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Weitere Informationen zum Wohnen im Röthelheimpark

Umsetzung der Leitsätze im Siedlungsmodell Erlangen

Die Leitsätze der Siedlungsmodelle Bayern wurden im Siedlungsmodell Röthelheimpark nahezu vollständig umgesetzt. Nachfolgend werden die Leitsätze anhand der konkreten Maßnahmen dargestellt.

Innenentwicklung
Die Siedlungsentwicklung für Erlangen fand auf den ehemals bebauten Militärflächen statt. Damit wurde das Ziel einer flächensparenden, nachhaltigen Stadtentwicklung bereits im Ansatz erfüllt. Durch intelligentes Einfügen des Baugebiets in die bestehende Siedlungsstruktur wurden ebenfalls Ressourcen geschont.

Flächensparende Konzepte
Zudem wurde in der Siedlung auch mit der Ressource „Boden“ verantwortungsvoll umgegangen. Auf der Fläche wurde das Konzept einer verdichteten Einfamilienhausbebauung (Reihenhäuser) verfolgt. Hohe Wohnqualität auch auf kleinen Grundstücken ermöglicht das Freihalten schützenswerter Landschaftsräume. Konkret wurden zahlreiche bestehende Bäume erhalten und der Freiraum des NSG „Exerzierplatzes“ gesichert. Zudem wurden entlang des Thymianwegs öffentliche Freiflächen neu geschaffen.

Verträgliche Mobilität
Die Siedlung wurde weitgehend als autofreie Wohnsiedlung realisiert. Die Parkierung erfolgt grundsätzlich entlang der Wohnsammelstraßen (Luise-Kiesselbach-Straße) und in den zentral am Rand des Quartiers errichteten Stellplatzanlagen (Parkhäusern), im Innern des Quartiers sind aber Stellplätze nicht zulässig. Damit wird der motorisierte Verkehr bereits am Rand der Siedlung weitgehend abgefangen. Dies erlaubt die Gestaltung vielfältig genutzter, erlebnisreicher Erschließungsflächen, einen kosten- und flächensparenden Ausbaustandard und verbessert die Akzeptanz anderer Verkehrsträger wie Fahrradfahrer und Fußgänger.

Quartiersplatz Ann-Rosenthal-Weg

Umgang mit Wasser
Die Erschließungsflächen der Siedlung sind wasserdurchlässig hergestellt. Dazu wurden wasserdurchlässige Pflasterbeläge gewählt und untergeordnete Wege vollständig als wassergebundene Oberfläche vorgesehen. Durch die Dachbegrünung findet ein verzögerter Abfluss des Regenwassers statt, der zur erhöhten Verdunstung und damit zur Verbesserung des Kleinklimas führt. Außerdem kann die städtische Entwässerungsanlage dadurch anders und kostengünstiger dimensioniert werden (kleinere Vorfluter). Wassersparende Armaturen innerhalb der Gebäude tragen zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs bei.

Energieeinsparung
Durch die Verpflichtung zum Anschluss an das städtische Fernwärmenetz (kraftwärmegekoppeltes Fernwärmenetz), den Einsatz hoher Dämmstandards, kompakte Baukörper, optimierte Heizungsregelungen und kontrollierte Lüftungssysteme konnte der Endenergieverbrauch gesenkt werden. Ein Teil der Wohnungen wurde mit einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgerüstet, deren Einspareffekt über die Verbrauchsdaten jedes einzelnen Heizkörpers erfasst wird. Das Ziel, die damals geltende Wärmeschutzverordnung um ca. 40% zu unterschreiten wurde weitgehend erreicht.

Grünkonzepte
Im Siedlungsmodell wurden entlang des baulichen Rückgrats private der Öffentlichkeit zugängliche Frei- und Spielflächen hergestellt. Zudem wurden entlang des Thymianwegs öffentliche Grünflächen errichtet. Die verdichtete Bauweise lässt ferner die Einrichtung eines großzügigen Grünzugs im Stadtteil zu und ermöglicht die Freihaltung der Freifläche des NSG „Exerzierplatz“ zu der die Bewohner der Siedlung unmittelbaren Zugang haben. Südlich der Siedlung ist eine Gemeinbedarfs Einrichtung (Kinderbetreuungseinrichtung) und eine stark durchgrünte Spielfläche entstanden.

Kostengünstiges Bauen
Die realisierten Abschnitte des „Siedlungsmodells“ zeigen, dass hohe Qualität zu niedrigen Baukosten möglich ist. Dies wird erreicht durch eine sorgfältige Planung der Grundrisse, wirtschaftlich dimensionierte Tragwerke und eine auf den Entwurf abgestimmte Gebäudetechnik. Zusätzlich werden die Kosten durch eine frühzeitige Kooperation von Investoren, Planern und Baufirmen (Bauteam), durch die Vorfertigung größerer Bauelemente und die Verwendung von seriell hergestellten Bauteilen erheblich gesenkt. Als Obergrenze für die Baukosten je Quadratmeter Wohnflächen wurden 1.800 DM/m² (entspricht ca. 923 Euro/m²) festgesetzt – damals 25 % unterhalb des frei finanzierten Wohnungsbaus.

Langfristige Nutzbarkeit
Unter dem Gesichtspunkt der „Nachhaltigkeit“ wäre es verkehrt, Wohnungen ausschließlich nach den speziellen Wohnbedürfnissen der Erstbenutzer zu konzipieren. „Nachhaltig“ nutzbare Wohnungen müssen vielmehr so variabel sein, dass die Grundstruktur eine große Bandbreite unterschiedlicher Nutzungen ermöglicht, viel Raum für individuelle Aneignung lässt und im Idealfall die unterschiedlichen Lebensphasen der Bewohner mit vollzieht.

Spielfläche Thymianweg

Variabilität
Auch im Geschosswohnungsbau ist Variabilität möglich. Durch vielfältig nutzbare Wohnungen wird das Zusammenleben verschiedener, sich gegenseitig stützender Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel junge Familien und alte Menschen, Alleinerziehende und Wohngemeinschaften, Alleinstehende und ausländische Mitbürger, gefördert. Die klare Grundstruktur der „Stadtvilla“ in Erlangen „Röthelheimpark“ ermöglicht beispielsweise eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnungsformen.

Fazit
Für das Projekt Röthelheimpark wurden von Seiten des Freistaats Bayern insgesamt 8,6 Mio. Euro als Startkapital und von der Stadt Erlangen rund 5,5 Mio. Euro eingebracht, um gemeinsam einen modellhaften neuen Stadtteil auf dem Gelände der ehem. Ferris-Barracks zu entwickeln – eine Initialzündung für die künftige Nutzung des gesamten Röthelheimpark. Das Siedlungsmodell und die dort entwickelte Vorgehensweise wurde mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt auch für die darauf folgenden Quartiere als Grundlage für deren Entwicklung mit großem Erfolg herangezogen.

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