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Aktuelles

Bericht zum Kongress für gerechte und nachhaltige Welt in München

Auf Einladung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nahm für das Jugendparlament Justus Schömann am 14. und 15. September am Youngsters Forum des Zukunftskongresses„ Unsere Welt 2030: Aus der Zukunft lernen!“ in München teil. Bei dem Kongress konnten ausgewählte junge Menschen in kreativer Weise für ihre Zukunft entscheidende Themen und Fragestellungen rund um das Thema nachhaltige Entwicklung diskutieren und darstellen. Nachfolgend der Bericht von Justus Schömann.

„Am ersten Tag hatten wir, die 50 ausgewählten Jugendlichen aus ganz Deutschland das Jugend Lab. Hier arbeiteten wir zuerst am Vormittag im "Parlament der Zukunft" an vier Forderungen an die Bundesregierung. Die Forderungen sollten vor allem darauf abzielen, dass Deutschland auch wirklich dabei hilft bis 2030 die von den UN-Mitgliedsstaaten verabschiedeten Sustainable Development Goals, kurz SDGs zu realisieren. Die 4 Forderungen lauteten:

1. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit fördert Deutschland Frauen bei der Existenzgründung von Landwirtschaftsbetrieben mit Hilfe von Mikrokrediten und gezielten Fortbildungen.

2. Weltweit wird die Finanztransaktionssteuer von 0,2% auf jeden Aktien- und Wertpapierhandel eingeführt. Die Steuereinnahmen fließen in einen globalen Entwicklungsfond zum Abbau sozio-ökonomischer Ungleichheit.

3. Unter dem Namen "Project Humanity" wird bundesweit an allen Schulformen verpflichtend die Friedenserziehung in den Bildungsplan sowie  die LehrerInnen Aus- und Weiterbildung aufgenommen. Ziel ist die Vermittlung von Menschlichkeit, Toleranz, Respekt und Gerechtigkeit.

4. Zum Schutz von Klima, Regenwald und Biodiversität arbeiten Deutschland und die EU auf ein schrittweises Verbot von Futtermittelimporten hin.

Am Nachmittag des 1. Tages konnten wir uns dann in 4 Gruppen einteilen, in welchen wir noch den Feinschliff der Forderungen erledigten und ein professionelles Training zur Präsentation der Forderungen erhielten.

Am zweiten Tag fand dann der pompöse "Zukunftskongress" mit vielen bekannten Gesichtern wie Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (CSU), Bundeskanzleramtsminister Peter Altmeier (CSU), Prof. Dr. Wolfgang Heckl (Direktor des Deutschen Museums), Dr. Michael Otto (Geschäftsführer und Gründer der Otto Group) und noch vielen mehr statt. An diesem Kongress konnten wir auch direkt an die Minister unsere vier Forderungen übergeben und diese in zwei Minuten kurz erläutern. Jedoch lag genau hier meiner Meinung nach das Problem, denn an diesem Tag hatten diverse Unternehmer von Otto bis McKinsey insgesamt stundenlange Redezeiten, die Jugend jedoch nur wenige Minuten. Dies ist gerade hier jedoch besonders gefährlich, da doch gerade die Jugend in der Zukunft leben wird, welche schon heute politisch gestaltet wird.

Mein Fazit ist daher, dass mich dieser Kongress gerade darin bestätigt hat, wie wichtig eine verfasste Partizipation Jugendlicher ist, und dass diese auch auf Bundesebene nötig ist, damit in Zukunft nicht nur eine auf ein Minimum reduzierte "Scheinbeteiligung" stattfindet. Die Stadt Erlangen geht hier mit dem Jugendparlament einen sehr guten Weg und könnte für den Bund hier auf jeden Fall ein inspirierendes Beispiel sein, wie gute und echte Jugendbeteiligung in Zukunft und für die Zukunft aussehen könnte.“

 

04.10.2016
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