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Abwasser

Neue Abwassergebührensätze ab 1.1.2021

Gemäß Beschluss des Stadtrates vom 26.11.2020 werden die Abwassergebührensätze zum 1.1.2021 wie folgt angehoben:

  • Schmutzwasser: Erhöhung von derzeit 1,87 €/m³ auf dann 1,92 €/m³ (Steigerung um 0,05 €/m³, dies entspricht + 2,7%)
  • Niederschlagswasser: Erhöhung von derzeit 0,39 €/m² auf dann 0,77 €/m² (Steigerung um 0,38 €/m², dies entspricht + 97,4%)

Der neue Schmutzwassergebührensatz wird für die neuen monatlichen Abschläge bereits bei solchen Schmutzwassergebührenbescheiden angesetzt, die ab Dezember 2020 verschickt werden.

Alle Niederschlagswassergebührenzahler erhalten im Januar 2021 entsprechende Änderungsbescheide für ihre Grundstücke.

 

1. Auswirkungen:

Bezogen auf den durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch an Schmutzwasser von 40 m³ bedeutet dies eine Steigerung um 2,00 € pro Person und Jahr beim Schmutzwasser.

Bezogen auf 100 m² angeschlossene versiegelte Fläche für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt bedeutet dies eine Steigerung um 38,00 € pro Jahr, entsprechend 9,50 € pro Person und Jahr beim Niederschlagswasser.

Im Geschosswohnungsbau ist die durchschnittliche Gebührenfläche pro Person nochmal deutlich geringer, in Einzelhäusern mit nur 1-2 Bewohnern natürlich deutlich höher.

Zusammengefasst kann man von einer durchschnittlichen Mehrbelastung von ca. 11,50 € pro Person und Jahr ausgehen.

 

2. Ursachen der Gebührensteigerung beim Niederschlagswasser:

Abgeschlossene Investitionen ins Kanalnetz

In den vergangenen Jahren wurden erhebliche Investitionen in das Erlanger Kanalnetz getätigt. Beispiele hierfür sind der große Stauraumkanal im Ohmplatz (Investition ca. 4,4 Mio. €) sowie die Sanierung des Hauptsammlers unter der Autobahn A 73 (Investition ca. 14 Mio. €).

Künftige Investitionen in der Kläranlage

Für den weiteren Ausbau des Klärwerks hat der Werkausschuss des Stadtrats in seiner Sitzung am 16.6.2020 wegweisende Beschlüsse gefasst: Zur weiteren Verbesserung der Abwasserreinigung auf der Kläranlage werden Maßnahmen zur Phosphorrückgewinnung und zur Spurenstoffelimination ergriffen. Um die laufenden Entsorgungskosten beim Klärschlamm zu verringern, wird dieser ab 2023 vor Ort getrocknet. Die abzufahrende Klärschlammmenge reduziert sich um ca. 70 % und verursacht somit weit weniger Lkw-Fahrten. Hierdurch werden ca. 18.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart und die Klimabilanz der gesamten Abwasserbehandlung deutlich verbessert.

Kostenverschiebung zwischen Schmutz- und Niederschlagswasserbehandlung

Sechs Jahre nach Einführung der getrennten Abwassergebühren war eine neue Kostenträgerrechnung erforderlich. Dabei wurden die Kosten der Abwasserbehandlung verursacher­­gerecht auf die Kostenträger „Schmutzwasser“ und „Niederschlagswasser“ aufgeteilt.

Gegenüber der letzten Kostenrechnung ergaben sich deutliche Verschiebungen hin zum Niederschlagswasser. Durch die Kanalsanierungen der letzten Jahre wurde das Eindringen von Grundwasser in die Kanalisation deutlich reduziert. Bei gleichbleibendem Mischwasserabfluss zum Klärwerk ist der Trockenwetterabfluss zurückgegangen. Durch diesen Effekt wurde dem Klärwerk anteilig mehr Regenwasser zugeleitet. Deswegen wurden die Teile der Kläranlage, die auf die Gesamtwassermenge ausgelegt sind, nun verstärkt dem Kostenträger „Niederschlagswasser“ zugerechnet. Die Reinigungsleistung des Gesamtsystems ist dadurch im Gegenzug merklich gestiegen.
Diese Verschiebung der Kostenmassen macht sich am deutlichsten bei den Kapitalkosten der Kläranlage (Abschreibungen und kalkulatorischen Zinsen) bemerkbar. Dadurch wirken sich sowohl die abgeschlossenen, als auch die kommenden Investitionen auf der Kläranlage erheblich auf die Kosten der Niederschlagswasserbeseitigung aus.  

 

3. Möglichkeiten zur Gebührenvermeidung beim Niederschlagswasser:

Antrag auf Einzelfall-Veranlagung stellen

Bei der ersten Gebührenveranlagung zum 1.1.2015 wurden die meisten Grundstücke nach ihrem „Gebietsabflussbeiwert“ (GAB) veranlagt. Der Gebietsabflussbeiwert stellt den im entsprechenden Gebiet durchschnittlich vorhandenen Anteil der bebauten und befestigten Flächen an der Gesamtgrundstücksfläche dar. Er steigt mit der Dichte der Bebauungsstruktur an. Es handelt sich somit um einen Wahrscheinlichkeitsmaßstab, der im Einzelfall widerlegt werden kann.

Falls die tatsächlichen Verhältnisse auf einem Grundstück deutlich (d.h. mindestens 20% bzw. 250 m²) von der per GAB angesetzten versiegelten und angeschlossenen Fläche abweichen, kann ein Antrag auf Einzelfall-Veranlagung gestellt werden. Dann wird die Niederschlagswassergebühr nach der tatsächlich versiegelten und angeschlossenen Fläche des Grundstücks ermittelt.

Flächen entsiegeln oder vom Kanal abkoppeln

Wo eine schadlose Niederschlagswasserbeseitigung auf dem Grundstück möglich ist (Versickerung, Einleitung in ein Gewässer), können und sollen Flächen von der öffentlichen Entwässerung abgekoppelt werden, um die örtliche Grundwasserneubildung zu fördern und die Kanalisation zu entlasten. Die verringerte gebührenpflichtige Fläche wird ab dem folgenden Monat nach Meldung an den EBE berücksichtigt, wenn die o.g. Schwelle von 20% bzw. 250 m² überschritten wurde (Antrag auf Einzelfall-Veranlagung).

Falls ein Grundstück bereits nach der tatsächlich versiegelten und angeschlossenen Fläche veranlagt wurde, kann ein neuer Antrag auf Einzelfall-Veranlagung dann gestellt werden, wenn die versiegelte und angeschlossene Fläche um mindestens weitere 10 % oder 50 m² verändert wurde.

Änderungen an der Grundstücksentwässerung sind jedoch grundsätzlich vorab mit dem Bauaufsichtsamt abzuklären.

17.02.2021
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