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Weitere Informationen zur Entstehung und Planung

Von den Ferris-Barracks zum Röthelheimpark

Als im Juni 1993 die amerikanische Regierung bekannt gab, dass der Militärstandort Erlangen aufgegeben würde, ging mit der Rückgabe des über 136 Hektar großen Militärareals im Stadtosten am 30.06.1994 eine über 125-jährige Geschichte als Garnisonsstadt zu Ende.

Wenige Tage nach dieser Entscheidung des Pentagons wurden bereits am 01. Juli 1993 die Verhandlungen zum Erwerb und der Nachnutzung der Konversionsliegenschaft unter der Regie des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Dietmar Hahlweg und des seinerzeitigen Wirtschafts- und Liegenschaftsreferenten und heutigen Oberbürgermeisters Dr. Siegfried Balleis aufgenommen.

Denkmalgeschützte Kasernengebäude

Parallel zu den Kaufverhandlungen wurde am 01.09.1994 ein städtebaulicher Ideenwettbewerb für das Gesamtgelände bundesweit ausgelobt, an dem sich 104 Architekten und Stadtplaner beteiligten. Vorangegangen war ein Beschluss des Stadtrates zur Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (21.07.1993 Einleitungsbeschluss) und im September 1993 eine offene Planungswerkstatt (Workshop) mit Vertretern des Stadtrates, der Stadtverwaltung, externen Fachleuten und engagierten Bürgern der Stadt Erlangen. Die dabei erarbeiteten Rahmenbedingungen zur zukünftigen Nutzung des Wettbewerbsgebietes „Neustadt Ost“ - dem heutigen Röthelheimpark - wurden bei den weiteren Planungsschritten eingestellt.

Am 17.03.1995 fand die Preisgerichtssitzung statt, bei welcher der Entwurf einer Arbeitsgemeinschaft aus Münchner Planungsbüros zur Weiterbearbeitung empfohlen wurde. Der Entwurf der Arge Ottow, Bachmann, Marx, Brechensbauer, Kluska und Burgstaller wurde Grundlage für den städtebaulichen Rahmenplan für die zukünftige Bebauung des Stadtteils.

Am 27.02.1997 beschloss der Stadtrat einstimmig, das vom Bund eingeräumte Vorkaufsrecht zum Erwerb der Militärfläche auszuüben. Am 26.02.1998 fand die Beurkundung zum Erwerb von 101 Hektar statt.

In verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen wie der Bürgerversammlung vom 25.07.1995 und verschiedenen Bürgerinformationsveranstaltungen für die Bewohner der ehemaligen Housing-Area wurde das Bebauungskonzept vorgestellt und diskutiert. Am 27.03.1996 beschloss der Stadtrat, den nun Rahmenplan genannten Leitplan für die künftige bauliche Entwicklung des Stadtteils zu Grunde zu legen. Mit Beschluss des Stadtrates vom 24.04.1997 erhielt der neue Stadtteil den Namen „Röthelheimpark“.

Wohnbebauung Alfred-Wegener-Straße

Als wesentliche städtebauliche Kriterien standen dabei der Erhalt und die Nachnutzung bestehender, teils historischer Bausubstanz im Vordergrund sowie der Erhalt und die Schaffung von Freiräumen mit Integration der Biotop- und landschaftlichen Schutzflächen in Abwägung mit den an die Realisierung eines neuen Stadtteils gestellten Nutzungsanforderungen. Im Wesentlichen wurden folgende städtebaulichen Bereiche definiert und als Grundlagen vorgegeben:

  • Erhalt des denkmalgeschützten Bestandes an der Artilleriestraße,
  • Differenzierter Umgang mit den in den Jahren 1935 bis 1938 errichteten Kasernengebäuden an der Hartmannstraße und östlich des Denkmalbereichs an der Artilleriestraße,
  • Überwiegender Erhalt der im südlichen Bereich der Konversionsfläche gelegenen und in den 50er Jahren errichteten „Housing-Area“ ,
  • Abbruch der in den 60er bis Mitte der 80er Jahre nach und nach errichteten Werkstatt- und Pflegehallen, Lagergebäude, Panzerhallen usw. im Zentrum des Geländes,
  • Erhalt einiger Sondergebäude, wie z.B. die ehemalige Commissary (jetzt: Einzelhandelsfläche Handelshof), Turnhalle (jetzt: Schul-/Vereinssporthalle), die ehemalige US-Schule (jetzt: städtische Wirtschaftsschule) und das Unterkunftsgebäude „Ginn-Hall“ (jetzt: Studentenwohnheim) an der Kurt-Schumacher-Straße.

Die Erschließungs- und Planungsmaßnahmen werden bis voraussichtlich 2014 abgeschlossen sein. Damit endet nach 20 Jahren eines der spannendsten Kapitel der jüngeren Erlanger Geschichte: Die Erlanger Neustadt-Ost – der Röthelheimpark.

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