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Abwasser

Abwasserreinigung und Gewässergüte

Labor

Gewässerschutz ist eine Daueraufgabe im Dienste einer intakten Umwelt für die Allgemeinheit; die Daseinsvorsorge für nachfolgende Generationen verpflichtet uns, die Gewässergüte zu verbessern und die Regenerationsfähigkeit des Wasserhaushaltes nachhaltig weiter zu stärken.

Der Entwässerungsbetrieb verfolgt deshalb das Ziel, seine Energieeffizienz und seine Umweltleistung kontinuierlich zu steigern.
Das bedeutet zum einen, die Reinigungsleistung der öffentlichen Entwässerungsanlage qualitativ und energetisch zu optimieren, und zum anderen, die mit Bau und Betrieb von Kanalnetz und Klärwerk verbundenen Eingriffe in den Naturhaushalt möglichst gering zu halten.

Seit 2008 wurde der Stromverbrauch im Klärwerksbetrieb durch Optimierungsmaßnahmen Zug um Zug verringert, zugleich konnte die Reinigungsleistung durch die geänderte Verfahrensweise deutlich verbessert werden. Dadurch fallen aber mehr Klärrückstände, somit auch mehr Klärschlamm an. Dies wiederum ermöglicht eine deutlich erhöhte Klärgasproduktion und damit mehr Energieeffizienz bei der Abwasserreinigung: der Anteil an im Klärwerk eigenerzeugter elektrischer Energie lag Ende 2014 bei 64 %, und für 2018 sogar bei 93 %.

An die Qualität der aus dem Klärwerk Erlangen in die Regnitz eingeleiteten Abwässer werden aufgrund der geographischen Lage am Nordrand des Ballungsraumes Nürnberg und wegen der abflussschwachen Gewässerfolge Regnitz-Main strengere Anforderungen als nach der geltenden Abwasserverordnung (AbwV) gestellt.

Deshalb hat das Umweltamt der Stadt Erlangen mit der wasserrechtlichen "gehobenen Erlaubnis" vom 18.12.2017 - wie auch schon in vorherigen Wasserrechtsbescheiden - für die Einleitung behandelter Abwässer in die Regnitz die im Jahresdurchschnitt einzuhaltenden Werte für die Schadstoffparameter CSB (Chemischer Sauerstoffbedarf) und NH4-N (Ammoniumstickstoff) deutlich verschärft. Bereits früher wurde zusätzlich der Parameter AS (Abfiltrierbare Stoffe) in den Wasserrechtsbescheid aufgenommen; seit 18.12.2017 gilt zudem alljährlich im Zeitraum 1.5.-31.10. für den Parameter Nges (Stickstoff gesamt) ein strikterer Ablaufwert.

Die aktuell geltenden Vorgaben für die Abwasserreinigung im Klärwerk sowie die erzielte Reinigungsleistung stellt die folgende Tabelle dar:

Schadstoff

Ablaufwert in mg/l laut Wasserrechtsbescheid

Ablaufwert in mg/l
laut AbwV

durchschnittlicher Ablaufwert 2018 in mg/l

Biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB5)

≤15

≤15

2,3

Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB)

≤45

≤75

26,6

Ammonium-Stickstoff (NH4-N)

im Überwachungszeitraum 1.5.-31.10.

 

≤5

 

≤10

<0,1

<0,1

Stickstoff gesamt (Nges)

im Überwachungszeitraum 1.5.-31.10.

 

≤11,5
(ab 18.12.2017, zuvor ≤13)

 

≤13
 

7,8

8,3

Phosphor gesamt (Pges.)

≤1

≤1

0,7

Abfiltrierbare Stoffe (AS)

≤8

nicht geregelt

3,8

Die Grundlage für die Abwasserreinigung im Klärwerk ist ein funktionstüchtiges Kanalnetz - sonst würde das anfallende Abwasser unkontrolliert und ungereinigt versickern oder ablaufen.

Das in Erlangen vorhandene Kanalsystem besteht – historisch bedingt – überwiegend aus Mischwasserkanälen, bei denen für Regenwasser und Schmutzwasser aus Haushalten und Gewerbebetrieben nur ein einheitlicher Kanal vorhanden ist.

Zur Entlastung des Gesamtsystems wurden deshalb besondere Bauten – v.a. Regenüberlaufbecken und Stauraumkanäle mit einem Gesamtvolumen von derzeit 46.625 m³ - in das Gesamtsystem integriert, in denen über die physikalische Absetzwirkung bereits eine Vorreinigung des Abwassers stattfindet. Ziel ist dabei, die Einleitung ungereinigter Abwässer über die Regenüberläufe in Fließgewässer entsprechend den wasserrechtlichen Vorgaben so weit wie möglich zu reduzieren.

Die wesentliche rechtliche Vorgabe für die im Kanalsystem zu erzielende Reinigungsleistung ist der Wasserrechtsbescheid der Stadt Erlangen vom 21.12.2005 über die Einleitung von Mischwasser aus 38 Entlastungsanlagen in die Regnitz und weitere oberirdische Gewässer im Stadtgebiet, der mit Änderungsbescheiden vom 24.1.2011 und 16.1.2014 aufgrund der vom Entwässerungsbetrieb jeweils neu ermittelten Grundlagendaten angepasst und aktualisiert wurde.

Nur durch die kontinuierlich verfolgten Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Klärwerk und im Kanalnetz konnten die Reinigungsprozesse stabil und die Reinigungsleistung der Gesamtanlage trotz sich verschärfender rechtlicher Anforderungen auf dem erreichten hohen Niveau gehalten werden.

Stand: Juni 2019

13.06.2019
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