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Aktuelles

Auftakt für „Forum Erinnerungs- und Zukunftsort HuPfla“

Ein breit besetztes, öffentliches „Forum Erinnerungs- und Zukunftsort Heil- und Pflegeanstalt Erlangen“ (HuPfla) wird die Konzeption eines Lern- und Gedenkorts für die Opfer der NS-„Euthanasie“ in Erlangen in Zukunft begleiten. In einer ersten Sitzung tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, Angehörige von Opfern, Initiativen, Vereinen und Religionsgemeinschaften aus der Stadtgesellschaft über den aktuellen Stand des Projektes und ihre Erwartungen aus. In der Spitze verfolgten über 200 Interessierte das Geschehen über einen Livestream. „Diese große Resonanz freut uns sehr, weil wir als Stadt immer wieder die Erfahrung machen, dass breit angelegte Mitwirkung unsere Projekte besser macht“, erläuterte Anke Steinert-Neuwirth, die Referentin für Kultur, Bildung und Jugend der Stadt.

Das Forum soll fortan bei wichtigen Meilensteinen beratend eingebunden werden. Grundlage für die weiteren inhaltlichen Planungen ist das Rahmenkonzept, das der renommierte Gedenkstättenexperte Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Julius Scharnetzky erarbeitet und im vergangenen Jahr präsentiert haben. Der Erinnerungs- und Zukunftsort soll demnach unter anderem aus einem Dokumentationszentrum Geschichte und Ethik der Medizin und Orten des Gedenkens und Erinnerns auf dem ehemaligen Anstaltsareal und an Schauplätzen in der Innenstadt bestehen. Es soll zugleich ein Ort der inklusiven und partizipativen Bildung aber auch ein Ort der Forschung entstehen. Angedacht sind dabei eine Dokumentationsstelle zu NS-Medizinverbrechen in Franken aber auch die Verankerung von Disability Studies, also Studien zu und über Behinderung. Ein Erlanger Ethik- und Zukunftsforum soll als Möglichkeit des Austauschs etabliert werden. „Eine erste inhaltliche Aufgabe des Forums wird es sein, an der Vertiefung des Rahmenkonzepts mitzuwirken“, so Dorothea Rettig, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Stadtarchiv Erlangen. Konkret steht außerdem die Auslobung eines städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerbs an. Sie soll noch in diesem Jahr erfolgen. „Auch bei der Erstellung der Auslobung setzen wir auf die Mithilfe des Forums und der Bürgerinnen und Bürger“, so der städtische Planungs- und Baureferent Josef Weber, der die Grundzüge des Wettbewerbs vorstellte.

Parallel dazu ist die Trägerschaft zwischen der Stadt Erlangen, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, dem Universitätsklinikum, den Bezirken Mittelfranken und Oberfranken, den Bezirkskliniken Mittelfranken sowie dem Freistaat Bayern zu klären und ein langfristiges Trägerkonzept zu erarbeiten. „Man stehe in guten Gesprächen mit den Partnern“, so Oberbürgermeister Florian Janik. „Ich bin optimistisch, bis Anfang 2022 eine Trägerschaft zu haben“, sagte er. Die Trägerschaft entscheidet über das Konzept, das Raumprogramm und die Finanzierung des Baus, des Unterhalts und des Betriebs. Zudem wird sie Bauherr des Erinnerungs- und Zukunftsortes sein.

Ein Protokoll der Auftaktsitzung wird im Internet unter www.erlangen.de/gedenkort veröffentlicht. Unter der E-Mail-Adresse gedenken.gestalten@stadt.erlangen.de können auch weiterhin Fragen oder Anregungen weitergegeben werden.

 

09.04.2021
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