Sie haben Javascript deaktiviert und können somit nicht alle Funktionen dieser Website benutzen. Um Ihnen ein bestmögliches Surferlebnis zu ermöglichen, sollten Sie Javascript in Ihrem Browser aktivieren.

Ökologische Abfallwirtschaft

Kampagne Unverpackt Einkaufen

Abfallvermeidung bleibt immer ein Thema

Von Mitte Juni bis Mitte Juli 2016 gab es in Erlangen den zweiten Schritt der dreiteiligen Plakatkampagne zu sehen. Am Beispiel von coffee to go Bechern wird das Potential deutlich werden, dass der Verzicht auf Einwegbecher beim Kauf von Kaffee zum mitnehmen beinhaltet. Hinzu kam und kommt das Angebot an alle Erlanger Ladenbetreiber, durch den Aufkleber coffee to go again nach außen kenntlich zu machen, dass hier auch Mehrwegbecher befüllt werden. Hier finden Sie weitere Informationen dazu.

Ende Juli bis Mitte August kommen wir nochmal auf das Thema Plastiktüten zurück. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns dann kurz Ihre Erlebnisse in Zusammenhang mit Plastiktüten Einkaufen schildern.

Abfallvermeidung

Verzicht auf Plastiktüten an der Supermarktkasse wäre ein erster Schritt, mit dem jeder Konsument einen kleinen Teil dazu beitragen kann, dass der Verbrauch zurückgeht. Ab der zweiten Juliwoche zeigen die Müllautos unserer Abfallwirtschaft die Botschaft der Mehrwegkampagne:

Hinter diesem Link kann jeder nachlesen, warum das Umweltbundesamt empfiehlt, den Verbrauch an Plastiktüten deutlich zu senken. Der Verbauch von Plastikeinwegprodukten, die besonders in Küstennähe über Littering teilweise in den Ozeanen landen, wo sie viele unerwünschte Wirkungen haben, ist ein Thema, das auch die EU seit 2013 beschäftigt. Sehr informativ ist auch diese Publikation der Behörde.

Zahlen und Fakten zum Thema Plastiktüten liefert dieser Link auf eine sehr informative Seite der Deutschen Umwelthilfe. Da der Zusammenhang zum Thema Plastik in den Meeren nicht so einfach ist, wie es manchmal dargestellt wird, wollen wir dem interessierten Leser auch diesen Link (bei dem auch die Kommentare beachtenswert sind) empfehlen. Eine von der Kunststoffindustrie in Auftrag gegebene Studie entwickelt ein Modell, wie zukünftig landbasierte nicht ordnungsgemäß entsorgte Kunststoffe erfaßt werden können, damit sie nicht mehr ins Meer gelangen. Die 63-seitige Studie kann über diesen Link kostenlos bestellt werden.

In Erlangen wird die Abfallberatung im Jahr 2016 mit einer Kampagne darauf hinweisen, dass ohne Verlust an Lebensqualität ganz einfach Verpackungsabfall vermieden werden kann, wenn Konsumenten beim Einkauf ein wenig acht gebenen und auf verzichtbare Verpackungen verzichten.

Auf europäischer Ebene fällt der Vergleich entsprechend oben verlinkter Publikation des Umweltbundesamtes wie folgt aus:

Die Anzahl der pro Person und Jahr verwendeten Plastiktüten ist in den EU-Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich. Die Spanne der Anzahl genutzter Plastiktüten (Einweg und Mehrweg) reicht von 18 Stück pro Person und pro Jahr in Irland über Deutschland mit 71 Stück (viert niedrigster Wert in Europa) bis zu 421 Stück in Bulgarien und führt zu einem EU-27-weiten Durchschnitt von 198 Stück.

In Deutschland betrug der Kunststoffinlandsverbrauch im Jahr 2011 9,65 Mio. Tonnen, davon wurden nur 68.000 Tonnen für Plastiktüten genutzt. Dies entspricht einem Anteil von 0,71 % oder 0,83 kg pro Einwohner. Betrachtet man nur Folienprodukte, so haben Plastiktüten bezogen auf die Gesamtmenge des für Verpackungszwecke verarbeiteten Polyethylens (PE – wird für Folienprodukte, wie Plastiktüten eingesetzt) auch dann nur einen Anteil von 6,1 %.

Auf europäischer Ebene gibt es Initiativen des Gesetzgebers. In einer Publikation des Umweltbundesamtes, die hier nachgelesen werden kann, wurde Ende April 2015 darüber informiert, dass das europäische Parlament bis Ende 2019 den Verbrauch an leichten Plastiktüten halbieren will. Die EU-Mitgliedstaaten werden verpflichtet, diese Vorgaben zu erreichen, indem sie eine Bezahlpflicht oder ähnlich wirksame Maßnahmen einführen. Als Zielwert wird ein Pro-Kopf-Verbrauch von 90 bis 40 Tüten pro Jahr anvisiert. Innerhalb dieses Rahmens würde Deutschland bereits mit den og. 71 Tüten pro Kopf liegen. Eine weitere Reduzierung macht trotzdem Sinn, denn eine Lösung des globalen Problems mit Plastik in der Umwelt, speziell in den Weltmeeren, wird sich nicht über Ländervergleiche oder Rankings erreichen lassen, sondern nur, wenn jeder Akteur bei sich selbst anfängt.

Blickt man in Bezug auf die Art, was mit den Abfällen geschieht, über Deutschland hinaus nach Europa, dann verdeutlicht nachfolgende Graphik, in wievielen Ländern die Abfälle noch unbehandelt deponiert werden (orange Balken) und damit zur Quelle verwehter Plastikteile in die Umwelt und - in Küstennähe - in die Meere werden können (Quelle: bild der wissenschaft, Ausgabe 3/2016).

Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat (zitiert im EUWID Recycling und Entsorgung 9.2016, S. 6-7) ist das kommunale Abfallaufkommen 2014 das siebte Jahr in Folge auf 240,9 Mio Tonnen gefallen. Das sind 20 Mio Tonnen weniger als beim Höchststand 2007. Wenngleich der Deponierungsanteil in den letzten Jahren stetig zurückgegangen ist, gibt es noch immer 11 EU-Mitgliedstaaten, in denen mehr als die Hälfte des Kommunalabfalls abgelagert wird.

 

 

05.01.2017
» zurück zur Übersicht

Kontakt