich erhebliche Zweifel bei der Stand- und Bruchfestigkeit von insgesamt 48 Bäumen. Ein weiteres Sachverständigenbüro führte deshalb Zugversuche durch, die einen Sturm simulieren. Bei 28 Bäumen ergaben sie die Notwendigkeit einer raschen Fällung.

Die Ursachen für den schlechten Zustand der Bäume sind vielschichtig: Sie liegen in der Bodenverdichtung auf dem Gelände, dem Nährstoffmangel aufgrund magerer Bodenstrukturen, dem Wassermangel wegen der zunehmend trockenen Jahresverläufe, aber auch in der hohen Belastung durch Veranstaltungen und massiven Publikumsverkehr und durch das Eindringen schädlicher Stoffe wie Öl, Fett oder Urin. Obwohl diese Ursachen offensichtlich sind, haben die Bäume, sowohl nach Einschätzung der Stadt als auch für den Gutachter – völlig überraschend – in den vergangenen Jahren massiv abgebaut. Die Schäden, die zum Verlust der Standsicherheit führen, waren mit den gängigen Kontrollverfahren nicht ersichtlich. Erst mit den durchgeführten Zugversuchen konnten sie erkannt werden.

Bei den am Montag, 15. April, beginnenden Fällarbeiten werden die Baumkronen entfernt, der Baumtorso bleibt jeweils bestehen. Im Herbst findet die vorher schon geplante Ersatzpflanzung statt. Eine Komplettentfernung vor der diesjährigen Bergkirchweih wäre zeitlich nicht mehr realisierbar gewesen. Ein Biologe begleitet die Arbeiten, um möglicherweise nötige Umsiedlungen von Tieren sofort durchführen zu können.

 

YouTube-Video: Interview mit Christoph Kintopp

Fragen und Antworten zu den Baumfällungen

Warum werden die Zugversuche durchgeführt?

Seit 2009 lässt die Stadt regelmäßig Gutachten zum Zustand der Bäume auf dem Bergkirchweihgelände durchführen. Ziel der Gutachten ist es, Schäden an Bäumen frühzeitig zu erkennen, diese durch die Baumpflege und eine Verbesserung der Baumstandorte zu verringern oder zu beheben aber auch die Verkehrssicherheit des Geländes zu prüfen. Zugversuche überprüfen die Standfestigkeit von Bäumen. Vor den Zugversuchen wurden in Erlangen zwei andere unabhängige Gutachten durchgeführt. Die Zugversuche selbst werden von einem unabhängigen dritten Gutachter vorgenommen. Es handelt sich jeweils um öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für Baumpflege und Verkehrssicherheit von Bäumen.

Die nun durchgeführten Zugversuche gehen auf die Ergebnisse eines Gutachtens aus dem Herbst 2018 zurück. Zugversuche können nur in der Vegetationszeit durchgeführt werden, also zwischen Frühjahr und Herbst. Die Zugversuche im Frühjahr 2019 wurden zum frühestmöglichen Zeitpunkt durchgeführt.

Warum sind Schäden im Wurzelbereich gefährlich?

Im Juli 2017 ist in der Rathsberger Straße völlig überraschend eine 30 Meter hohe Alteiche umgestürzt. Die Schäden waren mit den gängigen Kontrollverfahren nicht zu erkennen. Zu dem Baumsturz kam es nach ergiebigen Regenfällen. Wie sich zeigte, waren nahezu keine Wurzeln mehr vorhanden. Der Baum in der Rathsberger Straße ist ein Beispiel dafür, was passieren kann, wenn der Wurzelbereich über die Jahre immer mehr geschwächt wird.

Wie funktioniert ein Zugversuch?

Bei einem Zugversuch werden Seile um die Bäume gelegt und mit einer bestimmten Kraft gezogen, um zu sehen, welchen Kräften die Baumwurzeln standhalten. Die Kraft simuliert dabei die Einwirkungen, die bei einem Sturm auftreten können. Zugversuche finden im Rahmen der Elastizität eines Baumes statt. Das heißt: Ziel des Versuchs ist es nicht, den Baum umzustürzen. Vielmehr wird aus den Ergebnissen berechnet, welche Kraft und damit welche Windstärke wirken müsste, um den Baum zum Umstürzen zu bringen. Wie die Ergebnisse zeigen, würden bei den untersuchten Bäumen bereits vergleichbar geringe Windstärken genügen (Windstärke 6).

Gibt es nicht andere Möglichkeiten als die Fällung der Bäume?

Ziel der Stadt ist es, möglichst viele Bäume auf dem „Berg“ zu erhalten und den Zustand vor weitreichenden Maßnahmen gründlich zu prüfen. Vor der Fällung wurden drei unabhängige Gutachten durchgeführt. Bei den jüngsten Zugversuchen wurden 48 Bäume geprüft, 20 der geprüften Bäume können stehen bleiben, da dort andere Maßnahmen möglich sind. Bei den Bäumen, die gefällt werden müssen, handelt es sich großenteils um Exemplare, bei denen man sich bereits bemüht hatte, durch einen Rückschnitt der Kronen die Windlast zu verringern. Diese Maßnahmen lassen sich jedoch nur in begrenztem Umfang durchführen. Da diese Maßnahmen ausgeschöpft sind, bleibt zur Wahrung der Verkehrssicherheit keine Alternative zur Fällung.

18.04.2019
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