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Weitere Informationen zum Wohnen im Röthelheimpark

Siedlungsmodelle Bayern

„’Gute Lösungswege sind wertlos, solange sie nicht auch in der Realität erprobt wurden. Modellhaftes wird erst im Maßstab 1:1 sichtbar.’ Gemäß dieser Maxime fördert der Freistaat Bayern in beachtlichem Umfang modellhafte Projekte, von denen wir uns erhoffen, dass sie die Disziplin des Städtebaus ein kleines Stück voranbringen. Dabei lassen wir uns von folgenden Grundsätzen leiten:

  • Innovative, zukunftsweisende Ansätze zu fördern und
  • Beiträge zur Nachhaltigkeit im Sinne Agenda 21 von Rio 1992 zu leisten.

Unter diesen Vorgaben wurde 1994 auch das staatliche Sonderprogramm „Siedlungsmodelle“ gestartet.
Bereits ein Jahr zuvor hatte die bayerische Staatsregierung die Entscheidung getroffen, staatliche Beteiligungen an Unternehmen in erheblichem Umfang zu privatisieren, um die Zukunft Bayerns durch zielgerichtete Infrastrukturinvestitionen vor allem in technologischen und sozialen Bereichen gestalten zu können. Das Gesamtvolumen dieser unter dem Titel „Offensive Zukunft Bayern“ zusammengefassten Investitionen beläuft sich auf beachtliche 2,9 Mrd. Euro. Davon wurden 100 Mio. Euro für den innovativen Städte- und Wohnungsbau bereitgestellt. Bei dem Programm sind wir von drei Zielebenen ausgegangen, die mit den Schlagwörtern „ökologisch - sozial - preiswert“ umrissen wurden. Lösungen zu entwickeln, die die Teilziele dieser drei Zielebenen aufeinander abgestimmt umsetzen, ist die - sicherlich nicht einfache - Aufgabenstellung der „Siedlungsmodelle“. Die realisierten Projekte zeigen aber, dass auftretende Zielkonflikte durch intelligente Planungskonzepte und koordinierte Baudurchführung bewältigt werden können. 1994/95 wurden in einem Bewerbungsverfahren von über 100 bayerischen Gemeinden insgesamt 132 Maßnahmen angemeldet - eine angesichts des anspruchsvollen Zielkatalogs erfreulich hohe Zahl. Aus dem breiten Spektrum unterschiedlichster Projektvorschläge hat der Ministerrat 12 Projekte aus ganz Bayern ausgewählt. Das kleinste Siedlungsmodell liegt in der Stadt Günzburg mit 125 geplanten Wohnungen, das größte Siedlungsmodell ist eine Konversionsmaßnahme in München mit etwa 2.400 Wohneinheiten.

Prof. Herbert Kallmayer Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern“

Wohnbebauung Hartmannstraße

Anforderungen
Die Herausforderungen für den modernen Städtebau sind in besonderem Maße Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, Bewältigung der Verkehrsprobleme, angemessene Wohnraumversorgung für alle Bevölkerungsgruppen und soziale Integration. Die Siedlungsmodelle sollen für die Stadt von morgen Beispiel geben. Dazu wurden auch aus Mitteln der „Offensive Zukunft Bayern“ durch den Freistaat Gelder als zinsgünstige Darlehen an die Städte ausgegeben um damit, Planung, Grunderwerb, Freimachung und Erschließung des „Siedlungsmodells“ vorzufinanzieren. Die Refinanzierung erfolgte über den Verkauf der baureifen Grundstücke an private Bauherren, die sich zur Einhaltung der Programmziele verpflichten mussten. Dies ist im Siedlungsmodell erreicht worden und lässt sich insbesondere an der entstandenen lebendigen Nachbarschaft und der Zufriedenheit der Bewohner ablesen.

Aufgabenstellung
Leitidee des Städtebaus im Siedlungsmodell sind Ökologie - Soziale Bedürfnisse – Kostengünstigkeit.

Nachhaltige Siedlungsentwicklung ist nur über ein hohes Maß an Qualität zu erreichen. Daher tragen sowohl bei allen Siedlungsmodellen als auch im Bereich des neuen Stadtteil Röthelheimpark Architektenwettbewerbe entscheidend dazu bei, aus einer Vielzahl unterschiedlicher Lösungen die beste Konzeption zu finden - bei der städtebaulichen Gesamtplanung ebenso wie beim einzelnen Bauvorhaben.

Zur Sicherung der Qualitätsstandards, also der Zielvorgaben für die Siedlungsmodelle, kam mit den „Qualitätsbausteinen“ ein vergleichsweise neues Instrument zur Qualitätssicherung zur Anwendung. Stadt, Bauherren und Investoren verpflichteten sich zur Umsetzung der darin aufgelisteten Anforderungen - von Kostenobergrenzen und Wärmedämmstandards bis zum barrierefreien Zugang.

Reihenhäuser Emma-Brendel-Weg

Grundsätze für die Siedlungsmodelle
Allen 12 in Bayern entwickelten Siedlungsmodellen ist gemeinsam, dass sie ein oder mehrere der folgenden städtebaulichen Grundsätzen konkret umsetzen.

Als Innenentwicklung werden Flächen bezeichnet, welche bereits vorher baulich genutzt wurden (z.B. Industriebrachen oder ehem. Militärflächen). Insbesondere durch Nutzung vorhandener Infrastrukturen werden hier Ressourcen geschont. Flächensparende Konzepte dienen einer Verringerung des Flächenverbrauchs und zeichnen sich vor allem durch verdichtete Wohnformen wie Reihenhausbebauung aus.

Als verträgliche Mobilität werden Konzepte bezeichnet, die im Rahmen einer verantwortungsbewussten Verkehrsplanung, die Mobilitätsbedürfnisse der Gesellschaft befriedigen, ohne andere elementare Bedürfnisse zu vernachlässigen.

Ein wichtiger Bestandteil eines ressourcenschonenden Städte- und Wohnungsbaus ist der naturnahe Umgang mit Wasser insbesondere Regenwasser und die Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs. Die Reduzierung des Energieverbrauchs sowie die damit verbundene Reduktion der CO2 -Emissionen nimmt eine zentrale Stellung innerhalb der ökologischen Zielsetzungen ein. Eingesetzt werden kraftwärmegekoppelte Fern- oder Nahwärmenetze, hoher Dämmstandard, kompakte und zur Sonne orientierte Baukörper, optimierte Heizungsregelungen und kontrollierte Lüftungssysteme.

Insbesondere sind integrierte Grünkonzepte vorzusehen, die z.B. die Anlage innerstädtischer Parks über den Ausbau zusammenhängender Grünzüge bis hin zu einer Verschränkung von kompakten Siedlungsformen mit der freien Landschaft vorsehen. Dabei werden bestehende Grünstrukturen erhalten und ausgebaut, Biotopflächen vernetzt und Frischluftschneisen freigehalten.

Für die konkreten Bauvorhaben sind ferner Vorgaben wie kostengünstiges Bauen, langfristige Nutzbarkeit sowie Variabilität der Wohnformen zu erfüllen.

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