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Porträts der Partnerstädte und internationalen Kooperationspartner

Venzone - Italien

Freundschaftliche Beziehungen seit 1976

Seit 1976 unterhält die Stadt Erlangen freundschaftliche Beziehungen mit dem 2.300 Einwohner zählenden Ort Venzone. Venzone liegt 600 km von Erlangen entfernt im Nordosten Italiens in der Region Friaul-Julisch Venetien, unweit von Udine. Die günstige geographische Lage am Eingang zu den Alpentälern machte Venzone schon seit den Kelten (500 v. Chr.) zu einem wichtigen Grenzort. Erstmals offiziell erwähnt wurde Venzone allerdings erst im Jahr 923 n.Chr. 1258 wurden eine doppelte Stadtmauer und ein Festungsgraben angelegt. Mit der Eingliederung in die Republik Venedig im Jahr 1420 begann jedoch Venzones Niedergang als Handelsstadt. 1797 wurde Venzone von den Truppen Napoleons erobert und stand nach dem Ende der napoleonischen Kriege bis 1866 unter österreichischer Herrschaft, ehe es zur heutigen Provinz Udine kam. 1965 wurde Venzone wegen seiner historischen und kulturellen Bedeutung zum italienischen Nationalmonument erklärt, bis schwere Erdbeben im Mai und September 1976 den Ort fast vollständig verwüsteten. Insgesamt verloren bei den beiden Beben 64 Bürgerinnen und Bürger von Venzone ihr Leben, ein Großteil der historischen Altstadt wurde zerstört. Mit Unterstützung durch den italienischen Staat und das Ausland wurden die von den Erdbeben zerstörten Wohngebäude und historischen Bauwerke in jahrelanger Arbeit wiederaufgebaut, so daß die architektonischen Zeugen aus Venzones Vergangenheit heute erneut zu besichtigen sind: Der 1338 geweihte Dom, das Rathaus von 1410, die Fassade der Kirche San Giovanni Battista aus dem 14. Jh., die Porta San Genesio von 1309 sowie der Palazzo Orgnani Martina aus dem 16. Jh. und weitere Patrizierhäuser.

Über einen Stadtrat nahm Erlangen bereits nach dem ersten Beben Kontakte zur Gemeinde Venzone auf, um den Hilfsbedarf zu klären, und schon im August 1976 reiste eine Jugendgruppe der Kirchengemeinde St. Theresia aus Sieglitzhof nach Italien, um eine Spende zu überbringen. Nach der zweiten Zerstörungswelle im September 1976 beschloss der Erlanger Stadtrat, den Ort finanziell beim Wiederaufbau seines Altersheimes zu unterstützen. Eine besonders enge Bindung zu der italienischen Kommune entwickelten in den darauffolgenden Jahren die Mitglieder der Kirchengemeinde St. Theresia in Sieglitzhof. In Sieglitzhof erinnern der Venzone-Platz und die Venzone-Brücke ebenso wie die Venzone-Residenz und das Venzone-Stift an die Bindungen zwischen beiden Orten, und Venzone benannte einen Platz, „Corte di Erlangen“, nach der fränkischen Stadt.

Im Jahr 2001 besiegelten Erlangen und Venzone ihre Verbindung durch eine formelle Patenschaft. In der Urkunde bekennen sie sich zu den Werten eines Europas in Frieden und Brüderlichkeit, und sie verpflichten sich, die Annäherung zwischen den Bürgerinnen und Bürgern, vor allem zwischen Jugendlichen, zu fördern. Inzwischen finden regelmäßig Begegnungen zwischen Erlanger Bürgern und Venzonesi statt. Den Beweis für die Lebendigkeit der Kontakte und für die Erfüllung der in der Patenschaftsvereinbarung genannten Ziele traten im April/Mai 2006 einhundert Bürgerinnen und Bürger aus Venzone an, die mit ihrer Banda Musicale nach Erlangen reisten, um das 30jährige Bestehen der Verbindung mit einem Gottesdienst, mit viel Musik und einem großen deutsch-italienischen Fest zu feiern. Beim Gegenbesuch im August 2006 fuhren ca. 80 Erlangerinnen und Erlanger nach Venzone, wo sie an der traditionellen Feier zur Erinnerung an die Domweihe teilnahmen. Mit der Venzone-Fahrt von Jugendlichen des Erlanger JugendLernhauses wurden 2007 Jugendbegegnungen eingeleitet. 19.07.2011
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