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Aktuelles

ADFC Fahrradklimatest: Erlangen auf Platz zwei

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat im Herbst vergangenen Jahres eine Online-Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit der Kommunen im Bundesgebiet durchgeführt. Am 9. April wurde das Ergebnis verkündet: Unter den 41 Städten der Größenordnung von 100.000 bis 200.000 Einwohner erreichte Erlangen den zweiten Rang und gehört damit mit einer Gesamtwertung von 3,4 zu den fahrradfreundlichsten Städten in Deutschland. Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens, die die Urkunde in Berlin entgegennahm, freute sich über diese Platzierung: „Ich freue mich, dass wir in der Riege der Spitzenreiter sind, jedoch haben wir in Erlangen noch viel zu tun, um den Fahrradverkehr auch weiterhin in seiner Bedeutung für Klimaschutz und Gesundheit auszubauen.“ Als besondere Stärken wurden in der Bewertung die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums und generationenübergreifende Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel bewertet. Wie in anderen Städten derselben Größenordnung wurden fehlende Fahrradmitnahmemöglichkeiten im Öffentlichen Nahverkehr bemängelt. Als Problemthemen wurden zudem Fahrraddiebstähle und fehlende Falschparkerkontrollen auf Radwegen benannt. „Dass wir im Vergleich mit anderen Städten wieder so gut abschneiden, freut uns. Das Ergebnis ist für uns aber zugleich Ansporn, den Radverkehr weiter intensiv zu fördern“, richtete Oberbürgermeister Florian Janik den Blick in die Zukunft.

Wie die Bürgerbefragung 2018 belegt, liegt die Zahl der Menschen, die in der Stadt das Fahrrad als Verkehrsmittel benutzen, bei 47 Prozent. „Dieser hohe Wert deckt sich mit den Vorjahren und wir wollen ihn unbedingt halten“, sagt Planungs- und Baureferent Josef Weber. Die Ergebnisse des Fahrradklimatests sollen detailliert ausgewertet und auch mit den Ergebnissen städtischer Befragungen angeglichen werden. Ein Beispiel ist das Thema Sicherheitsgefühl: Laut Fahrradklimatest liegt Erlangen hier mit 3,3 Prozentpunkten genau einen Notenpunkt über Städten vergleichbarer Größe. Das deckt sich auch mit den Ergebnissen der repräsentativen Bürgerbefragung 2018, nach der sich 80 Prozent der befragten Radfahrerinnen und Radfahrer in Erlangen insgesamt sicher fühlen. Bei jungen Erwachsenen liegen die Werte noch höher (88 Prozent), bei Seniorinnen und Senioren 65 Prozent hingegen leicht unter dem Durchschnitt. Die Werte hängen zudem erheblich davon ab, wie die Radfahrer konkret im Verkehr geführt werden. „Die Befragung gibt uns wertvolle Hinweise, worauf wir bei Planungen besonders achten müssen“, sagt Planungs- und Baureferent Josef Weber.

Um dem Anspruch einer der fahrradfreundlichsten Städte in Deutschland auch weiterhin gerecht zu werden, führt die Hugenottenstadt auch in diesem Jahr wieder viele Investitionen zur Stärkung des Radverkehrs durch. Zu den Maßnahmen gehören die Erneuerung der Fahr-radabstellanlagen an der Rathausostseite, die Ergänzung der Fahrradbügel am Bahnhofsvorplatz und die Schaffung neuer Abstellanlagen in der Fahrstraße und der Bismarckstraße. Sowohl am Bahnhof als auch an der S-Bahn-Haltestelle Paul-Gossen-Straße werden Fahrradparkhäuser geplant. Allein für diese Maßnahmen werden in diesem Jahr über 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Im Topf für den Ausbau von Fuß- und Radwegen sowie für die Fahrradinfrastruktur sind in Summe weitere 440.000 Euro vorgesehen. Zudem profitieren die Radlerinnen und Radler von Verbesserungen im Zuge von Straßenerneuerungen im Bereich der Sebastianstraße, der Michael-Vogel-Straße und im Bereich St. Johann / Möhrendorfer Straße. Erneuert wird auch der Radweg an den Seelöchern. Zur Neugestaltung und Verbesserung der Radwege werden zudem die Straßen- und Brückenbaumaßnahmen an der Günther-Scharowsky-Straße, der Frauenauracher- / Gundstraße, die Erneuerung der Aurachbrücke am Bierweg und die Belagserneuerung am Membacher Steg genutzt. Erweiterungen der Radwege sind zudem am Rabenweg, der Weinstraße, der Fürther Straße und der Schallershofer Straße vorgesehen.

Über diese Maßnahmen hinaus sollen auch mittel- und langfristig die Verkehrssicherheit und der Komfort für Radfahrerinnen und Radfahrer  deutlich verbessert werden. Der Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss (UVPA) des Stadtrats hat deshalb das Plannetz Radverkehr beschlossen, das im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) erarbeitet wurde. Das Plannetz bildet die Grundlage für den Ausbau des städtischen Radverkehrsnetzes sowie Anpassungen der bestehenden Wege an aktuelle Anforderungen. Als erster Schritt bei der Netzbildung wurden die bestehenden Radwege analysiert und auf dieser Basis der Handlungsbedarf und die Umsetzungsprioritäten definiert. Mit Berücksichtigung der räumlichen Strukturen im Stadtgebiet und dem Umland wurden darauf aufbauend die notwendigen Verbindungen und Netzergänzungen für das Plannetz ermittelt. Unter anderem sollen durch Lückenschlüsse weitere attraktive Radwegeverbindungen entstehen, die Anreize zum Umstieg vom Kraftfahrzeug auf das Fahrrad bieten. Die größten Potenziale bietet hierfür der Verkehr, der über die Stadtgrenze hinweg stattfindet. Deshalb wurde bei der Netzgestaltung ein besonderes Augenmerk auf die Verknüpfung mit den umliegenden Städten und Gemeinden gelegt.

Ein besonders wichtiges Anliegen sind dabei die Fahrradschnellwege mit, denen Nachbarstädten und -landkreise angebunden werden sollen. Ein unterschriftsreifer Planungsvertrag mit dem Staatlichen Bauamt Nürnberg liegt vor, so dass 2019 die Planungen für Trasse zwischen der Hugenottenstadt und Nürnberg auf Erlanger Stadtgebiet fortgeführt werden können. Alle Beteiligten sind gewillt, das Projekt in den kommen fünf Jahren weit voranzutreiben.

Das Ergebnis kann im Internet unter www.fahrradklima-test.de heruntergeladen werden.

12.04.2019
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